Kreis Rottweil - Der Wintereinbruch kam nicht ganz unerwartet. Vielleicht ging er im Landkreis Rottweil ja deshalb relativ glimpflich über die Bühne.Unfälle wegen Schnee- oder Eisglätte hatte die Oberndorfer Polizei nach dem nächtlichen Wintereinbruch nicht zu verzeichnen. Dafür bereitete massiver Schneebruch vor allem auf der Landesstraße 415 zwischen Bochingen und Brittheim Forstleuten und Polizisten Kopfzerbrechen. Zunächst bildete ein quer über der Straße liegender Baum ein gefährliches Verkehrshindernis. Daraufhin wurde beschlossen, die L 415 für drei Tage komplett zu sperren, damit das Forstamt weitere, durch den schweren Schnee gefährdete Bäume fällen und beseitigen kann. Eine Umleitung ist eingerichtet. Auch auf der Strecke zwischen Bochingen und Sigmarswangen sägten Forstarbeiter herabhängende Äste ab.

"Die üblichen Unfälle bei solchem Wetter", vermeldete gestern der Rottweiler Polizeisprecher Josef Bronner. Ein Unfall mit Blechschaden ereignete sich in Rottweil, zwei weitere zwischen Zimmern und Horgen und ein vierter in Herrenzimmern. Verletze gab es keine, die Ursache war derweil immer dieselbe: Die Autos waren auf der schneebedeckten Fahrbahn ins Schleudern geraten.

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Bedingt durch den Schnee kam es gestern Morgen zu Staus auf den Einfallstraßen, ansonsten sei Rottweil glimpflich davongekommen, teilte Bronner mit. Vielleicht ja, weil der städtische Betriebshof laut Pressemitteilung mit 30 Mann im Einsatz ist, um die Straßen von Eis und Schnee zu befreien. In zwei Schichten werden rund 360 Kilometer Straßen und 220 Kilometer Geh- und Verbindungswege in Rottweil geräumt. Der Einsatz des Winterdiensts hatte gestern früh um 3 Uhr begonnen.

Im Bereich des Polizeireviers Schramberg gab es vor allem auf den Steigungsstrecken zwischen der Schramberger Talstadt und den umliegenden Höhen Probleme. So hingen trotz Einsatz des Räumdienstes in festgefahrenen Bereichen mehrere Lastwagen an unterschiedlichen Stellen fest.

Zu einem Unfall kam es gegen 8 Uhr auf der Kreisstraße zwischen Sulgen und Aichhalden im Bereich Ganters Kreuz. Dabei entstand nach Angaben der Polizei Sachschaden, Personen wurden nicht verletzt. Ein Schwachpunkt bei Schneefall während des morgendlichen Berufsverkehrs ist nach Worten von Revierleiter Erich Moosmann auch die Gemeinde Dunningen. Dort stand er zunächst selbst auf dem Weg zur Dienststelle am Kreisverkehr und kam nicht weiter. Probleme würden dort vor allem die zahlreichen Abzweigungen und Fußgängerfurten sowie die Steigung bereiten, so dass es sich dort vermehrt staue.

Auch auf der Autobahn 81 kam es zu drei Unfällen mit Blechschäden. Unabhängig voneinander gerieten ein leerer Autotransporter sowie zwei Autos ins Schleudern. Alle drei Rutschpartien ereigneten sich zwischen den Anschlussstellen Tuningen und Villingen-Schwenningen. Ein Autofahrer wurde dabei leicht verletzt.

Allerdings hat das Schmuddelwetter auch seine positiven Seiten: Freimachen gilt nicht, auch wenn der Winter gestern für Störungen im Zugverkehr sorgte und die Busse den Fahrplan großzügig abarbeiteten. Diese Erfahrung machten drei Schülerinnen der Dornhaner John-Bühler-Realschule, die eigentlich im Zug Richtung Rottweil sitzen sollten, um dort den vierten Tag ihres Praktikums bei der Polizeidirektion pünktlich zu beginnen. Stattdessen standen sie in Oberndorf am Bahnhof und meldeten das Transferproblem Reiner Herrmann, der sie bei der Polizei betreut. Dieser wiederum fragte bei den Kollegen in Oberndorf an, ob möglicherweise Fahrten anstünden – und siehe da: Wenig später saßen die Mädchen im Streifenwagen und wurden direkt an den Zielort "verbracht".

Dabei machten sie auch gleich die Erfahrung, wie es ist, wenn man nicht von draußen ins Polizeiauto schaut, sondern drinnen selbst Ziel neugieriger Blicke von Passanten ist.