Stuttgart - Krankheiten, die auf falsche Ernährung und zu wenig Bewegung zurückzuführen sind, kosten die gesetzlichen Krankenkassen Millionen. Deshalb unterstützen die Kassen alles, was als gesund gilt – mit Zuschüssen und Prämien.

Wer gesund ist und es bleiben will, wird belohnt – von den gesetzlichen Krankenkassen. Zum einen weil sie gesetzlich dazu verpflichtet sind, Vorsorgeangebote zu fördern. Vor allem aber, weil es sie selbst Geld spart. Denn viel Bewegung senkt das Risiko gesundheitlicher Probleme wie Diabetes oder Herzinfarkt.

Laut dem Präventionsbericht 2011, der im März dieses Jahres veröffentlicht wurde, gaben die Krankenkassen im Jahr 2010 für ihre sportlichen Mitglieder 302,5 Millionen Euro aus, was etwa 4,32 Euro pro Mitglied entspricht. „Damit gaben die Krankenkassen fast zwei Drittel mehr aus, wie sie eigentlich müssten“, sagt Andreas Czych vom Informationsportal Krankenkassen.de. Gesetzlich vorgeschrieben sind lediglich 2,86 Euro.

Für jeden Punkt gibt es am Jahresende Geld oder Prämien

Die Förderung funktioniert bei den Kassen meist über ein Bonus-Punkte-System: Für bestimmte Leistungen wie die Teilnahme an Kursen oder die Mitgliedschaft in Fitnessstudios gibt es Punkte, für jeden Punkt gibt es am Jahresende Geld oder Prämien. Außerdem werden bei manchen Krankenkassen die Gebühren für Kurse bei geprüften Anbietern ganz oder teilweise erstattet. Generell gilt: Bei der Kasse erkundigen, bevor ein Kurs gebucht wird.

Tatsächlich kann es sich laut Krankenkassen.de durchaus lohnen, die Kasse zu wechseln, falls einem die Sportförderung der eigenen nicht zusagt: „Für die Krankenkassen sind diese Präventionsangebot eine Chance, sich voneinander abzuheben“, sagt Czych. Nicht nur, dass sie sich oft mit unterschiedlich hohen Beträgen an den Kosten von externen Gesundheitskursen beteiligen. „Teilweise haben die Kassen Kooperationen mit regionalen Anbietern, was sich für den Einzelnen durchaus auszahlen könnte.“

 
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