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Jungingen Frick löst erstes Wahlversprechen ein

Volker Rath, vom 10.01.2012 08:02 Uhr
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Am Ende passt alles: Impressionen vom Wahlabend am Sonntag in Jungingen. Foto: Rath
Am Ende passt alles: Impressionen vom Wahlabend am Sonntag in Jungingen. Foto: Rath

Jungingen - Die Bürgermeisterwahl in Jungingen war für örtliche Verhältnisse fast ein kleiner Volksauflauf. Zum Schluss kam kurz Hektik auf, dann folgte eine Wahlparty mit launigen Details. Ein kurzes Protokoll des Abends.

17.55 Uhr: Jetzt aber schnell. Die letzten zwei der insgesamt 548 Wähler hasten in den Gemeindesaal. "Langt’s no?" Langt noch. Kaum 30 Sekunden dauert es, sich die Unterlagen geben zu lassen, das Kreuzchen zu machen und den Zettel in die Urne zu werfen. Reicht also rechnerisch noch zehnmal.

17.59 Uhr: Harry Frick, Amtsinhaber und einziger Bewerber, trifft im Wahllokal ein. Der 44-Jährige hat rote Backen, wirkt etwas nervös. Seine Frau Katja nicht. Die Frick-Kinder Elisabeth und Magnus sind mit dabei. Harry Frick geht lieber alleine draußen im Foyer auf und ab, den Zeigefinger andächtig auf den Mund gelegt.

18.02 Uhr: Gemeinderat Alexander Pick erklärt die Wahlzeit für abgelaufen. Sein Kollege Gustolf Kohler schließt die Wahlurne auf. Kohler muss ein wenig am Schlüsselchen rütteln, bis das Schloss aufspringt. Dann kippt er die Zettel auf die zusammengestellten Tische. Pick wirft sicherheitshalber noch mal einen Blick in den Container. Tatsächlich, ein Stimmzettel war am Boden festgepappt. "Sowas kann eine Wahl entscheiden", witzel Pick. Die anderen Wahlhelfer kichern.

18.10 Uhr: Die Briefwahlumschläge werden geöffnet und auf den großen Haufen gepackt und dann zu kleinen Stapeln zusammengefasst. Magnus Frick schaut ungläubig zu. Was sind das für Haufen? "Das funktioniert genauso, wie wenn du dein Geld zählst. Es werden immer Zehnerstapel gemacht. Dann kann man’s leichter zählen", erklärt die Mutter.

18.12 Uhr: Franz-Josef Möller aus Grosselfingen trifft ein, als erster Bürgermeister aus dem Umland. Hallöle. Magnus klatscht Burladingens Bürgermeister Harry Ebert ab, der kurz später eintrifft und entspannt auf einem Stuhl lümmelt. "Hi. Na, alles klar?"

18.21 Uhr: An den Auszähltischen kommt Hektik auf. "Eine Stimme fehlt", wird gemurmelt. Die Liste wird noch mal geprüft, die Helfer blättern die Stimmenhaufen durch. Gut, wenn man Zehner-Stapel hat. Dann Erleichterung: Der Zettel ist aufgetaucht. So langsam trudeln immer mehr Zuhörer im Gemeindesaal ein. Um die 40 müssten es jetzt sein.

18.26 Uhr: Gustolf Kohler meldet, dass das Ergebnis feststeht. Bürgermeister Frick bittet alle Zuhörer zur Bekanntgabe ins Freie. Als Kohler die Zahlen vorliest, brandet Applaus auf. "Ein sehr gutes Ergebnis", fügt er hinzu. Ähnlich äußert sich Harry Frick, der für Vertrauen dankt und verspricht, die Junginger Interessen weiterhin mit gleichem Nachdruck zu vertreten. Und das ab Montag, 8 Uhr.

18.33 Uhr: Der Männergesangverein Jungingen stimmt ein Ständchen an: "Bleib’ in Jungingen, fahr nicht fort." Das trifft auch auf die Bürgermeisterfamilie zu. Die Musikkapelle schmettert "Preußens Gloria" hinterher. Und das Hohenzollernlied? "Singen wir nacher drinnen", erklärt Polit-Pensionär Jürgen Weber, einst auch Mal Bürgermeister hier und jetzt wieder Bürger von Jungingen.

18.40 Uhr: Auch Franz-Josef Möller kriegt ein Ständchen. Er habe heute auch was zu feiern, erklärt Wahlsieger Frick. Die Menge stimmt "Zum Geburtstag viel Glück" an. Dann werden auch die anderen Bürgermeister begrüßt, darunter eine Frau: Dorothea Bachmann als Bürgermeisterin von Hechingen. "Erst ab morgen Bürgermeisterin von Hechingen, heute nur Dorothea Bachmann", ruft sie aus der zweiten Reihe. Die Menge lacht. Dann geht’s zum Wahlbier in den Gemeindesaal. 50 Prozent Wahlbeteiligung hatte Frick zur Bedingung gemacht, ansonsten gebe es Wahlsprudel. 49,8 Prozent sind’s geworden. "Das lassen wir gelten", sagt Frick. Zeugenaussagen zufolge soll die Party bis kurz nach 1 Uhr gedauert haben.

7 Uhr: Harry Frick löst sein erstes Wahlversprechen ein, sogar noch mehr. Er räumt die letzten leeren Flaschen weg, um 8 Uhr sitzt er wie zusagt längst am Schreibtisch. "Man hat ja zu tun", sagt er. Zum Beispiel telefonieren. Zahlreiche Gratulationsanrufe gehen ein.

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