Jungingen Eimer ging früher von Hand zu Hand
Schwarzwälder-Bote, 17.06.2012 17:00 Uhr
Das Saxophon-Sextett des Musikvereins unter der Leitung von Edi Schuler gestaltete die Feierstunde im Junginger Feuerwehrhaus musikalisch. Foto: SchwagerFoto: Schwarzwälder-Bote
Von Karl Schwager
Jungingen. Die Freiwillige Feuerwehr Jungingen wird 100. Zum Auftakt des Jubiläums gab's am Samstag einen Festakt für geladene Gäste.
Unter dem Dach des Feuerwehrhauses sammelten sich auf Einladung der Gemeindeverwaltung die Junginger Floriansjünger und ihre Ehrengäste aus Politik und Verbänden.
Vor 1912 waren in Jungingen alle männlichen Dorfbewohner ab dem 20. und bis zum 50. Geburtstag gesetzlich verpflichtet, bei Bränden und Katastrophen zur Stelle zu sein. Ihre wichtigste Waffe waren einfache Wassereimer aus Leder, die sie hastig in einer Löschkette von hinten zum Brandgeschehen nach vorn reichten. Auch mit der Gründung der Freiwilligen-Wehr habe sich daran nichts geändert, wusste der amtierende Junginger Kommandant Frank Speidel in seiner Ansprache zu berichten. Bei einem der schlimmsten Feuer der Dorfgeschichte, als 1927 die obere Sägemühle von Jakob Schramm lichterloh brannte, stand nur das Wasser aus den Eimern zur Verfügung, erinnerte Speidel. Erst im Jahr danach sei die Abteilung mit einer sperrigen handbetriebenen Pumpe nebst Holzspritze ausgerüstet worden. Zeitgleich mit dem Ende der Eimer-Ära beendete der erste Kommandant Josef Albus seinen Dienst. Unter seinem Nachfolger kamen zwei weitere Spritzenwagen zum Fuhrpark der Junginger Wehr hinzu – Fahrzeuge, die noch heute im Feuerwehrhaus stehen.Die Einsätze heute seien zwar anders als früher, und auch das Gerät habe sich gewandelt. Eins habe die heutige Wehr jedoch mit den Männern der "ersten Stunde" noch gemein, sagte Speidel: den Leitspruch und die Motivation – "Gott zur Ehr, dem Nächsten zur Wehr".
Grußworte sprachen Bürgermeister Harry Frick, der Erste Landesbeamte Matthias Frankenberg, die Bundestagsabgeordnete Annette Widmann-Mauz und der Chef des Kreisfeuerwehrverbands, Wolfgang Jetter. Er freue sich schon auf die Feierlichkeiten am nächsten Wochenende, wenn der Kreisfeuerwehrtag in Jungingen stattfinde, erklärte Jetter. Er lobte die Junginger "Kameraden" schon vorab für ihr Engagement als Gastgeber und Veranstalter eines großen Fests.
Musikalisch umrahmt wurde die Feierstunde vom Saxophon-Sextett des Musikvereins Jungingen unter der Leitung von Edi Schuler.


