Löffingen (gb). "Was können wir tun, damit wir auch in 20 Jahren gut aufgestellt sind?". Dieser nicht einfache Frage will die Stadt Löffingen zusammen mit STEG (Stadtentwicklung) auf den Grund gehen.

Nun werden die Bürger gebeten, ihre Idee und Zukunftsvisionen einzubringen. Beim ersten Bürgertisch fand sich ein engagiertes Publikum mit interessanten Gedankengängen ein. "Die Stadtentwicklung ist ein dynamischer Prozess, bei dem jederzeit jedermann sich einbringen kann", so der Appell der beiden Stadtplaner Philipp Heidri und Ulrike Levien. Die Stadt selbst, so bestätigte Bürgermeister Norbert Brugger, habe schon einiges auf den Weg gebracht, etwa die Windkraft oder die Schulentwicklung. Doch nun seien die Bürger gefordert, "es ist Eure Stadt".

Die rund 60 Personen nahmen dieser Aufforderung gerne an. Allerdings, war von den beiden "Jungen" Thomas Hofmeier und Frank Wider zu hören, fehle ihre Generation. "Die älteren Bürger engagieren sich hier, doch in 20 bis 30 Jahren müssen die Jungen entscheiden." Bürgermeister Norbert Brugger erteilte der STEG die Aufgabe, sich mit den Schulen in Verbindung zu setzen, um dort ein Projekt zu installieren. Georg Rieple aus Dittishausen, Bruno Kramer und Hugo Ketterer aus Unadingen und Werner Schonhardt aus Göschweiler sprachen die Ortsteilproblem an, die etwas anders gelagert sind als die Zukunftsorientierung der Stadt. Martin Lauble erklärte, dass gerade beim Wettbewerb "Unser Dorf hat Zukunft" in den Ortsteilen Reiselfingen und zuvor in Göschweiler für die Zukunft sehr vieles von den Bürgern herausgearbeitet und umgesetzt wurde. In den Ortsteilen könnte man eigene Arbeitsgruppen bilden.

Bei der Vorstellung der Bürger – der Gemeinderat hielt sich dezent zurück – zeigte sich schnell, dass es viele Felder zu bearbeiten gibt, um auch in 20 Jahren das Städtle lebens- und liebenswert zu erhalten. Nicht nur der demografische Wandel, auch die Veränderung in der Gesellschaft erfordere das Zukunftsdenken. So stellte Werner Wassmer neben seiner Idee einer "Erlebniswelt Wutachschlucht" auch eine Einsegnungshalle für alle Konfession in den Raum. Karl Schwer zeigte die Probleme des öffentlichen Nahverkehrs in den Ortsteilen auf, Karlheinz Rontke möchte den Tourismus stärken.

Renate Sibold, Josef Willmann und Ute Kienzler nannten die Sozialpolitik, zu der neben der Nachbarschafts- hilfe auch eine Erweiterung der medizinischen Versorgung gehöre, und Dieter Butsch sieht das Problem der Zukunft in fehlenden Arbeitsplätzen. Moderator Philipp Heidiri konnte die aktiven Bürger animieren, aus der Vielzahl der Vorschläge zunächst drei Arbeitsgruppen zu bilden und in diesen gleich die ersten Gedanken auf Papier zu bringen.

Als nächsten steht ein Workshop zum Thema "Bauhofareal und Umgebung" am 27. November im Sitzungssaal des Rathauses an. Der zweite Bürgertisch soll am 11. Dezember in der Festhalle stattfinden. Beide Veranstaltungen beginnen um 19 Uhr. Jederzeit können interessierte Bürger in die Arbeitsgruppen einsteigen.