Löffingen (gb). Was vor knapp zehn Jahren als Idee begann, hat sich in Deutschland und in Afrika etabliert. Die Rede ist vom Verein Hilfe zur Selbsthilfe und Selbstverantwortung Dritte Welt (HSS) mit dem Großprojekt der Mädchenschule in Jasikan in Ghana. Nun hat die Schule einen neuen Namen bekommen und heißt "Bueman International College".

Einen Grund zur Freude hat der Verein HSS, der 2003 die Mädchenschule in Jasikan eröffnete. "Es war ein Probelauf", so erzählen die beiden Initiatoren Farouq Lawan und Gustl Frey. Heute ist diese Schule weit über die Grenzen hinaus bekannt und wurde im Jahr 2011 zur besten Schule im Distrikt gekürt. "Leider haben wir heuer dieses Prädikat verloren", bedauert der Löffinger Rektor der Grund- und Werkrealschule, Gustl Frey. "Doch dies bedeutet für uns, die Schülerinnen und Lehrer noch intensiver auf ihre Prüfung vorzubereiten", ergänzt Farouq Lawan.

Sonst gibt es keinen Wehrmutstropfen, ganz im Gegenteil. Die Nachhaltigkeit ist bereits gegeben, nur mit der Selbstverantwortung und Selbsthilfe klappt es noch nicht alleine. Der Vorsitzende und König von Jassikan, Farouq Lawan, der seit vielen Jahren in Göschweiler lebt, ist täglich per Telefon präsent. Und mindestens einmal pro Jahr fährt er, gelegentlich auch in Begleitung seines Stellvertreters Gustl Frey oder anderer Vereinsmitgliedern nach Afrika, um nach dem Rechten zu sehen.

Erst jüngst kam er wieder von einer Reise zurück, im Gepäck viele Neuigkeiten und Erfolge. So wurde die Schule mit dem neuen Lehrplan, der von der Regierung genehmigt wurde, auch umbenannt. Grund war die breite Ausbildung, die mit dem Abschluss zum Studium berechtigt und nicht nur den Einstieg ins Berufsleben ebnet. Der Untertitel der Schule "Your future begins here" nennt die Aufgabe, die sich der Verein seit Gründung im Dezember 1997 gestellt hat: Mädchen mit einer guten Ausbildung zu fördern, um die Not und das Elend zu mildern. Die Nachhaltigkeit des Projekts ist unverkennbar, so sind zwei ehemalige Schülerinnen nun in der Administration der Schule tätig, dazu unterrichten zehn Lehrkräfte. Ein Hausmeister und ein Wachmann ergänzen das Personal. 39 neue Kinder wurden eingeschult, sodass nun 97 Schülerinnen im Alter zwischen 16 bis 21 Jahren das College besuchen.

Das Schulgeld in Höhe von 150 Euro im Jahr wird durch Patenschaftengewährleistet. "Die Armut nimmt leider zu und das Schulgeld ist für viele nicht aufzubringen", erklärt der König Farouq, der seine Untertanen unterstützt und ein Auge darauf hat, dass die Spenden nicht in dunklen Kanälen versinken. So wurde nicht nur das Küchendach neu gedeckt, sondern auch die Stromversorgung musste erneuert werden, was den Verein 700 Euro kostete. Da es in Ghana keine richtige Industrie gibt, musste selbst das Blechdach aus England importiert werden. Der größte Erfolg war der Kauf der Herberge, die der Verein gebaut hatte. In sechs Jahresraten sollen die 15 000 Euro finanziert werden. "In Afrika kann jeder bauen, wo er möchte, wenn ihm allerdings das Gelände nicht gehört, kann der Grundstückbesitzer über den Bau bestimmen", erklärt Lawan.