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Ortenau/Elsass Ersatzdroge Subutex auf dem Vormarsch

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Methadon (links) ist das am weitesten verbreitete Substitutionsmittel. Immer häufiger wird aber auch Subutex verwendet. Foto: Kraufmann

Ortenau/Elsass - Der Drogenersatzstoff Subutex ist heiß begehrt bei Heroinabhängigen aus Deutschland. Im benachbarten Elsass ist es leicht, an das Mittel zu kommen – dort sind die Hürden für die Abgabe viel niedriger. Seit dem Jahr 2000 ist Subutex in Deutschland zugelassen. Doch die Hürden sind für Heroinabhängige, die über ein Substitutionsprogramm an das Mittel kommen wollen, sehr hoch. "Bei uns müssen die Menschen neben einem körperlichen Entzug auch eine sozialpädagogische Behandlung machen. Außerdem müssen sie bei der Drogensubstitution anfangs täglich zum Arzt gehen", sagt Michèle Falch-Knappe von der Jugend- und Drogenberatung Kehl/Offenburg (Drobs).

Für viele sei das aber zu anstrengend – sie besorgen sich den Ersatzstoff lieber auf dem florierenden Schwarzmarkt in Straßburg. "Dort ist Subutex spottbillig", erzählt Falch-Knappe. Der Grund: Es ist für Patienten in Frankreich viel leichter an die Tabletten zu kommen – und es gibt weniger Kontrollen. "Patienten erhalten dort mehr verschrieben, als sie brauchen. Was übrig bleibt, verkaufen sie dann auf dem Schwarzmarkt", sagt die Drogenberaterin.

Auch viele Drobs-Klienten deckten sich im nahen Straßburg mit dem Mittel ein. Wenn kein Geld mehr für Heroin übrig ist, sie aber einen Schuss brauchen, steigen sie auf Subutex um.

Anders als die am weitesten verbreitete Ersatzdroge Methadon wirkt Subutex weniger dämpfend. Falch-Knappe: "Der Stoff hat eine anti-depressive Nebenwirkung. Im Vergleich zu Methadon sind die Konsumenten wacher, lebendiger und aktiver. Besonders Menschen, die arbeiten, eine Familie haben oder anderweitig fit sein müssen, nehmen Subutex." Außerdem habe es weniger negative Begleiterscheinungen als Methadon.

Die Folgen für Nicht-Abhängige sind fatal: "Wer den Stoff nicht gewöhnt ist, kann sterben", warnt die Beraterin. Daneben ist Subutex, wie Opiate allgemein, hochgradig süchtig machend und wirkt bei Überdosierung tödlich. Um den Subutex-Tourismus einzudämmen, ist eine grenzüberschreitende Drogenberatung mit Hilfe des Eurodistrikts Straßburg-Ortenau geplant. Unter anderem soll eine zweite Schwerpunkt-Praxis neben Offenburg auch in Kehl eröffnet werden und in einigen Jahren soll ein sozial-medizinisches Zentrum in Straßburg hinzukommen, das sowohl Franzosen als auch Deutsche aufsuchen können.

In der Ortenau nehmen derzeit mehr als 400 Menschen an einem Substitutionsprogramm teil. Wie viele Drogenabhängige es gibt, kann Falch-Knappe nicht sagen. Dagegen kann sie den bundeweitend Trend, wonach es immer weniger Opiat-Abhängige gibt, in der Ortenau nicht sehen: "Meiner Einschätzung nach sind es immer noch genauso viele wie vor einigen Jahren."

Freimut Lusch, Pressesprecher der Bundespolizeiinspektion in Offenburg, schätzt, dass es pro Woche etwa ein bis zwei Aufgriffe gibt, bei denen Subutex gefunden wird. Alle zwei bis vier Wochen würden größere Mengen sichergestellt. Eine dramatische Entwicklung sieht er nicht.

u Unter Drogensubstitution versteht man die ärztliche Behandlung von Suchtkranken mit legalen Ersatzdrogen. Meist handelt es sich dabei um Heroinsüchtige, die durch die Therapie dauerhaft von der Substanz loskommen sollen. In der Regel kommt die Unterstützung der Patienten bei der Bewältigung alltäglicher psychosozialer Probleme durch einen Suchtberater hinzu.

u Die gängigsten Substanzen sind Methadon und allmählich auch Buprenorphin (Subutex).

u In Deutschland erhalten laut der Drogenbeauftragten der Bundesregierung rund 77 400 Menschen eine Substitutionsbehandlung.

 
 

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