Kreis Rottweil Zahl der Schnee-Unfälle hält sich in Grenzen
Stephan Wegner, Peter Wolf, Bodo Schnekenburger und Verena Schickle, 30.11.2012 09:03 UhrKreis Rottweil - Der Wintereinbruch kam nicht ganz unerwartet. Vielleicht ging er im Landkreis Rottweil ja deshalb relativ glimpflich über die Bühne.Unfälle wegen Schnee- oder Eisglätte hatte die Oberndorfer Polizei nach dem nächtlichen Wintereinbruch nicht zu verzeichnen. Dafür bereitete massiver Schneebruch vor allem auf der Landesstraße 415 zwischen Bochingen und Brittheim Forstleuten und Polizisten Kopfzerbrechen. Zunächst bildete ein quer über der Straße liegender Baum ein gefährliches Verkehrshindernis. Daraufhin wurde beschlossen, die L 415 für drei Tage komplett zu sperren, damit das Forstamt weitere, durch den schweren Schnee gefährdete Bäume fällen und beseitigen kann. Eine Umleitung ist eingerichtet. Auch auf der Strecke zwischen Bochingen und Sigmarswangen sägten Forstarbeiter herabhängende Äste ab.
"Die üblichen Unfälle bei solchem Wetter", vermeldete gestern der Rottweiler Polizeisprecher Josef Bronner. Ein Unfall mit Blechschaden ereignete sich in Rottweil, zwei weitere zwischen Zimmern und Horgen und ein vierter in Herrenzimmern. Verletze gab es keine, die Ursache war derweil immer dieselbe: Die Autos waren auf der schneebedeckten Fahrbahn ins Schleudern geraten.
Bedingt durch den Schnee kam es gestern Morgen zu Staus auf den Einfallstraßen, ansonsten sei Rottweil glimpflich davongekommen, teilte Bronner mit. Vielleicht ja, weil der städtische Betriebshof laut Pressemitteilung mit 30 Mann im Einsatz ist, um die Straßen von Eis und Schnee zu befreien. In zwei Schichten werden rund 360 Kilometer Straßen und 220 Kilometer Geh- und Verbindungswege in Rottweil geräumt. Der Einsatz des Winterdiensts hatte gestern früh um 3 Uhr begonnen.
Im Bereich des Polizeireviers Schramberg gab es vor allem auf den Steigungsstrecken zwischen der Schramberger Talstadt und den umliegenden Höhen Probleme. So hingen trotz Einsatz des Räumdienstes in festgefahrenen Bereichen mehrere Lastwagen an unterschiedlichen Stellen fest.
Zu einem Unfall kam es gegen 8 Uhr auf der Kreisstraße zwischen Sulgen und Aichhalden im Bereich Ganters Kreuz. Dabei entstand nach Angaben der Polizei Sachschaden, Personen wurden nicht verletzt. Ein Schwachpunkt bei Schneefall während des morgendlichen Berufsverkehrs ist nach Worten von Revierleiter Erich Moosmann auch die Gemeinde Dunningen. Dort stand er zunächst selbst auf dem Weg zur Dienststelle am Kreisverkehr und kam nicht weiter. Probleme würden dort vor allem die zahlreichen Abzweigungen und Fußgängerfurten sowie die Steigung bereiten, so dass es sich dort vermehrt staue.
Auch auf der Autobahn 81 kam es zu drei Unfällen mit Blechschäden. Unabhängig voneinander gerieten ein leerer Autotransporter sowie zwei Autos ins Schleudern. Alle drei Rutschpartien ereigneten sich zwischen den Anschlussstellen Tuningen und Villingen-Schwenningen. Ein Autofahrer wurde dabei leicht verletzt.
Allerdings hat das Schmuddelwetter auch seine positiven Seiten: Freimachen gilt nicht, auch wenn der Winter gestern für Störungen im Zugverkehr sorgte und die Busse den Fahrplan großzügig abarbeiteten. Diese Erfahrung machten drei Schülerinnen der Dornhaner John-Bühler-Realschule, die eigentlich im Zug Richtung Rottweil sitzen sollten, um dort den vierten Tag ihres Praktikums bei der Polizeidirektion pünktlich zu beginnen. Stattdessen standen sie in Oberndorf am Bahnhof und meldeten das Transferproblem Reiner Herrmann, der sie bei der Polizei betreut. Dieser wiederum fragte bei den Kollegen in Oberndorf an, ob möglicherweise Fahrten anstünden – und siehe da: Wenig später saßen die Mädchen im Streifenwagen und wurden direkt an den Zielort "verbracht".
