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Kreis Rottweil Ja für Helios, Aus für Schramberg

Armin Schulz, vom 28.02.2011 21:20 Uhr
Unter anderem um dieses Krankenhaus geht es: die Klinik in Schramberg. Helios will es dicht machen, Ameos zusammenm mit Rottweil weiter betreiben. Foto: sb
Unter anderem um dieses Krankenhaus geht es: die Klinik in Schramberg. Helios will es dicht machen, Ameos zusammenm mit Rottweil weiter betreiben. Foto: sb
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Kreis Rottweil - Die Entscheidung über die Zukunft der Kliniken im Kreis Rottweil ist gefallen. Der Berliner Klinik-Konzern Helios hat den Zuschlag erhalten. 25 Räte stimmten dafür, 18 dagegen. Das bedeutet das Aus für die Schramberger Klinik. Der Entscheidung ging eine mehrstündige Debatte voraus. Ob der Beschluss juristisch wasserfest, wird sich noch erweisen müssen. Es gilt als sicher, dass der unterlegene Betreiber, Ameos, die Gerichte anrufen wird.

Kurz vor 18 Uhr hatte die Aussprache begonnen. Kreisrat Georg Schumacher sprach sich im Namen der Mehrheit der CDU-Fraktion für Helios aus, ebenso wie Thomas Engeser für die Freien Wähler. Die SPD-Fraktion, für die Ruth Hunds redete,  zeigte sich gespalten: drei für Ameos, zwei für Helios. Dieter Kleinmann ließ wissen, dass sich die FDP mehrheitlich für Helios entschieden habe. Bernd Richter und Alois Fleig von der ÖDP sprachen sich für Ameos aus, Max Burger und Reiner Hils von den Grünen für Helios. Mit Applaus quittierten die etwa 600 Zuhörer die Ankündigung von CDU-Kreisrat und Landtagsabgeordnetem Stefan Teufel, für Ameos stimmen zu wollen.

Der heutigen entscheidenden Sitzung ist ein jahrelanges Ringen um die Zukunft der Kliniken vorausgegangen. Schon einmal hätte es der Durchbruch in der bislang vermurksten Geschichte der Kreiskliniken im Landkreis Rottweil werden sollen. Das war im Juli vergangenen Jahres. Die Kreisräte kamen in der Stadthalle Rottweil zusammen, um über eine eventuelle Privatisierung der Krankenhäuser abzustimmen, in die von Jahr zu Jahr immer mehr Geld gepumpt werden mussten, um die Defizite in Millionenhöhe auszugleichen. Die Abstimmung endete im Desaster. Nach stundenlangen Beratungen und einem Abstimmungsmarathon stand der Landkreis vor einem Scherbenhaufen, so gut wie vor dem Nichts.

Wie es dazu kam? Ursache sind damals wie heute lokalpatriotische Egoismen, die sich ausbreiten können, weil niemand da ist, der sie eindämmt. Landrat Wolf-Rüdiger Michel, der die Debatte lenken und leiten sollte, ist dafür offensichtlich nicht in der Lage. Die Fraktionen sind in sich zerstritten, der CDU-Fraktionschef Martin Maurer aus Schramberg versteht es am besten, in dieses politische Vakuum mit Schramberger Forderungen und Interessen zu stoßen.

Am 26. Juli haben die Kreisräte, wie heute, die Wahl zwischen zwei Unternehmen, die die Kliniken, damals war auch noch das Oberndorfer Haus mit im Boot, in Eigenregie führen wollen. Es sind dies MediClin und Helios. Ja, auch Helios, ist darunter. Und schon damals macht der Konzern mit Sitz in Berlin keinen Hehl daraus, das Schramberger Haus schließen zu wollen. Damals wie heute muss Helios dafür massive Anfeindungen aus der Schramberger Fraktion erleiden.

