
Königsfeld. Mit exquisiter Kammermusik für Klavier und drei Streicher eröffnet das Notos Quartett am heutigen Samstag im Kirchensaal die 88. Saison der Geistigen Nothilfe. Diese markiert das Ende einer Ära: Die Vorsitzende Uta Homolka, die seit 35 Jahren für die Programmgestaltung des ältesten Königsfelder Kulturvereins verantwortlich war, zieht sich zurück.
Der Konzertzyklus 2012 ist der letzte, der ihre Handschrift trägt und dem Publikum auf- und anregende Hörerlebnisse bescheren soll. Es kann sich auf ein Wiederhören mit den Kammersolisten Minsk und auf weitere spannende Begegnungen mit hochkarätigen Künstlern von internationalem Format freuen. "Die Arbeit hat viel Freude gemacht und mich auch persönlich bereichert," sagt die Scheidende. Sie findet gleichwohl: "Mit Mitte 70 ist es Zeit, zu gehen." Wer ihre Nachfolge antreten wird, soll in der Mitgliederversammlung am Mittwoch, 8. Februar, geklärt werden.
Ein letztes Mal hat Uta Homolka Kompetenz und Kontakte darauf konzentriert, den Musikfreunden Kammermusik auf erstklassigem künstlerischen Niveau zu ermöglichen. Sie hat wieder auf instrumentale Farbigkeit und programmatische Kontraste geachtet und auf eine Durchmischung der Generationen. Das Notos Quartett ist eines der jungen Ensembles, denen die Programmmacherin eine Weltkarriere zutraut.
Sindri Lederer (Violine), Liisa Randalu (Viola), Florian Streich (Violoncello) und Antonia Köster (Klavier) haben sich 2007 als Studenten in Berlin, Frankfurt, Aachen und London zusammengetan, um die kompositorischen Raritäten für Klavierquartett zu erobern. Die vier trafen sich immer wieder bei Meisterkursen, rissen das Publikum mit und wurden bei internationalen Wettbewerben gefeiert. Im Mai machen sich die vier Senkrechstarter zu einer Tournee durch Südostasien auf.
Am heutigen Samstag r sie jüngere Werke von zeitloser Eleganz und Innigkeit. Auf die "Phantasy" fis-Moll von Frank Bridge folgen das Klavierquartett B-Dur von Camille Saint-Saëns und das Klavierquintett Nr. 2 Es-Dur von Antonin Dvorák.
Im März stellt sich das Mannheim Brass Quintett vor. Es ist eines der führenden deutschen Blechbläserquintette, dessen Mitglieder allesamt Solobläser der großen baden-württembergischen Opernorchester sind. Die Kammersolisten Minsk kommen im April mit barocken Werken und machen auch einen Schlenker in die Gegenwart.
"Schätze der Kammermusik" hat das ensemble triolog sein Mai-Konzert betitelt. Im Juni lernen die Königsfelder Musikfreunde Sebastian Klinger (Cello) und Milana Chernyavska (Klavier) kennen, die mit Originalkompositionen von Ludwig van Beethoven und Felix Mendelssohn Bartholdy den Sommer und die Liebe in den Kirchensaal holen wollen. Den Abschluss bildet im Oktober das Aris Quartett, das aus Studierenden besteht, die 20 Jahre alt und jünger sind.
Konzertbeginn ist immer samstags um 16 Uhr. Karten gibt es im ermäßigten Vorverkauf bei der Königsfelder Tourist Info (hier können auch Abonnements erworben werden, Telefon 07725/80 09 45) und bei der Buchhandlung Haas in St. Georgen.