Dabei machten sie auch gleich die Erfahrung, wie es ist, wenn man nicht von draußen ins Polizeiauto schaut, sondern drinnen selbst Ziel neugieriger Blicke von Passanten ist.




@Rainer Ballico
Es gibt einige Passagen in Ihrem Kommentar die vollkommen in Ordnung sind im Bezug auf die Chaoten und unbelehrbaren. Es ist aber völlig falsch die Mitschuld an Polizeibeamten und Streudienste zu suchen. Die Polizei würde gerne mehr tun ist aber aufgrund von Kürzungen im Etat personell völlig unterbesetzt, es fehlt am Nachwuchs ( wer lässt sich schon gerne für wenig Geld heutzutage verprügeln, beleidigen und verletzen ?? ). Die vorhandenen Polizeibeamten dürfen seit Monaten Überstunden in einem nicht unerheblichen Umfang leisten ( Demo S21 ). Streudienste, tja die vorhandenen Fahrer können sich nicht vierteilen und haben ihre Vorgaben. Im übrigen einfach mal einige Jahre zurück denken, damals wurde weniger gestreut. Es obliegt einfach auch an jedem einzelnen Verkehrsteilnehmer bei diesen Witterungen ordentliche Pkw Bereifung, defensives fahren etc. und früher los fahren . Was die Rowdys betrifft, wären die Bußgelder nicht so niedrig, sondern finanziell schmerzhafter, sowie längerer Führerscheinentzug, so wäre die Vernunft schneller vorhanden. Wir sollten es uns nicht zu einfach machen und die Schuld bei den Polizeibeamten oder Streudiensten suchen, sondern in vielen Dingen ist die Politik gefordert. Wer permanent Geld ausgiebt für weniger wichtige Dinge, der hat auch kein Geld mehr zur Verfügung für Sicherheit. Mit Verlaub, ich glaube einer der wenigen zu sein, der mit Respekt und mit Anstand Polizeibeamten gegenüber tritt.
Schneechaos und Schneechaoten
Einerseits muß man geschockt feststellen, daß auch am frühen Morgen des Zweiten 'Schneetages' am Freitag die Räumdienste offenbar beim Betriebsausflug, der Weihnachtsfeier oder in der Berufsschule waren. Donnerstagmorgen ein entgleister Wagen auf der B 462 in Höhe Sulgen, Freitag auf dem Überleiter von der B27 von Balingen her auf die B 14. Offenbar in beiden Fällen gottseidank ohne Personenschaden. Aber wie weit muss es denn kommen? Wenn die Räum- und Streudienste, die wir schließlich längst bezahlt haben, nicht funktionieren, fragt man sich: 'Wollen die uns verarschen?'. Muss es erst Tote geben, bis was passiert? Andererseits sind da auch die Manager, Verschlafer und Hobby-F1-Fahrer, die die neue Wetterlage ignorieren, und weiterhin immer schön 'hart am Gas' fahren. So sehe ich fast täglich den gleichen blauen Fiat, der es gar nicht so eilig haben kann. Er muss aber überholen. Zwanghhaft. Auch wenn wir nach 20 Kilometern an der Ampel, der Kreuzung oder wo auch immer, doch wieder dicht beieinander sind. Mit anderen Worten: Der Winter verlangt Opfer. Weil die Verantwortlichen den Streu- und Räumdienst bewusst vernachlässigen. Und auch, weil die Polizei happy ist, wenn sie in Radarfallen mal Raser erwischt. Aber die wirklich gefährlichen Typen rasen dann, wenn sie wissen, daß zu der Zeit und an dem Ort sowieso nicht kontrolliert wird. Es wäre schön, wenn die Verantwortlichen mal versuchen würden, sich vorzustellen, wie es ist, wenn sich der Wunsch, einfach nur zur Arbeit zu fahren in Todesangst wandelt. Wo ist am frühen Morgen die Polizei????? Wer das Leben anderer gefährdet, gehört aus dem Verkehr gezogen. Aber das ist NICHT MEIN Job. Dafür gibt es bezahlte Beamte. Und die sollten langsam mal was tun!