Königsfeld Musik als unverzichtbares Medium

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Hochkarätige Gäste kamen übers Wochenende zur Europäischen Orgelakademie. Diese trug den Titel "Kaum ein Hauch". Neben der Musik war die Gründung der internationalen Erik-Satie-Gesellschaft ein Höhepunkt.

Von Stephan Hübner

Königsfeld. Bürgermeister Fritz Link erinnerte an das diesjährige 100-jährige Jubiläum von Schweitzers Ethik, der Ehrfurcht vor dem Leben. Es erstaune nicht, dass Schweitzer sich gerade im Kirchensaal auf seine Konzerte vorbereitete oder dass er hier sein theologisches Hauptwerk, die Mystik des Apostels Paulus, vollendete.

Mystik ein Schlüsselwort im Schaffen Schweitzers

Mystik sei ein Schlüsselwort im Schaffen Schweitzers. ­Diese liege ihm zufolge da vor, wo ein Mensch die Trennung zwischen Irdisch und Überirdisch, zeitlich und ewig als überwunden ansehe und sich selbst als im überirdischen und Ewigen eingegangen erlebe.

Musik sei für Schweitzer unverzichtbares Medium, Abbild einer unsichtbaren Welt und vermittle, was mit dem Wort nicht auszudrücken sei. Mystische Spiritualität musischen Schaffens sei ebenso im Werk Erik Saties zu erleben.

Der Organisator Michael Grüber stellte die Frage, warum es Musik gibt. Kunst scheine im Grunde wertlos, eigentlich betriebswirtschaftlicher Blödsinn. Konzerte aber sollten nicht wertlos vorübergehen. Gute Musik müsse Sinn und Wert haben, sonst gebe es sie nicht. Zu Erik Satie sei man über Albert Schweitzer gekommen der über die Musik zu Menschen gepredigt habe. Über die Botschaft entscheide jeder persönlich und anders. Es geschehe etwas Geistvolles, Spirituelles dem man sich öffnen müsse wie einer Meditation.

Die Frage nach dem Wert der Musik treibe sie seit Jahrzehnten an, so Eva-Maria Houben. Es gebe Klang, damit es still werden könne. Klang sei vergängliche Kultur. In der musiklosen Situation fange das Hören an, beginne die existentielle Erfahrung der Flüchtigkeit des eigenen Lebens.

Ein Verweise auf das Geheimnis des Hörens

"Kaum ein Hauch" verweise auf das Geheimnis des Hörens, bei dem man sich mit zu verlieren gehenden Dingen beschäftige. Die große Kraft der Musik liege darin, dass sie Analogien zum Leben entwickle. Der Komponist könne die Weichen stellen für eine Situation in der sich vielleicht etwas ereignen könne. Hören sei dabei zwar ein aktiver Vorgang, allerdings liefere man sich auch aus. Die Orgel sei prädestiniert, Verflüchtigungen zu Ohren zu führen. Man höre in den Mikrokosmos der Klänge hinein. Sie könne Organisten und Hörer lehren loszulassen. Musik sei Überlebenshilfe, Aufstacheln, Traurig- oder Muntermachen. Es gelte, sich auf neue Klänge einzulassen. Die Musik werde zur Beschwörung unbegrenzter Variabilität mitten im Alltag.

Auf neue Klänge einlassen durften sich die Besucher am Samstag bei einer vierstündigen Klangmeditation, gespielt von Houben auf der großen Orgel im Kirchensaal. Houben zeigte sich begeistert vom Interesse der Besucher am Instrument und der Art, wie die Klänge erzeugt wurden.

Zum Abschluss "Messe des Pauvres"

Im Haus des Gastes erfolgte die Gründung der internationalen Erik-Satie-Gesellschaft, gefolgt von "Unerhörten Klängen" am Samstagabend im Kirchensaal.

Abschluss der Orgelakademie war ein Gottesdienst am Sonntag mit der "Messe des Pauvres" von Erik Satie.

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