Von Georg Borho Lauterbach. Nach seiner Generalsanierung konnte das Lauterbacher Gemeindehaus mit einem Festakt termingerecht eingeweiht werden. Gleichzeitig wurde auch die neue Heupelletsheizung im Schulgebäude in Betrieb genommen, mit der das Gemeindehaus über eine Fernwärmeleitung beheizt wird. Hierbei handelt es sich um ein förderungswürdiges Pilotprojekt.

Nach dem die sanierten und hellen Räume schon mal recht angenehm ins Auge stachen, stimmte der MGV "Sängerlust" Sulzbach unter der Leitung von Hans Schmalz die zahlreichen Besucher mit gepflegtem Chorgesang auf ihre Weise ein. Bürgermeister Norbert Swoboda erwähnte in seiner Begrüßung, "an Tagen wie diesen" lohne es sich, auf die Entstehungs- und Entscheidungsgeschichte dieses Herkulesprojekts etwas näher einzugehen.

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Bei Baubeginn im März dieses Jahres sei man, ohne die anteiligen Kosten der Heizzentrale, von Kosten in Höhe von 1,847 Millionen Euro ausgegangen. Inzwischen werde mit 1,785 Millionen Euro gerechnet. Hinzu kämen allerdings noch Kosten von voraussichtlich 404 000 Euro für die Heupelletsheizungsanlage, die ebenfalls um knapp 20 000 Euro unter dem Planansatz liegen.

"Unter dem Strich können wir feststellen, dass diese Investitionsmaßnahme insgesamt rund 2,17 Millionen Euro gekostet hat", sagte Swoboda. An Fördergeldern seien rund 1,4 Millionen Euro geflossen, davon 600 000 Euro aus dem Ausgleichsstock, rund 610 000 Euro aus der Städtebauförderung und 177 000 Euro aus dem Bioenergiewettbewerb und KfW-Förderung. Es verbleibe ein Eigenanteil von rund 783 000 Euro, den die Gemeinde zu tragen hat. "Mit Mitteln aus dem Ausgleichsstock bleiben wir unbegrenzt belastbar", so Swoboda.

Die günstige Kostenentwicklung während der Baumaßnahme sei zum einen ein Verdienst des Architektenbüros KTL Koczor-Teuchert-Lünz, Rottweil, dessen Bauleiter Georg Haas und nicht zuletzt auch des ehrenamtlichen Engagements zahlreicher Bürgerinnen und Bürger sowie der Bauhofmitarbeiter.

Dieses Engagement sei sowohl vom Bauhofleiter Norbert Broghammer als auch von seinem Mitarbeiter Volker Becker oftmals selbst an Wochenenden zu koordinieren gewesen. Allein durch diesen großen Einsatz hätten rund 45 000 Euro eingespart werden können, sagte Swoboda. Selbst auch der kleine Saal, der ursprünglich nicht saniert werden sollte, konnte letztlich auch noch komplett renoviert werden.

Landrat Wolf-Rüdiger Michel erwähnte in seinem Grußwort, mit der Sanierung des Gemeindehauses habe eine Herzensangelegenheit der Gemeinde Lauterbach ihr Ziel erreicht. Das Gemeindehaus sei schließlich Dreh- und Angelpunkt im kulturellen Leben der Gemeinde. Das zahlreiche, ehrenamtliche Engagement sei ein deutliches Zeichen dafür, dass in der Gemeinde "gelebte Demokratie" funktioniere.

Mit Hinweis auf das Vorzeige-Pilotprojekt Heupelletsanlage meinte Michel schmunzelnd: "Geld haben wir nicht wie Heu, aber für Heu".

Nach der offiziellen Schlüsselübergabe durch Wolfgang Teuchert nahmen Stadtpfarrer Rüdiger Kocholl von der Seelsorgeeinheit Schramberg-Lauterbach und Pfarrerin Heidrun Stocker von der evangelischen Kirchengemeinde die ökumenische Weihe vor. Kocholl bat den etwas verdutzten Bürgermeister Norbert Swoboda, ihm quasi als Ministrant zu assistieren und überreichte ihm Weihwasser und Pinsel.

Stocker zitierte Römer 11.12 und sagte mit eindringlicher Stimme: "Ist’s möglich, soviel an euch liegt, so habt mit allen Menschen Frieden".

Der Festakt wurde vom "Studio Marion" und einem anmutigen und begeisternden Auftritt der Ballettschule "Modern Dance" bereichert und die Sulzbacher "Sängerlust" intonierte zum Schluss signifikant "Zündet die Lichter der Freude an" und die "Zeit ist ein Geschenk".

Es schloss sich sowohl im Gemeindehaus, als auch im Raum der Heupelletsheizungsanlage in der Schule ein "Tag der offenen Tür" an.