Lahr - Die Lizenzen für den Lahrer Flughafen sind derzeit nicht in Gefahr: Das ist das Ergebnis eines Gesprächs im Regierungspräsidium Freiburg. Insolvenzverwalter und Stadt Lahr haben damit Zeit, eine Nachfolgelösung für die insolvente Betreibergesellschaft zu finden.

"Das Regierungspräsidium Freiburg sieht derzeit keinen Anlass, die Genehmigungen für den Lahrer Flughafen zurückzunehmen", berichtet Oberbürgermeister Wolfgang G. Müller über das Gespräch am Freitag mit Regierungspräsidentin Bärbel Schäfer, an dem auch der vorläufige Insolvenzverwalter, der Freiburger Rechtsanwalt Ulrich Nehrig, teilgenommen hat. Die Betriebspflicht ist zunächst bis einschließlich 24. Februar ausgesetzt, eine Verlängerung sei möglich und zu erwarten, so Müller.

Unabhängig davon bleibe eine Nutzung als Verkehrslandeplatz möglich. Das bedeutet, dass der Flugbetrieb mit Maschinen bis zu 14 Tonnen nach vorheriger Genehmigung weiterhin möglich ist.
Er, Müller, sei sich mit allen Beteiligten darüber einig, dass dieser Schwebezustand "endlich" sei: "Wir wollen und müssen im Laufe des Jahres eine Lösung erzielen", betont der OB.

Regierungspräsidium, Insolvenzverwalter und Stadtverwaltung würden sich im März erneut zusammensetzen und dann neu entscheiden, wie es weitergeht. Die Stadtverwaltung arbeite weiterhin mit Hochdruck an einer Ausschreibung, mit der eine neue Betreiberfirma für den Flugplatz gesucht werden soll. Der Schwanauer Unternehmer Martin Herrenknecht habe ihm gegenüber "wiederholt seine Bereitschaft für eine Interimslösung erklärt", so Müller: "Ich bin sicher, dass es uns gelingen kann, in der zur Verfügung stehenden Zeit eine Perspektive für eine Betreiberschaft aufzuzeigen, die tragfähig ist, die fliegerische Nutzung im bisherigen Umfang dauerhaft zu sichern." Das sei die Voraussetzung, um alle Lizenzen in eine neue Betreiberschaft zu übernehmen.

Drei Flugzeuge sorgen für Betrieb

Der Lahrer Flughafen hat zum einen eine Frachtfluglizenz, zum anderen eine eingeschränkte Pas­sa­gierfluglizenz für Europa-Park-Besucher.
Parallel prüfe Insolvenzverwalter Nehrig, inwieweit die Anforderungen zur Eröffnung des Insolvenzverfahrens erfüllt sind, so der Oberbürgermeister weiter.

"Nach aktuellsten Informationen" arbeitet auch die Integeral-Gruppe, bisherige Muttergesellschaft der Black Forest Airport GmbH, an der Realisierung des Nigeria-Projekts, so der OB weiter. Müller: "Auch wenn wir darauf alle nicht mehr die großen Hoffnungen setzen", wäre das laut Müller die »weitreichendste und deshalb bevorzugte Lösung«. Allerdings schließe sich dafür durch die Arbeiten an einem neuen Konzept mehr und mehr die Tür. Müller: "Das habe ich den Vertretern von Integeral klar gesagt".

Wie berichtet, geht der Betrieb auf dem Flugplatz in bescheidenem Umfang weiter. Dafür sorgen drei Flugzeuge der Firma Herrenknecht und eine Minimalbesetzung.