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Von Gerold Bächle
Löffingen. Eine rundum gelungene Sache war der Öschabend 2012.
Erstaunlich, mit welcher Kreativität die fünf Öschzünfte das Publikum begeisterten. Heraus kam ein Programm, welches kaum Wünsche übrig ließ. Slapsticks, tänzerisches Können, Körperbeherrschung, Gesang und auch der kommunale Blick durch die närrische Brille – alles wurde hier geboten.
Gespannt zeigte sich mancher Narr auf den ersten Löffinger Aufritt des neuen Narrenvaters Matthias von Dungen, und dieser machte seine Sache perfekt.
"War das früher schön bei den alten Öschabenden, als die Halle noch mit Luftballons und Narrenfiguren geschmückt war", sinnierte Evelyn Heer. Doch der weniger ausgeprägte Hallenschmuck konnte das Geleistete auf der Bühne nicht schmälern. "In der neuen Halle ist es eben anders", erklärte Hermann Nägele, der "um die weiblichen Gäste zu beeindrucken" schnell sein Hemd aufknöpfte. Dieses Ansager-Duo war eine echte Bereicherung, es nahm kein Blatt vor den Mund und ließ auch heiße Eisen der Kommunalpolitik nicht außen vor.
Ideenreichtum prägte den Öschabend, der traditionell mit dem Fanfarenzug eröffnet wurde. Dann kamen sie, die Öschzünfte mit ihren Fastnachtsfiguren durch die Halle, um auf der neuen Bühne Präsenz zu zeigen. Schlag auf Schlag ging es dann: Lachen, Staunen und Genießen.
Eine ganz neue Seite zeigten die elf Unadinger Urhexen. Ihr Auftritt mit den grünen Brillen im Hexenhäs war beeindruckend und ließ nur erahnen, welche Konzentration und Körperbeherrschung hinter der Aufführung steckte. Unter dem Begriff "Kladaratatsch" standen Klatschvariationen, die es in sich hatten und von dem Publikum das Publikum noch lautstark "Zugabe" forderte. Richtig Konkurrenz machten die Rötenbacher Teufel der weltberühmten Blue Men Group, die mit Pfannen, Fässern und Regenrinnen für Akustik der besonderen Art sorgten. Angelehnt an das erste beheizte Freibad im Land schickte die Geißenzunft Dittishausen zwei "Synchron- Schwimmerinnen" ins Rennen: "Anmutende" Damen mit haarigen Beinen, die gelegentlich zwei linke Beine hatten und letztlich nur durch den Hai von ihrem Hobby abgebracht wurden.
Ob sich manch ein Gast beim Auftritt der Hansili (Diana Frei und Bianca Egle) an die Szenen Zuhause erinnerte? Der Song "Du lässt Dich gehen" stellten diese beiden imposant da. Nur gut, dass sich die graue Maus mit Bademantel und Lockenwickler dann doch noch zur Schönheit wandelte. Kreativ, tänzerisch top und mit entsprechendem Outfit zeigten sich auch die Feuerfunken aus Rötenbach und die Stiefelgarde aus Unadingen. "Vorbei sind die Gardetänze" – angesagt sind flotte Powerelemente entweder als Stiefelzirkus (Unadingen) oder als Kapitän Ahoi (Rötenbach), wobei die Feuerfunken gleich mit zwei Tänzen begeisterten.
Und dann waren noch die Stars unserer Kindheit (Narrenverein Bachheim), mit Biene Maja, Winnie Puuh, dem rosaroten Panter oder der Maus – nein, ihre Zeit ist noch längst nicht verstrichen, beim Öschabend waren sie wieder schwer gefragt und ließen so manche Kind- und Jugenderinnerungen wieder aufsteigen.
Abgerundet wurde der Öschabend durch die Band "Wälderblut", die vor, während und nach dem tollen Programm für Stimmung sorgte.