Kreis Rottweil - Der SV Seedorf und SV Irslingen setzen auf der Zielgeraden der Bezirkliga 2012 noch zu einem eindrucksvollen Sprint an.

Standen die Irslinger zuvor beim 1:1 in Schwenningen (BSV) sehr stabil in der Defensive, begründete Siegfried Rau den 4:2-Erfolg gegen die SpVgg Bochingen, es war der zweite Heimsieg in Folge, folgendermaßen: "Nach dem 2:2 haben wir die bislang beste Offensivleistung gezeigt, dabei unsere schnellen Offensivkräfte optimal eingesetzt." Der SVI-Trainer geriet bezüglich der Entstehung des 3:2 auch Tage danach noch ins Schwärmen: "Das Tor war sensationell herausgespielt – fast wie aus dem Lehrbuch. Dadurch konnten auch noch die letzten Kräfte mobilisiert werden." Philipp Ettwein spielte mit Julian Link auf Außen einen doppelten Doppelpass. Links ansatzlose Traumflanke vollendete Stefan Schatz mit einem Kopfballtor, das seine Elf zum dritten Mal in Front brachte und dem Kontrahenten somit endgültig den Zahn zog. Rau gefiel zudem, wie die Elf seine taktischen Vorgaben zu 100 Prozent umsetzte, trotz zweier Rückschläge Moral zeigte.

Auf den Leistungen der letzten beiden Spielen ließe sich, weiteren Aussagen des Trainers zufolge zwar aufbauen. Um in dieser Liga zu bestehen, müsse seine Elf aber stets ans Limit gehen. Der Bezirksliganeuling distanziert sich mit zwei Zählern von den Abstiegsrängen, hinkt seiner Grobplanung mit 16 Punkten leicht hinterher.

Im Vergleich zum SVI lieferte der SV Seedorf im Rundenverlauf fünf Argumente mehr pro sorgenfreie Rückrunde. Die Elf von Trainer Gerd Schneider stockte ihr Punktekontingent in den vergangenen drei Spielen auf 21 Zähler auf. Vor seinem spielfreien Wochenende hatte die Ausbeute des SVS bei Niederlagen in Gosheim und Schwenningen dagegen noch äußerst mau ausgesehen. "Wir konnten die letzten drei Spiele mit der gleichen Formation bestreiten, uns so besser einspielen", war Schneider erleichtert, dem zuvor phasenweise wichtige Spieler verletzungsbedingt nicht zur Verfügung gestanden hatten.

Ein Fingerzeig, wo die Reise mit den Winterverstärkungen Marco Tümpel – der Torjäger stellt seine Fertigkeiten derzeit in den Übungseinheiten eindrucksvoll unter Beweis – und Christian Burgbacher in der Rückrunde noch hingehen könnte, lieferte die vorletzte Partie in Seitingen-Oberflacht. Der SVSO hatte vor dem Duell sechs Spiele in Folge ohne Punktverlust und Gegentor bestritten. "Wir waren clever aufgestellt, sind defensiv sicher gestanden und haben durch eine kämpferische Leistung auch das notwendige Glück erzwungen", so Seedorfs Coach. Bei der aktuellen Null-Nummer im Heimspiel gegen den SV Spaichingen waren sich Schneider und sein Spaichinger Trainerkollege Nico Vetere einig, dass es sich um eine gerechte Punkteteilung handelte.

Trotz leichten Aufwärtstrends traten die Epfendorfer mit drei Remis zuletzt auf der Stelle. Der Fußballclub zeigte sich nach dem Rücktritt von Trainerduo Uli Fischer/Sevket Manyas dennoch in einer guten Verfassung und stürzte den seit dem dritten Spieltag als Spitzenreiter geführten SV Villingendorf im Derby vom Thron. Dadurch blieb FCE-Interimscoach Markus Fuchs auch in seinem zweiten Spiel ungeschlagen.

Zu erwähnen bleibt die vorbildliche Art und Weise, mit der die Trennung von Statten ging. Epfendorfs Vorsitzender Thorsten Sackmann beteuert: "Allen Beteiligten ist die Entscheidung nicht leicht gefallen. Im Prinzip hatten wir ja viereinhalb Superjahre. Wir haben ein Gespräch gesucht, in dem alle Beteiligten ihre Ansichten geäußert haben und schlussendlich auf einen gemeinsamen Nenner gekommen sind". Uli Fischer und Sevket Manyas spielten zu Landesligazeiten selbst noch aktiv für den FC Epfendorf, leisteten quasi einen Freundschaftsdienst, als sie das Team damals in der Kreisliga B übernahmen und innerhalb kürzester Zeit wieder auf Bezirksebene etablierten.