Kreis Calw - Es schien fast schon zu einer unendlichen Geschichte zu werden. Mit René Skiba beschäftigte sich schon der zweite Tourismusbeauftragte mit dem Thema. Doch jetzt ist es soweit: Der Kreistag hat in einem Grundsatzbeschluss grünes Licht für die Gründung der Tourismus GmbH im Kreis Calw gegeben.Dass der Tourismus im Kreis Calw ein wichtiger Wirtschaftsfaktor ist, das betonte Calws Landrat Helmut Riegger schon kurz nach seinem Amtsantritt. Und um diesen Wirtschaftsfaktor der Region in Zukunft besser vermarkten zu können, propagierte Riegger schon in den ersten Monaten seiner Amtszeit die Gründung einer Tourismus GmbH, die die Kräfte der Branche bündeln soll.

Das Ziel war also klar, doch der Weg dorthin erwies sich als steinig. Zwischenzeitlich rückte man von der großen Nordschwarzwald-Lösung ab und konzentrierte sich darauf, erst einmal alle Kommunen im Kreis Calw für diese GmbH zu gewinnen. Und auch das brachte Probleme mit sich. Und diese Probleme waren so groß, dass Landrat Helmut Riegger Mitte des Jahres sogar das Aus für die Tourismus GmbH in den Raum stellte.

Ein halbes Jahr später kann Riegger nun verkünden, dass alle Kommunen und auch die Hotellerie und Gastronomie des Kreises in Form des Hotel- und Gaststättenverbands im Kreis mit im Boot sind. Und jetzt machten der Landkreis, sein Landrat und sein Tourismusbeauftragter René Skiba Nägel mit Köpfen. Dem Calwer Kreistag legten sie zu dessen jüngster Sitzung nicht nur den Grundsatzantrag für die Gründung einer Tourismus GmbH, sondern auch gleich ein fertig ausgearbeitetes Konzept der GmbH vor.

Demzufolge steht die Gesellschafterstruktur bereits fest. Der Landkreis soll 25 Prozent der Anteile halten und einen jährlichen Beitrag von 285 000 Euro leisten. Auf alle weiteren Gesellschafter sollen Anteile von je 15 Prozent und ein jeweiliger Beitrag von 50 000 Euro entfallen. damit würde die Gesellschaft über ein Budget von 535 000 Euro verfügen. Von diesem Geld sollen laut Konzept 300 000 Euro auf das Marketing entfallen, 180 000 Euro auf das Personal und 35 000 Euro auf Büro, Verwaltung und Organisation.

Die weiteren Gesellschafter sollen Bad Herrenalb (mit Dobel), Bad Liebenzell, Schömberg, das Enztal (Bad Wildbad, Enzklösterle und Höfen), sowie das Nagoldtal (Altensteig, Bad-Teinach-Zavelstein, Calw, Nagold, Neubulach, Neuweiler und Wildberg) sein.

Als Ziel der neuen Gesellschaft formuliert der Landkreis die zielgerichtete und strategische Vermarktung der touristischen Interessen der gesamten Region. Dazu soll ein klares Profil der Tourismusregion Kreis Calw ausgearbeitet und die Themenfelder wie Wellness oder Aktivtourismus professionell aufgearbeitet werden. Davon verspricht man sich nicht nur eine bessere Wahrnehmung bei den potenziellen Kunden sondern auch eine erhöhte Wahrnehmung gegenüber der Schwarzwald Tourismus GmbH und dem Tourismus-Marketing Baden-Württemberg.

Der Kreis versteht sich dabei laut Konzept als "Impulsgeber und Koordinator", der die Interessen der einzelnen Gesellschafter bündelt, untereinander abstimmt und "die professionelle Entwicklung der Gesellschaft" voranbringt, wie es in dem vorgelegten Konzept heißt.

Im Kreistag stieß dieses vorgelegte Konzept durchweg auf Zustimmung. Allerdings betonten alle Redner, dass es unerlässlich für den Erfolg der Tourismus GmbH sei, dass auch die privaten Leistungsträger im Tourismus sich in die Gesellschaft einbringen. Das soll in Form eines noch nicht festgelegten finanziellen Beitrags zum Marketing-Budget erfolgen. Im Gegenzug sollen die "touristischen Leistungsträger" einen Sitz im Aufsichtsrat bekommen.

Dem Grundsatzantrag zur Gründung der GmbH sowie dem vorgelegten Konzept stimmte der Kreistag in seiner jüngsten Sitzung mit großer Mehrheit zu. Die tatsächliche Gründung der Tourismus GmbH soll im ersten Halbjahr 2013 erfolgen.