Kundenpolitik kritisiert Bei Fahrgästen spielt Thema kaum eine Rolle mehr

Michael Gerster, 01.05.2012 11:11 Uhr

Die neue Regelung, die inzwischen auch in Esslingen eingeführt ist, sei Ende November auch Thema im Fahrgastbeirat des Verkehrsverbunds Stuttgart (VVS) gewesen. Diesem gehört auch der VCD an. „Nicht versteckt, sondern als dritter Tagesordnungspunkt“, betont Schupp. Danach habe man die erneuten Einlassungen des VCD zwar zur Kenntnis genommen, aber keine Notwendigkeit für ausführliche Stellungnahmen mehr gesehen. „Wie sollen wir zu einem Thema in Dialog treten, das für uns längst erledigt ist?“, fragt Schupp. Schließlich hätten sich inzwischen auch andere Städte wie Hamburg oder Cottbus für den Vordereinstieg entschieden.

Während also zwischen VCD und SSB die Wogen noch mal hochschlagen, scheint das Thema bei den Fahrgästen kaum mehr eine Rolle zu spielen. Hätten sich in den ersten vier Monaten nach Einführung des Vordereinstiegs noch 350 Anrufer mit Fragen und Kommentaren gemeldet, beschwere sich heute kaum mehr jemand, sagt Schupp.

Eine Umfrage unserer Zeitung bei Busfahrgästen in den Stadtbezirken Möhringen und Degerloch scheint dies zu bestätigen. „Ich fahre seit einem Jahr regelmäßig auf dieser Strecke, aber der Vordereinstieg war bisher nie ein Problem“, sagt Alla Pollach, die auf dem Weg nach Hoffeld ist.

„Meist geht es reibungslos – nur für Senioren kann es gefährlich werden“, sagt eine ältere Dame, die anonym bleiben will. „Bis die zu ihrem Platz gefunden haben, ist der Bus meistens schon losgefahren.“ Sie plädiert deshalb dafür, den Hintereinstieg nicht nur für Rollstuhlfahrer und Fahrgäste mit Kinderwagen zuzulassen, sondern auch für betagte Menschen. Dass die SSB ihre Entscheidung noch mal grundsätzlich überdenken, glaubt sie dagegen nicht.

 
 
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