
Von Stephan Hübner
Königsfeld. In der Sitzung des Seniorenbeirats ging Hauptamtsleiter Martin Laufer unter dem Punkt "Altenhilfeplanung des Landkreises" auf die Bevölkerungsentwicklung des Kurorts ein. Demnach ist Königsfeld auf Zuzüge angewiesen, um die Bevölkerungszahl zu halten. Die Geburten allein reichen dafür keinesfalls aus. Die durchschnittliche Geburtenrate ist mit 1,1 Kindern je Frau im Vergleich schlecht. Hinzu kommt, dass mehr jüngere Menschen aus dem Ort weg- statt herziehen. Eine Prognose bis 2030 geht von einem Anstieg des Durchschnittsalters von 42 auf 48 Jahre aus. Auch der Anteil der Schwerbehinderten liegt mit 63,5 Prozent der über 65-Jährigen im Vergleich zum Schwarzwald-Baar-Kreis eher an der oberen Grenze.
Weniger jungehelfende Hände
Aus den Voraussagen ergibt sich unter anderem, dass es künftig weniger "helfende Hände" in Form jüngerer Menschen geben wird. Der Wunsch, im eigenen Zuhause alt zu werden, sei aber nur durch Unterstützung von außen möglich, so Laufer. Das diesbezügliche Angebot auf dem Markt werde jedoch keinesfalls ausreichen. Deshalb werde empfohlen, rechtzeitig Netzwerke zu gründen, die sich dieser Themen annehmen. In diese Richtung zielt die Initiative "Internet goes Ländle", gestartet vom Land Baden-Württemberg, dem Zentrum für Allgemeine Wissenschaftliche Weiterbildung der Universität Ulm und dem Netzwerk für Senioren-Internet-Initiativen Baden-Württemberg. Dabei sollen Senioren kostenfrei zu Trainern ausgebildet werden, die anderen Senioren ehrenamtlich den Umgang mit dem Internet beibringen. Laut Bürgermeister Fritz Link ist es vorstellbar, dafür die Computerräume in der Grund- und Hauptschule zu nutzen.
Service könnte auch missbraucht werden
Ein weiteres Thema war die mögliche Einrichtung einer Freiwilligen-Börse beziehungsweise eines Seniorenbüros. Auch dies soll auf ehrenamtlicher Basis beziehungsweise unter dem Motto "von Senioren für Senioren" erfolgen. Angedacht wurden beispielsweise Einkaufsarbeiten, Gartenarbeit oder Besuchsdienste. Als Anlaufstelle dafür könnte ein Teil der Räume genutzt werden, in denen bisher die Tourist-Info residiert.
Zwar gab es vereinzelt Befürchtungen, dass so ein Service missbraucht werden könnte. Trotzdem nahm der Beirat die Idee positiv auf. Ein Mitglied gab zu bedenken, dass man nicht diejenigen Senioren vergessen dürfe, die nicht in der Lage seien, sich zu melden oder die sich nicht trauten, so einen Service in Anspruch zu nehmen.
Vor der Sitzung nahmen die Beiratsmitglieder die neuen Räumlichkeiten im Christoph-Blumhardt-Haus in Augenschein. Beim Rundgang stellte sich dessen neuer Leiter vor. Jürgen Lieberum wird die Tätigkeit Ende Juli offiziell übernehmen, wenn Gottfried Steinmann in den Ruhestand geht. Intern habe schon eine Art "Stabwechsel" stattgefunden, berichtete Steinmann.