
Stuttgart - Sie warten. Nicht nur auf das neue Album, auch auf die Band. Es ist 21.17 Uhr, als das Licht in der Porsche-Arena erlischt, nur ein tiefblauer Schimmer auf der Bühne bleibt, und das Leuchten der Computerbildschirme. Limp Bizkit sind da. 4500 Fans außerdem.
Gitarrist Wes Borland und Bassist Sam Rivers treten aus der Kulisse, stehen am Bühnenrand. Das Griffbrett der Bassgitarre leuchtet rot, vor dem Pult von DJ Lethal hängt eine Deutschlandfahne. Dann ein Aufschrei: Fred Durst, weiße Baseballkappe, trabt auf seine Fans zu, die ersten Bierbecher fliegen auf die Bühne, die Halle tobt. Borland, in einem bizarren schwarzen Outfit, mit weißer Halbmaske, steht da und schlägt auf die Saiten seines Instrumentes ein. Fred Durst auf einer kleinen Vorbühne schreit ins Mikrofon, keine zwei Meter von der ersten Zuschauerreihe entfernt.
Ein hektisch pumpender Bass, finstere Gitarrenwut, düstere Samples, Loops, die klingen wie große Triebwerke. Dann Gitarrenakkorde metallischer Monotonie. Völlige Finsternis. Borland alleine auf der Bühne, grünes Leuchten.
Durst klettert hinab in die Menge und steigt auf eine Absperrung. Hände strecken sich ihm entgegen. Fans mit bloßen Oberkörpern drehen sich im Kreis, Nu-Metal-Polonaise. Fred Durst lobt: "You are fucking wonderful!" Zehn Songs zwischen Wut und Schwermut: "Walking away" beginnt getragen, Pete Townsends "Behind blue Eyes" ist die Hymne mit akustischer Gitarre und ehrfurchtsvollem Schweigen, andächtigem, einstimmigem Gesang aus der Halle.
Und der Abschied - nicht für lange natürlich: Limp Bizkit kehren zurück, für fünf weitere Songs. Nur auf das neue Album "Gold Cobra" - müssen die Fans noch warten.
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