Kehl-Goldscheuer (red/ksk). Das E-Werk Mittelbaden baut sein intelligentes Stromnetz aus. Mit dem Bau der neuen vollautomatisierten Schaltstation im Kehler Ortsteil Goldscheuer erfüllt das E-Werk nach eigenen Angaben die gestiegenen Anforderungen an die Stromnetze von heute, den sogenannten "Smart Grids".

Stromnetze sind nicht nur Transportmittel für den Strombedarf der Kunden, sondern nehmen mehr und mehr regenerativ erzeugte Energie aus der Region auf, um sie anderweitig wieder zur Verfügung zu stellen. Von der Umspannanlage in Kehl-Sundheim und aus dem Industriegebiet "Basic" sowie den Ortsteilen Goldscheuer und Kittersburg führen Mittelspannungsleitungen (20 000 Volt) zur Schaltstation in Goldscheuer. Auf dem Dach befindet sich eine Fotovoltaik-Anlage, die rund 9000 Kilowattstunden Strom pro Jahr ins Netz einspeist.

"Elektrische Energie muss immer genau dann bereitstehen, wenn Kunden sie benötigen. Unsere moderne, fernüberwachte und ferngesteuerte Schaltanlage ist einer der Bausteine für das intelligente Stromversor­gungsnetz. Durch sie ist etwa eine schnelle automatisierte Diagnose mit Detailinformationen im Störfall ebenso gegeben wie die Übertragung der erforderlichen Messwerte für die intelligente Netzregelung", erläutert Michael Binder, Geschäftsführer der Netzbetriebsgesellschaft.

Gab es früher ausschließlich Kunden, die Strom verbrauchten, seien sie heute gleichzeitig Energie­produzenten und lieferten Strom in das Netz, so das E-Werk in einer Mitteilung. "Die Zuverlässigkeit der Transportwege und ausreichende Kapazitäten sind dabei entscheidende Faktoren für die sichere Stromversorgung. In unserer modernen Netzleitstelle in Lahr werten Ingenieure und Techniker mit speziellen Computerprogrammen alle Informationen aus und regeln den Netzbetrieb", fasst Helmut Nitschke, Vorstand des E-Werks, zusammen.