Kommentare (9)
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MRZ
01
13:18 Uhr, geschrieben von Frankone
Was soll man noch wählen ?
Nach dieser katastrophalen Entscheidung für den Landkreis kann man aber auch keine Partei mehr wählen. Nicht mal mehr die SPD ist wählbar, billigt deren Fraktionsvorsitzende doch 350 Entlassungen. Ob der Mehrheiten in der CDU die Stimme von Herrn Teufel pro Ameos nur Wahlkampf war, lasse ich jetzt mal dahingestellt. Bilde sich jeder sein eigenes Bild, meine Meinung WahlkRampf. Der grüne Burger hätte sich eigentlich enthalten müssen, war doch er der, der am Meisten gegen die Privatisierung aufgeschrien hat. Und von den freien Wählern um ihren Ex-OB Engesser weiß man ja, das Essen damals in der Heliosklinik in Überlingen scheint geschmeckt zu haben. Eine Katastrophe für 350 Mitarbeiter und deren Familien !
MRZ
01
00:22 Uhr, geschrieben von Robert Böhler
Raus aus diesem Kreis!
Die Abstimmung der Kreisräte und der Zustimmung zu Helios zeugt wahrlich von einer tollen Solidarität einer Kreisgemeinschaft. Da wurde nun mehrheitlich für Helios gestimmt, nach dem Motto "Lieber ein Ende mit Schrecken, als gar kein Ende". Schließlich hat Helios ja das bessere Matrix-Ergebnis erreicht. Wenn denn der Schrecken für alle Beteiligten über kurz oder lang nur nicht zu groß wird! Entlassungen drohen ja nicht nicht nur in Schramberg, sondern auch in Rottweil wie wir wissen. Abfindungen müssen bezahlt werden, deren genaue Höhe noch ungewiss ist, von Prozessen um verlorene Arbeitsstellen ganz zu schweigen. Und was die Helios-AG nach 2013 mit den Beschäftigten macht weiß noch keiner. Sozialer Unfrieden unter den Beschäftigten im neuen und nun einzigen Krankenhaus des Kreises ist vorprogrammiert. Die Ameos AG wird, wie man hört , vermutlich gegen diese Entscheidung klagen. Armer Kreis Rottweil... wenn die auf den Kreis zukommende Kostenlawine nur nicht größer wird, als sich mancher heute vorstellen kann. Bei dieser Art von Solidarität können wir abgehängten Schramberger samt Umland gut und gerne auf Rottweil als Kreisstadt verzichten. Drum empfehle ich - raus aus diesem Kreis! Viel schlechter als im Kreis Rottweil kann es uns in einem Nachbarlandkreis auch nicht gehen.
FEB
28
23:35 Uhr, geschrieben von udo fischer
entscheidung krankenhaus
Kreistagsmitglieder, mein lieber Herr (deutscher) Michel, leider kann man sie heute nicht beglückwünschen. Es ist völlig unverständlich wie sie zu dieser heutigen Entscheidung kommen. Ein schwarzer Tag für den Landkreis Rottweil, dem Kreisrat, allen Wahlberechtigen, die sie gewählt haben. Vernünftige Angebote, die dem GESAMTEN KREIS RW gut täten, von Anemos ignorieren, Helios zu immensen Gewinnspannen ohne Rücksicht auf Arbeitsplätze zu verhelfen, Glückwunsch. Da wundere ich mich nicht, dass junge Menschen und alle Beschäftigten im Krankenhaus Rotteil und Schramberg weder zu einer Wahl oder zur Übernahme kommunaler Aufgaben motiviert werden können. Glückwunsch zu dieser nicht zu verstehenden Entscheidung zur regionalen und politischen Zukunft. Eine Entscheidung für Politikverdrossenheit, gegen vernünftigen Menschenverstand und der Übernahme kommunaler Aufgaben. (Deutschland-)Michel wird wahrscheinlich aufgrund des althergekommenes Wahlrecht wieder gewählt. Ihr Räte, die, die Entscheidung unterstützten, hoffentlich nie wieder. Und, dass niemand von euch möglichst schnell in ein Krankenhaus kommen muss, die in der Nähe von Schramberg wohnen. Auf die maximal 15 vorgegeben Minuten vom Landtag bin ich gespannt. Meine einzige Hoffung beruht nun auf den rechtlichten Einspruch von Ameos. Richter halten sich an vorgebene Kriterien, an keine von Hans-Wurst-verfasste-Matrix, sondern Vernunft und Notwendigkeiten. Herzliche Grüße, an euch Kreisräte sicherlich nicht, Udo Fischer, Rötenberg
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