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Immobilien Mieten oder kaufen?

Hohe Mieten, niedrige Zinsen – eigentlich gute Gründe für den Kauf einer Immobilie. Foto: Hase

Wann sich die eigene Immobilie finanziell lohnt

Die Zinsen sind niedrig, die Mieten steigen – lohnt es sich da nicht, eine Wohnung oder ein Haus zu kaufen?

Nicht überall. Denn vor allem in Großstädten müssen Käufer hohe Preise bezahlen. Mancherorts sind Immobilien aber auch für Durchschnittverdiener erschwinglich.

Die Zinsen für Immobilienkredite sind seit langem auf einem Rekordtief. Nur 1,79 Prozent müssen Käufer derzeit im Schnitt für ein Darlehen mit einer Laufzeit von 10 Jahren zahlen, hat die FMHFinanzberatung ermittelt. Zugleich steigen die Mieten weiter. Laut dem Immobilienverband IVD kostet eine Wohnung mit mittlerem Wohnwert derzeit 5,78 Euro Nettokaltmiete pro Quadratmeter und damit 2,1 Prozent mehr als im Vorjahr. Da stellt sich für viele die Frage: Soll ich nicht lieber eine Immobilie kaufen?

»Die Zinsen sind derzeit tatsächlich sensationell günstig «, findet Jörg Sahr. »Allerdings sind in einigen Regionen die Kaufpreise für Immobilien und in einigen Bundesländern auch die Nebenkosten in der letzten Zeit gestiegen«, erklärt der Experte der Stiftung Warentest. »Berlin, Hamburg und München sind hier Preistreiber. « Im Norden Deutschlands seien Immobilien oft erschwinglicher. Ob sich eine Immobilie lohnt, hängt also unter anderem davon ab, wo man wohnt.

Wer ermitteln will, ob er sich einen Kauf leisten kann, sollte sich einen Überblick über seine Finanzen machen. »Sie sollten ein Grundstock an Eigenkapital haben und über ein gesichertes Einkommen verfügen«, rät Sahr. Denn eine 100-Prozent-Finanzierung ist auch in Zeiten niedriger Zinsen riskant. Wichtig zu beachten: Beim Kauf einer Immobilie fallen Nebenkosten an, zum Beispiel für den Notar, einen Makler oder auch Steuern. Diese müssen auf den Kaufpreis aufgeschlagen werden.

Auch ein Blick auf das Kaufpreis-Miete-Verhältnis kann helfen. Es besagt, wie vielen Jahresnettokaltmieten der Kaufpreis entspricht. Die Nettokaltmiete ist die Miete ohne weitere Betriebskosten. Beträgt der Kaufpreis der Immobilie weniger als das 20-fache der Jahresmiete, ist ein Kauf zu einer mietähnlichen Belastung möglich, hat die Stiftung Warentest ermittelt. Die Voraussetzung: Der Käufer bringt 20 Prozent Eigenkapital mit. Liegt der Wert beim Kaufpreis-Miete-Verhältnis über 25, müssen Käufer über einen längeren Zeitraum mit einer Mehrbelastung rechnen.

Für den rein finanziellen Vorteil lohnt sich eine genaue Kalkulation. Allerdings ist die Entscheidung für Wohneigentum auch oft eine emotionale – und dieser Aspekt ist ist nicht zu unterschätzen. Er darf nur nicht dazu führen, dass man sich eine schwer zu tragende finanzielle Belastung aufbürdet.

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