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Königsfeld Technischer Meilenstein im Kurort

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Nach langer Vorlaufzeit erfolgt der erste Spatenstich durch Rainer Haas (von links), Olaf Wuttge-Greimel, Markus Skrypitz, Fritz Link, Dietmar Doser, Nico Schwarzwälder und Reiner Ketterer. Foto: Vaas Foto: Schwarzwälder-Bote

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Das "Beschleunigte Verfahren" hat lange gedauert. Zweimal beschäftigte sich der Petitionsausschuss des Landtags mit dem Bauvorhaben. Jetzt erfolgte der symbolische erste Spatenstich. Eine wegweisende Passivhauswohnanlage kann an der Buchenberger Straße entstehen.

Königsfeld. Dietmar Doser, Geschäftsführer der Bau- Hand werker-Vereinigung (BHV), betonte: "Wir sind froh, dass es los geht auf diesem schönen Platz". Von den fünf Einheiten sind bereits zwei im Erdgeschoss verkauft. Für die weiteren drei Wohnungen gibt es Kaufinteressenten, freute er sich.

Bürgermeister Fritz Link sprach von einem denkwürdigen Tag. Es sei der Schlusspunkt eines vierjährigen Bebauungsplanverfahrens. Das Vorhaben wurde sehr kontrovers diskutiert. "Es hat sich gelohnt", bilanzierte er. Es sei ein Projekt der Innenentwicklung, die Brachfläche gehöre zum Innenbereich und sei bereits voll erschlossen. Der Gemeinderat habe ein "Beschleunigtes Verfahren" für die notwendige Bebauungsplanänderung beschlossen und diese innerhalb von sechs Monaten auf den Weg gebracht. Statt mit dem Bau beginnen zu können, kam aber der Widerspruch, was ein legitimes Recht sei. Es gab zwei Petitionsverfahren des Landtags. In beiden Fällen sei die Gemeinde zu Hundert Prozent bestätigt worden.

"Wir haben uns an Recht und Gesetzt gehalten", unterstrich Link. Das Vorhaben sei wichtig für die Weiterentwicklung von Königsfeld. Die moderne, intelligente Haustechnik sei ein weiteres Modellprojekt des Bauträgers und setze Maßstäbe für zukunftsorientiertes Bauen. Die BHV habe langen Atem ­bewiesen.

Laut Architekt Reiner Ketterer steckt viel Kraft und Energie in diesem Vorhaben. Der Versuch, emissionsfreie Häuser zu bauen, tue dem Luftkurort und allen Bewohnern gut. Der Staat bezuschusse jede Wohnung mit 15 000 Euro. Dafür investiere der Bauträger 150 000 Euro zusätzlich.

Die BHV setze mit ihrem neusten Projekt erneut energetische Maßstäbe im Wohnungsbau in Königsfeld. Auf dem über 2200 Quadratmeter großen Grundstück entsteht eine kleine, ganz spezielle Wohnanlage, die den Höchstanforderungen entspricht. Das Gebäude wird mittels einer Sole-Erdwärmepumpe beheizt. Die Energie wird aus einem im Garten in rund eineinhalb Meter Tiefe liegenden Sole­flachkollektor (Wärmetauschleitungen mit Soleflüssigkeit) entzogen. Diese sind auf einer Fläche von etwa 500 Quadratmetern verteilt. Die Energie wird über eine Solewärmepumpe dem inneren Heizkreislauf zugeführt. Der geringe notwendige Wärmebedarf der Räume wird mittels einer Fußbodenheizung übertragen. Der noch notwendige Strombedarf für die Wärmepumpe wird teilweise durch die auf dem Dach installierte, hauseigene Fotovoltaik-Anlage gedeckt. Diese erzeugt nach derzeitigem Planungsstand einen Ertrag von rund 12 000 Kilowattstunden Strom pro Jahr.

Nicht verbrauchter Strom wird ins Netz eingespeist und Eigentümern vergütet

Überschüssiger, nicht verbrauchter Strom wird in das Netz eingespeist und der Ertrag den Eigentümern anteilmäßig vergütet. Außerdem werden in den Garagen Elektro-Ladestationen vorbereitet, die von den Bewohnern jederzeit installiert und dann für das E-Bike oder das eigene E-Auto genutzt werden können. Um den erzeugten Storm optimal selbst zu nutzen, wird zusätzlich noch ein zwölf bis 13 Kilowattstunden starker, stationärer Batteriespeicher (Stromspeicher) eingebaut.

Die hocheffiziente Wohnraumlüftung ist ein weiterer Baustein für diese mit Passivhaustechnologie gebaute Ressourcen schonende Wohnanlage. Sie sorgt unter anderem dafür, dass das Gebäude "atmet" und immer frische Luft in den Räumen vorhanden ist. Sie sorgt für hygienisch einwandfreie Luft (reduziert Staub und Pollen) und transportiert Feuchtigkeit sowie Gerüche dort ab, wo sie entstehen. Bei entsprechender Fensterlüftung wären die entstehenden Wärmeverluste größer als der gesamte übrige Wärmebedarf.

Die Wärmerückgewinnung aus der Abluft ist für ein Passivhaus unverzichtbar. Sie reduziert die Lüftungswärmeverluste erheblich, indem die in der Abluft enthaltene Wärme in einem (passiven) Wärmeüberträger an die kalte Frischluft abgegeben wird. Je nach Effizienz dieses Überträgers ist es möglich, dass die kalte Außenluft über 90 Prozent der Wärme aus der Abluft übernehmen kann und dadurch eine Temperatur nahe der Raumtemperatur erreicht. Solche hochwertigen Lüftungsanlagen brauchen viel weniger Primärenergie als sie an Wärmeverlusten einsparen.

Der Luftstrom tritt in Wohn-, Schlaf- und sonstige Zimmer in das Haus ein und verlässt es durch Küche, Bad und WC sowie eventuell Abstellräume. Natürlich darf man in einem Passivhaus auch die Fenster öffnen. Aber man wird kaum Bedarf haben, zumindest nicht im Winter, weil frische Luft auch im Winter, trotz der warmen Räume, dauerhaft vorhanden ist, versprechen die Planer.

Der Einbau von Wärmemengenzählern in jeder Wohnung entfällt, weil durch den minimalen Hitzeenergieverbrauch auf eine Abrechnung mit Wärmemengenzähler verzichtet werden kann.

 
 

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