
Löffingen-Dittishauen - Grund zum Feiern hat die Geißenzunft in Dittishausen, die dieses Jahr ihren 44. Geburtstag feiert. Ein närrisches Jubiläum, zu dem Zunftmeister Ludwig Speth mit seinem Team zum großen Fest am Samstag, 11. Februar einlädt.
Mit einen kleinen Nachtumzug, einem großen Hexenfeuer und ein zünftigen Jubiläums-Party wird gefeiert. Doch schon ein Tag später am 12. Februar steht der traditionelle Fuhrmannstag mit dem großen Umzug der Schwarzwälder Narrenvereinigung und dem imposanten Wettklöpfen an.
Zur Geißenzunft mit 80 Aktion zählen heute neben der großen Schar der Geißen die Fuhrmänner, das Wurmali und Wurwibli und seit 1994 die Taborhexen. Mit dem Geißenkostüm sorgen die Dittishauser Narren immer wieder für Aufsehen, wenn sie mit ihrer Holzmaske und dem Glöckchen um den Hals an Umzügen teilnehmen. So interessant ihr Aussehen, so spannend ihre Geschichte, die Paul Hasenfratz – der ehemalige Zunftmeister und Präsident der Schwarzwälder Narrenvereinigung – 1966 zu schreiben begann.
Während einer Narrenversammlung erklärte er die Symbolfigur, deren geistiger Vater Max Rudigier ist, und durch das Sprüchlein "Sisch e Goaß , si sich nit foaß, si isch vo Dittishuase ….". Noch am selben Abend beschloss die Versammlung, die Goaß zur Fasnachtsfigur zu mache. Dazu Goaßtöter und auch das Wurwibli. Bereit 1967 gab es drei Goaße und ein Goaßtöter, und 1968 wurde dann auch die Goßazunft gegründet. Die Goaß wurde von den Armen gehalten, um die Einkünfte aufzubessern. Der Geißentöter steht sinnbildlich für den rauen Ostwind, der über die Schwarzwaldhöhen pfeift und sich dabei die neu geborenen Geißlein zum Opfer nimmt. Neben der Maske der Geiß, sie wurde anfangs von Herbert Schwarz aus Bräunlingen für 130 Mark pro Stück geschnitzt, kamen drei echte Geißenfelle. Die Beschaffung dieser war sehr schwierig. Die ersten Felle wurden von Paul Hasenfratz bei den Bauern gesammelt. In seiner Zimmerei hat er sich dann selbst unter Mithilfe von Karl Rappenegger gegerbt. Genäht wurde die Felle von Paule Kreuz und Frau Schmid – so kann man in der Chronik lesen. Das Kostüm, zu dem auch Geschell, die Handschuhe und Stulpen gehören, kostete damals 500 bis 600 Mark. Für viele einfach zu teuer, und so schaffte sich der Verein nach und nach die Häser an.
Schon mit der Geiß wurden auch die Fuhrmänner geschaffen. Unter Ewald Rokosschoski erinnerten sie an die alte Fuhrmannstradition. An Sonntagen, so erinnert sich Paul Hasenfratz, veranstalteten sie ein "Wettklöpfen" – eine Klöpfkonzert, das aus allen Winkeln des Ortes klang. Während die feierliche Taufe der Geißenzunft 1968 stattfand, Pate stand hier die Löffinger Hexengruppe, wurde der Fuhrmannstag erst ein Jahr später eingeführt.
An diese Fuhrmänner des Schwarzwalds und der Baar erinnert der jährliche Fuhrmannstag, der Dittishausen weit über die Grenzen hinaus bekannt gemacht hat. Klöpfen kann man in verschiedenen Stilen, im traditionellen Fuhrmannstiel oder im Freistil. Während im Freistil jeder Schlag zählt, ist beim Fuhrmannsstiel nur das Klöpfen auf einer Seite erlauft.
Es gibt Peitschen - langer Stecken mit Schlinge – oder die Karbatsche kurzer Stock mit langem geflochtenem Seil. 1979 nahm selbst der damalige Ministerpräsident Hans Filbinger an diesem Spektakel teil und stifte einen Wanderpokal.
Das jüngste Kind der Geißenzunft sind die Taborhexen, die ebenfalls eine Legende zum Ursprung haben. Sie verkörpern das alte Weibe, welche am Rand des Berges Tabor ihr Unwesen trieb. Deshalb wurde sie auf dem Scheiterhaufen verbrannt.
Diese Nachkommen sind die Taborhexen, die nicht wie ihre Urahnen in den Wintermonaten ins Dorf kommen um nach Nahrung zu betteln, sondern sie treiben während der Fasnacht ihr Unwesen und brennen das große Hexenfeuer an.