Kritik an Song „Wo sind“ Kein Verfahren gegen Naidoo und Kool Savas
dpa, 15.11.2012 16:56 Uhr
Xavier Naidoo (links) und Kool Savas
Foto: dapd
Mannheim - Die Musiker Xavier Naidoo und Kool Savas wehren sich gegen Vorwürfe der Volksverhetzung und Gewaltverherrlichung. Die Jugendorganisation der Partei Die Linke, die Linksjugend Solid, hatte Anzeige wegen des Liedes „Wo sind“ des Musikprojektes Xavas erstattet, weil dieses Gewalt verherrliche und schwulenfeindlich sei. In einer gemeinsamen Stellungnahme auf der Homepage des Projektes erklärte der Rapper Savas (37) am Donnerstag: „Ich möchte klarstellen, dass es nie die Absicht unseres Liedes war, Homosexualität und Pädophilie gleichzusetzen oder zur Gewalt gegen Menschen aufzurufen.“
Kein Verfahren
Die Staatsanwaltschaft Mannheim wird kein Ermittlungsverfahren gegen die Musiker Xavier Naidoo und Kool Savas einleiten. Es gebe keine Anhaltspunkte dafür, dass sich Naidoo und Savas mit ihrem Song über Ritualmorde an Kindern strafbar gemacht hätten, teilte die Behörde am Donnerstag mit.
Im Liedtext geht es in sehr vulgärer Sprache um pädophile Morde an Kindern. Es fallen Sätze wie „Ich bin nur traurig und nicht wütend. Trotzdem würde ich euch töten.“ Auch der Satz „Wo sind unsere Helfer, unsere starken Männer, wo sind unsere Führer, wo sind sie jetzt?“, ruft Kritik hervor. Naidoo (41) erklärte, der Ruf gelte natürlich „unseren aktuellen Führern“, also den Verantwortlichen in Politik, Medien und bei den Ermittlungsbehörden. „Es ist mir unverständlich, wie man das falsch interpretieren kann.“
Naidoo war als Achtjähriger missbraucht worden
Naidoo - der mit sanften Hits wie „Dieser Weg“ Erfolge feierte - verweist auch darauf, dass er als Kind selbst in die Hände eines Pädophilen geraten sei. Als Achtjähriger war Naidoo vom Gärtner seiner Tante missbraucht worden. „Wenn ich in meinem Leben eines erreichen möchte, dann, dass nie wieder Kinder auf diese furchtbare Weise ums Leben kommen.“
Das Lied ist als sogenannter Hidden Track auf dem aktuellen Album der beiden Musiker, taucht also nicht in der Songliste auf. Die Solid-Anzeigen waren bei mehreren Staatsanwaltschaften eingegangen.





Wo sind bitte was?
Ich habe schon immer am Zustand Naidoos gezweifelt, schätze ihn aber als Sänger und seine Eigenständigkeit. Wenn er nun fragt, wie man den 'Ruf nach einem Führer' falsch interpretieren kann, zeigt dies doch deutlichst, das religiöser Fundamentalismus mit faschistoiden Wahnvorstellungen einhergeht, ferner sagt mir das Lied, dass hier mit einer Plattitüde Kasse gemacht werden soll. Offenbar hat er erkannt, dass seine schwülen religiös verbrämten Kiffertexte niemand mehr vom Hocker reissen und er vor allem angesichts seiner Vorliebe für Sportwagen unglaubwürdig ist, und sich nun eine Thematik vorgenommen, die bekanntermassen in bestimmten Kreisen 'gut ankommt'. Mit Schwulenhetze aus religiösen Motiven lässt sich ein Publikum erreichen, das sonst eher nicht mit 'Popmusik' in Berührung kommt, mit der Pädophiliethematik gewinnt man die Todesstrafenfraktion und wenn dann noch der Ruf nach dem oder den Führern laut wird, hat man 50% der 'Deutschen' als Potentielle Kunden. Das rechnet sich, zumal man ja lange nichts mehr von ihm gehört hat. Es gab schon zu NDW Zeiten stilistische Entgleisungen und Nationalsozialistische Ansätze, allerdings konnten sich die DAFer noch mit Satire rausreden, Naidoo wird dies nicht gelingen.