Stuttgart - Die blaue Perserkatze, die am Mittwochnachmittag in Stuttgart-Wangen in einem Altkleidersack gefunden wurde, hört jetzt auf den Namen "Wendy". So haben die Mitarbeiter des Tierheims in Botnang die Katze genannt, die am Donnerstagmittag in ihrem Interims-Zuhause angekommen ist. Der drei bis vier Jahre alten Katze gehe es den Umständen entsprechend gut, sagt Tierheimleiterin Marion Wünn: "Sie ist eine sehr nette und aufgeschlossene Katze. Ich habe schon ein bisschen mit ihr geschmust."

Die Nacht hatte Wendy in einer Tierklinik verbracht. Hier bekam das völlig dehydrierte und verdreckte Tier Infusionen und wurde gesäubert. "Jetzt müssen wir sie noch ein wenig aufpäppeln", so Wünn weiter. Zunächst muss Wendy jetzt drei bis vier Wochen auf der Quarantäne-Station verbringen. Hier bekommt sie ihre Impfungen und wird, wenn nötig, kastriert.

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Viele wollen Wendy ein neues Zuhause geben

Nach dem Bericht über Wendys ungewöhnliches Martyrium haben sich bereits so viele Tierfreunde gemeldet, die der Katze ein neues Zuhause geben wollen, dass das Tierheim keine neuen Interessenten mehr aufnimmt. Überhaupt sieht Marion Wünn es kritisch, wenn Menschen aus einem Impuls oder Mitleid heraus ein Tierheimtier zu sich holen wollen: "Man muss sich so eine Entscheidung gut überlegt haben."

Sollte sich Wendys früherer Besitzer doch noch melden, müsste er sich einige Fragen gefallen lassen: "Auf diese Erklärung wäre ich sehr gespannt."

Mitarbeiter der Verwertungsfirma rettete Wendy das Leben

Jetzt geben die Tierheim-Mitarbeiter Wendy erst einmal die Zeit, sich von den Strapazen zu erholen. Zu Beginn sei die Katze noch ein wenig verstört gewesen, sagte die Tierheimleiterin. Wer kann es ihr verdenken? Das Tier steckte in einem der Altkleidersäcke, die in der Lagerhalle am Viehwasen gesammelt werden - wie lange, ist unklar. Mit jämmerlichem Maunzen machte die Katze einen Mitarbeiter der Verwertungsfirma auf sich aufmerksam, der das Tier aus seinem Gefängnis befreite.

Alles deutet darauf hin, dass Wendy mutwillig in den Sack gesteckt wurde. In dem Sack mit vielen Kleidern befand sich eine weitere zugebundene Tüte, in dem die Katze steckte. Der Altkleidersack stammt, das ist schon mal klar, aus einem Sammelcontainer an der Öhringer Straße in Wendlingen im Kreis Esslingen. Wie lang die Katze diesem Martyrium ausgesetzt war, ist aber noch unklar.
Die Polizei ermittelt wegen des Verstoßes gegen das Tierschutzgesetz gegen Unbekannt.

Zeugen, die die Katze zu kennen glauben oder sonstige Hinweise geben können, werden gebeten, sich unter der Telefonnummer 0711/8990-3900 bei der Hundeführerstaffel zu melden.