Laut Ministerium Keine falsch gekennzeichneten Eier im Südwesten

dpa/lsw, 25.02.2013 12:08 Uhr

Stuttgart - Im Südwesten sind nach Angaben des baden-württembergischen Verbraucherministeriums bislang keine falsch deklarierten Hühnereier aufgetaucht. „Es liegen keine Erkenntnisse vor, dass Betriebe in Baden-Württemberg mit den Ermittlungen in anderen Bundesländern in Verbindung stehen“, sagte eine Sprecherin des Ministeriums am Montag in Stuttgart. Unklar sei jedoch im Moment, ob die betroffenen Betriebe Eier in den Südwesten geliefert haben. „Bislang gibt es noch keine Informationen darüber, gegen welche Betriebe ermittelt wird. Deswegen wissen wir auch nicht, welche Produkte konkret falsch etikettiert worden sind.“

Systematischer Betrug in Niedersachsen

Hintergrund sind Ermittlungen der Staatsanwaltschaft Oldenburg, wonach in Niedersachsen Eier systematisch als Bio- oder Freilandware verkauft worden sein sollen, obwohl die Hennen auf engstem Raum gehalten wurden. Auch Nordrhein-Westfalen und Mecklenburg-Vorpommern sollen betroffen sein. Der agrarpolitische Sprecher der Grünen im Landtag, Martin Hahn, kritisierte das falsche Kennzeichnen von Lebensmitteln. „In der Agrarindustrie werden in großem Stil Lebensmittel produziert, eingekauft, umdeklariert und mit hohen Gewinnen rücksichtslos verschoben“, sagte er.

„Sollte ein solcher Fall auch hier aufkommen, würde dies dem Image aller landwirtschaftlichen Betriebe schaden“, sagte ein Sprecher des baden-württembergischen Bauernverbandes. Den Verbrauchern empfiehlt der Verband, ihre Eier direkt beim Landwirt zu kaufen. „So kann man sich ein Bild davon machen, wo das Ei herkommt und wie die Hühner gehalten werden“, sagte der Sprecher weiter.

Im Südwesten nur 2000 bis 3000 Hennen pro Hof

Die artgerechte Haltung der Tiere in den Betrieben wird nach Angaben des Verbraucherministeriums Baden-Württemberg laufend „vom Stall bis zur Packstation“ kontrolliert. Für die Freilandhaltung von Hühnern sind mindestens vier Quadratmeter Auslauffläche pro Huhn vorgeschrieben. Freilandeier dürfen nur dann als „Bio“ in den Handel, wenn auch bestimmte Futtermittel-Auflagen erfüllt werden. Im Unterschied zu den großen Betrieben in Norddeutschland leben auf den meisten Höfen im Südwesten laut Ministerium nur 2000 bis 3000 Hennen.

 
 
Kommentare (2)
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FEB
25
Mike, 15:52 Uhr

BIO und seine Folgen

Wenn man einmal klar überlegt, muss es eigentlich jedem klar sein, dass nicht überall wo BIO draufsteht auch BIO drin sein kann. Die stetig wachsende Anzahl an BIO-Produkten dürfe wohl kaum auf dem normalen Wege produziert werden können. Weitere Skandale dürften daher wohl kaum auf sich warten lassen - leider!

FEB
25
Frank, 15:07 Uhr

Bio-Eier

Keine falsch deklarierten Eier im Südwesten ? Soll ich lachen ? Die verkaufen uns alle für dumm. Da kommt noch viel,viel mehr,da bin ich mir 100%-ig sicher.