
u Der Junginger Etat: u Gesamtvolumen: 5,92 Millionen Euro (plus 10,8 Prozent)
u Verwaltungshaushalt: 4,8 Millionen Euro (plus 6,2 Prozent)
u Vermögenshaushalt: 1,12 Millionen Euro (plus 36,4 Prozent)
u Gewerbesteuer: 1,9 Millionen Euro
u Zuführungsrate (Überschuss im Verwaltungshaushalt): 370 500 Euro
u Geplanter Schuldenstand zum Jahresende 2012: 133 500 Euro
u Geplante Pro-Kopf-Verschuldung zum Jahresende 2012: 95 Euro (Stand Vorjahr: 116).
u Rücklagen zum Jahresende: 203 000 Euro (minus 274 000 Euro).
Von Sabrina Deckert
Jungingen. Die Gemeinde Jungingen kommt dieses Jahr finanziell gut über die Runden. Die Investitionen steigen, die Schulden sinken trotzdem. Größtes Projekt ist die Erschließung des Gewerbegebiets II.
Dies geht aus dem Entwurf für den Haushaltsplan 2012 hervor, den die Verwaltung gestern Abend in der Sitzung des Gemeinderats vorstellte. "Zufriedenstellend" nennt Jungingens Bürgermeister Harry Frick die finanzielle Situation der Gemeinde.
Rund 5,92 Millionen Euro will Jungingen dieses Jahr bewegen, rund elf Prozent mehr als im Ansatz für 2011. Im Vermögenshaushalt, aus dem die Investitionen getätigt werden, stehen 1,12 Millionen Euro, ein Drittel mehr als voriges Jahr. Jungingen will nächstes Jahr ohne neue Kredite auskommen, sogar die Schulden weiter senken. Steuererhöhungen sind ebenfalls nicht vorgesehen.
Um die Netteinvestitionsrate von 337 000 Euro aufzustocken, entnimmt die Gemeinde mit 1400 Einwohnern jedoch Geld aus den Rücklagen. Trotzdem hat Jungingen dann noch mehr als doppelt soviel Geld auf der hohen Kante, wie es laut Gesetz vorgeschrieben ist. 2008 hatte Jungingen noch zwei Millionen im Sparschwein stecken.
Frick sagte, dass die bestehende Infrastruktur erhalten werden könne, der "Grad der Aufgabenerfüllung" sei hoch. Steuern, Gebühren und sonstige Abgaben seien in Jungingen "vergleichsweise günstig". Sorge bereitet der Verwaltung die Euro-Schuldenkrise und die Folgen für die Konjunktur. Kämmerer Michael Henne schätzt das Aufkommen der Gewerbesteuer auf 1,9 Millionen Euro. Diese Einnahme würde damit fast 40 Prozent der Ausgaben des Verwaltungshaushalts abdecken, über den die Gemeinde ihren laufenden Betrieb finanziert.
Damit die Gewerbesteuer weiter sprudelt, soll dieses Jahr das neue Gewerbegebiet II kommen. Rund 700 000 Euro stehen bereit, um die 3,8 Hektar große Fläche zu erschließen. Ein anderes "Projekt 2012", wie es Frick nannte, sind die Renovierungsarbeiten am Kindergarten. Die Spielgeräte im Garten sollen erneuert werden, ebenso der Garderobenbereich. 45 000 Euro sind eingeplant. 15 000 Euro sollen in die Planung des weiteren innerörtlichen Hochwasserschutzes fließen. 170 000 Euro stehen für das Projekt "Sanierungsgebiet Ortsmitte" bereit. Mit dem Geld sollen unter anderem Grundstücke aufgekauft und Planerhonorare bezahlt werden. Für 15 000 Euro sollen die neuen Grabfelder auf dem Friedhof angelegt werden, weitere 15 000 Euro sind für die neue Friedhofskonzeption vorgesehen.
Ein paar weitere Zahlen aus dem Haushaltsplan: Mit dem Verkauf von Holz aus dem Gemeindewald will Jungingen 183 000 Euro verdienen, 23 000 Euro mehr als voriges Jahr. Aber auch die Ausgaben steigen. Die Personalkosten sollen 997 200 Euro betragen, ein Plus von 6,1 Prozent. Mit rund 60 000 Euro schlägt der Betrieb des Hallenbads zu Buche, 28 000 Euro kommen an Ausgaben für das Freibad hinzu. 73 000 Euro kostet es, die Gebäude und Einrichtungen der Gemeinde zu heizen. Die Ausgaben sind konstant, trotz steigender Energiepreise. Hier zahle sich aus, dass die Gemeinde in den vergangenen Jahren in bessere Isolierungen der Gebäude und neue Heiztechnik investiert habe..
Knapp 400 000 Euro muss die Gemeinde von der Gewerbesteuer als Umlage wieder abgeben. 520 000 Euro zahlt Jungingen in den Finanzausgleich, 550 000 Euro müssen an Kreisumlage ans Landratsamt überwiesen werden. Das verhältnismäßig wohlhabende Jungingen gibt 1,46 Millionen an andere ab, 300 000 Euro mehr als 2011.