Von Gerold Bächle Löffingen. Begeisterung pur nach dem Unterricht: Nachdenken und Überdenken des eigenen Tuns, das rief die Unterrichtseinheit von Michaela Krebs, Referentin der Stiftung für private Überschuldungsprävention, in der Löffinger Werkrealschule hervor.Bereits zum zweiten Mal, so freute sich Rektor Gustl Frey, konnte mit Unterstützung der Volksbank e.G. in Löffingen mit zwei Unterrichtsstunden die finanzielle Bildung gestärkt werden. Die Neuntklässler Marcel, Nino, Aniel, Mike, Cindy, Ella, Julia und Tatjana zogen das positive Fazit dieses Unterrichts stellvertretend für ihre Mitschüler. Sie wissen jetzt, dass Schulden im Kleinen beginnen und sich schnell zu einem großen Berg auftürmen können.

Erstaunlich sei es, dass fast jeder Schüler die Bedeutung von Privatinsolvenz und den TV-Schuldenberater Peter Zwegat kennt, stellte die Referentin fest. Jeder sei für sich selbst verantwortlich und es gebe in der Realität keinen Schuldenberater, der alles zum Guten wendet, ohne selbst etwas dafür zu tun, betonte Tanja Frank, Leiterin der Unternehmenskommunikation. "Wenn eine Bank 50 Prozent der Schulden nachlässt, geschieht dies nur, weil das Fernsehen dabei ist", bestätigte der Löffinger Filialleiter Georg Mayer. Das Lebensmotto müsste also heißen: "Keine Schulden machen".

So lernten die Schüler, dass die Schulden beim Ausleihen von Geld beginnen, und sei es nur, um sich am Kiosk Kekse zu kaufen. "Gleich zurück bezahlen und nicht den Überblick zu verlieren", so lautete das Fazit der Schüler, die im Alter zwischen 14 bis 17 Jahre schon ganz konkrete Schuldenfallen kennen. Vor allem auch das Handy, so wurde ihnen klar, ist eine solche Falle.

"Augen auf beim Handyvertrag", rieten ihnen die Referenten, dies gelte auch später bei Ratenkäufen, wenn Angebote wie ein Roller, ein neues iPad oder neue Kleider locken. Den Budge-Plan führen die Schüler nun für sich ein. "Wir wussten überhaupt nicht, wie viel Geld und wofür wir es in der vergangene Woche ausgegeben haben", erklärte Nino. Bewusster mit dem Geld umzugehen, beim Kauf sich erst die Frage zu stellen, ob es notwendig ist und ob man es sich überhaupt leisten kann, das haben sich die jungen Leute zum Ziel gesetzt. Die Unterrichtseinheit hat ihnen aufgezeigt, versteckte Kostenfallen zu erkennen, um ihnen so manches Problem zu ersparen.

"Wir sind uns unsere Verantwortung nicht nur im wirtschaftlichen, sondern auch im sozialen und bildungspolitischen Bereich sehr bewusst", bestätigt Mayer von der Volksbank. Bei 22 Prozent der Jugendlichen sei das Konsumverhalten der Auslöser für Überschuldung. Da setze die Stiftung "Deutschland im Plus" mit ihrer Aufklärungsarbeit an. Rektor Frey könnte sich diese Aufklärungs- und Informationskampagne als regelmäßigen außerschulischen Unterricht vorstellen: "So lange die Schüler noch so begeistert sind und sie mit geregelten Finanzen ihr Leben meistern", zeigte er sich begeistert von dem Projekt.