Kreis Freudenstadt Berufs-Chancen für junge Spanier

Schwarzwälder-Bote, 31.07.2012 09:02 Uhr

Kreis Freudenstadt - Manche Handwerksbetriebe in der Region wären bereit, auch junge Spanier einzustellen. Vorausgesetzt, bestimmte Bedingungen sind erfüllt, beispielsweise deutsche Sprachkenntnisse.

Dies ist das Ergebnis einer Umfrage der Handwerkskammer Reutlingen. Letztere hat bei allen rund 9000 ausbildungsberechtigten Betrieben in den Landkreisen Freudenstadt, Reutlingen, Sigmaringen, Tübingen und Zollernalb versucht herauszufinden, ob sie auch zu eher ungewöhnlichen Maßnahmen greifen werden, um ihren Fachkräftebedarf zu decken.

"Gespräche mit Handwerksunternehmen haben in den vergangenen Monaten gezeigt, dass die Themen Lehrlingsmangel und Fachkräftebedarf zunehmend an Bedeutung gewinnen", erläutert Joachim Eisert, Hauptgeschäfts- führer der Handwerkskammer Reutlingen.

Bei der jüngsten Lehrstellenumfrage der Handwerkskammer wurde eine zusätzliche Frage gestellt: "Wollen Sie junge Spanier einstellen?" Insgesamt 251 Betriebe haben auf diese Frage mit "Ja" geantwortet. Allerdings knüpfen die Betriebe unterschiedliche Voraussetzungen an eine Einstellung. So dürfte zum Beispiel einer der Gründe für die insgesamt zurückhaltende Beteiligung an der Umfrage sein, dass zumindest in den kundennahen Handwerken die Beherrschung der deutschen Sprache als unverzichtbar gilt. Immerhin 47 Betriebe würden jedoch junge Spanier auch unabhängig von ausreichenden Sprachkenntnissen einstellen.

Die überwiegende Zahl der Betriebe, 125, würden hingegen auf junge Spanier nur dann zurückgreifen, wenn ausreichende Sprachkenntnisse vorhanden sind – und wenn gleichzeitig zusätzlich Fördermittel gewährt werden.

Es gehe der Handwerkskammer Reutlingen, wie diese weiter mitteilt, nicht primär um ein soziales Projekt zugunsten arbeitsloser junger Spanier, sondern um den Versuch, Handwerksbetrieben bei der Suche nach dringend benötigten Arbeitskräften behilflich zu sein.

Eisert: "Die Handwerkskammer wird sich nicht um die sozialpädagogische Betreuung und die Vermittlung von Unterkünften kümmern können." Das müsse der interessierte Betrieb im Falle einer erfolgreichen Vermittlung selbst tun.

Die Handwerkskammer will die interessierten Betriebe nach der Sommerpause verstärkt mit Informationen versorgen. Geplant ist eine Veranstaltung mit Vertretern der spanischen Botschaft, der Arbeitsverwaltung sowie der Rechts- und der Ausbildungsabteilung der Handwerkskammer.

 
 
Kommentare (2)
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AUG
01
Arbeitslose Fachkraft, 10:08 Uhr

Die sind halt billiger als die Deutschen...............

Immer schreien, es gibt keine Fachkräfte mehr. Richtig ist aber es gibt keine Fachkräfte mehr wo für das Geld arbeiten wo die Unternehmen einem bieten, es gibt auf dem Arbeitsamt genug Fachkräfte wo halt erwarten, dass Sie ihrer Vor- und Ausbildung entsprechend bezahlt werden, damit sie ohne staatliche Unterstützung leben können. Die Ansprüche der Ausländer wachsen auch, wenn Sie die dicken Autos und Häuser der Deutschen sehen, dann werden die auch mal nicht mehr nur mit 5 Euro sich zufrieden geben und mehr fordern. Die haben ja auch hohe Kosten in Deutschland wie hohe Miete, Nebenkosten und Strom und wenn die merken, dass sie das nicht bezahl bekommen gehen die wieder heim. Aber es gibt ja noch Afrika und andere Kontinente wo es billige Ware für deutsche Firmen gibt.

JUL
31
Zeitungsleser, 20:09 Uhr

Gastarbeiter

Es gibt genug Arbeitskräfte in FDS! Damit die Unternehmen Geld sparen können, holte man zuerst die Ostdeutschen, dann die Rumänendeutsche, Polen und Rußlanddeutsche, und wie es aussieht holt man jetzt die Bukgaren und Spanier! Meine Frau und ich ziehen jetzt in den Raum Stiuttgart weil wir hier keine Arbeit bekommen!