Konstanz - Eigentlich geht sie erst im Januar los, die traditionelle Fasnet in Baden-Württemberg. Dennoch heißt es für viele Zünfte im Südwesten am Sonntag (11. November) wieder: „Es goht degege“ - es geht wieder in Richtung der fünften Jahreszeit.

So lädt beispielsweise im Landkreis Ravensburg die Weingartener Plätzlerzunft um Punkt 11.11 Uhr zur traditionellen Martinisitzung, die Aulendorfer Narren stimmen sich beim Frühschoppen auf die kommende Fasnet ein. Auch im Bodenseekreis wird am 11. November an vielen Orten gefeiert.

Allerdings hätten die Veranstaltungen in der Region „keinen offiziellen Charakter“, sagt der Präsident des Alemannischen Narrenrings, Charlie Maier. Der Verband vertritt 87 Zünfte aus den Regionen Allgäu, Bodensee und Oberschwaben-Donau. Hier beginne die Fastnacht traditionell am 6. Januar und gehe bis zum Fasnetdienstag. „Der 11.11. kommt eigentlich aus dem rheinischen Karneval“, sagt Maier. „In den Hochburgen dort geht ja die Post ab.“

Dass viele Zünfte im Südwesten den Brauch teilweise übernommen hätten, sei zwar nichts Verwerfliches, habe aber mit schwäbisch-alemannischer Fasnet nichts zu tun. In Freiburg ziehen nach Angaben der Breisgauer Narrenzunft morgens die Fasnetrufer mit einem Fass Bier vor das Rathaus und lassen das erste Narrenbier anzapfen. Am Abend verkündet der Münsternarr dann das Motto für die kommende Fasnet.

In Heidelberg treffen sich die „Kurpfälzer Trabanten“ und andere Narren am Sonntag am Hauptbahnhof, um pünktlich um 11.11 Uhr die närrische Jahreszeit einzuläuten. Das Rathaus der Stadt wird erst am Rosenmontag gestürmt. In der Heidelberger Nachbarstadt Eppelheim stürmen die Narren dagegen bereits an diesem Sonntag das Rathaus.

 
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