Warum sehe ich diesen Hinweis?

Sie sehen diesen Hinweis, weil Sie einen Adblocker eingeschaltet haben oder im privaten Modus surfen. Deaktivieren Sie diesen bitte für schwarzwaelder-bote.de, um unsere Artikel ohne diesen Hinweis lesen zu können.

Mehr zum Thema Adblocker / Privater Modus und wie Sie diesen deaktivieren, finden Sie, indem Sie auf deaktivieren klicken.

Deaktivieren

Diesel-Affäre Auch ausländische Autobauer unter Druck

Von
Beim Autosalon in Genf herrschte im vergangenen Jahr noch großer Andrang. Mittlerweile leiden die Autobauer unter ihrem sinkenden Ansehen. . Foto: dpa

Stuttgart - Dass die deutschen Autobauer langsam Prämienangebote für die Rückgabe gebrauchter Dieselfahrzeuge ankündigen, zwingt offenbar auch die ausländischen Anbieter zum Handeln. Noch vor einer Woche konnten diese frohlocken, die Dieselaffäre bei den inländischen Autobauern könnte ihnen zusätzliche Kunden bringen. Nun aber könnte sich der Wind drehen – zumindest dann, wenn die Ausländer bei Prämienangeboten nicht nachziehen. Einige machen bereit solche Angebote.

Die Prämien sind für die Kunden sehr attraktiv

Dass andere folgen ist zwar nicht sicher, wohl aber wahrscheinlich: „Ich gehe davon aus, dass sie sich nicht von den deutschen Herstellern die Butter vom Brot nehmen lassen werden“, sagt ein Sprecher des VDIK, des Verbandes der Internationalen Kraftfahrzeughersteller. Die Mitglieder seiner Organisation würden deshalb wohl ebenfalls Prämien anbieten, denn „diese klingen doch sehr attraktiv“. Böten sie keine Prämie an, so Uwe Lahl, der Amtschef im Stuttgarter Verkehrsministerium, „werden sie Marktanteile verlieren“. Als „enttäuschend“ bezeichnet Lahl, dass sich die Importeure nicht an dem in der vergangenen Woche in Berlin vereinbarten „Mobilitätspakt“ beteiligen. Dieser hat einen Umfang von 500 Millionen Euro, je zur Hälfte kommen die Gelder vom Staat und aus der Wirtschaft. Genutzt werden sollen die Finanzmittel etwa zur Verbesserung des öffentlichen Personennahverkehrs oder für Investitionen in eine bessere Verkehrssteuerung. Lahl erwartet, dass viel Geld nach Baden-Württemberg fließen wird, auch wegen der hohen Verschmutzung der Luft in Stuttgart. Die ausländischen Hersteller zahlen nichts in den Mobilitätspakt ein. Ihr Argument: Dies sei eine Veranstaltung zwischen den deutschen Autobauern und der deutschen Politik, heißt es etwa bei Renault oder Toyota.

Auch Renault macht Rückgabe Diesel schmackhaft

Der französische Fahrzeugbauer hat nun angekündigt, ebenfalls eine Prämie zu bezahlen. Wer einen Diesel mit der Euronorm eins bis vier beim Kauf eines neuen Renaults in Zahlung gebe, bekomme beim Kauf eines neuen Renaults eine Prämie von bis zu 7000 Euro, falls er das alte Fahrzeug schon eine bestimmte Zeit lang besitze. Unabhängig davon zahle Renault schon länger 5000 Euro, wenn jemand ein Elektrofahrzeug kaufe. Auch Toyota bietet Kunden Prämien an, wenn sie ein altes Dieselfahrzeug gegen einen neuen Hybrid eintauschen. Dem wechselwilligen Kunden winken dann 4000 Euro. Bisher konnte der japanische Hersteller möglicherweise von den deutschen Dieselproblemen profitieren. Der Anteil der verkauften Hybridfahrzeuge sei seit einem Jahr von 40 Prozent auf 50 Prozent gestiegen, sagt eine Sprecherin von Toyota Deutschland.

Prämien dürfen nicht in Rabatten aufgehen

„Die Prämien dürfen aber nicht in den schon bisher gewährten Rabatten der Autobauer aufgehen“, sagt Lahl, „da muss klar unterschieden werden“. Die Autobauer müssten sagen, welche Prämie sie genau für einen gebrauchten Diesel zahlten. Die Rabatte, ein Geheimnis der Gespräche zwischen Kunden und Händler, könnten dann zusätzlich ausgehandelt werden. Für alte Fahrzeuge der Euronorm eins bis vier sollten sich die Hersteller zudem einen Nachweis über eine Verschrottung vorlegen lassen, da diese Autos aus dem Verkehr gezogen werden müssten. Zudem sei dort die Prämie oft höher als der Restwert. Die Rabatte sind nach den Angaben von Ferdinand Dudenhöffer, dem Chef des Car-Centers Automotive Research an der Universität Duisburg-Essen derzeit ohnehin auf einem Rekordstand.

Luftverschmutzung ist ein europäisches Problem

Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt hat die ausländischen Autobauer inzwischen aufgefordert, ebenfalls Maßnahmen zu einer Reduzierung des Stickoxidausstoßes zu ergreifen. Ein Softwareupdate, wie es von den einheimischen Herstellern angekündigt wurde, lehnen die ausländischen Autobauer zumindest bis jetzt noch überwiegend ab. „Unsere Diesel sind sauber“, heißt es etwa bei PSA Peugeot Citroën. Eine Umweltprämie, die helfe, alte Diesel aus dem Verkehr zu ziehen, solle aber angeboten werden. Der in Berlin vereinbarte Mobilitätsfonds sei dagegen eine „Nebelkerze“, sagte ein PSA-Sprecher. Die Probleme müssten auf europäischer Ebene gelöst werden, die Luftverschmutzung mache an den deutschen Grenzen nicht halt. „Das Vertrauen der Kunden wurde durch andere zerstört, nicht durch uns“, sagt der PSA-Sprecher.

Symptomatisch für das Verhalten der ausländischen Hersteller dürfte – zumindest bis jetzt noch – sein, was aus der Zentrale von Volvo Deutschland in Köln zu hören ist : „Wir beobachten die Situation genau und sind auch bereit, Maßnahmen zu ergreifen“ – welche, das bleibt unklar.

Artikel bewerten
0
loading
 
 

Flirts & Singles

 
 

Angebot der Woche

0

Kommentare

Artikel kommentieren

Kommentarregeln

Um Artikel kommentieren zu können, ist eine Registrierung erforderlich. Sie müssen dabei Ihren Namen sowie eine gültige E-Mail-Adresse (wird nicht veröffentlicht) angeben. Bei Abgabe Ihrer Kommentare wird Ihr Name angezeigt. Alternativ können Sie sich mit Ihrem Facebook-Account anmelden.

  1. Passwort vergessen?
Sie haben noch keinen Benutzer-Zugang? Jetzt registrieren!
  1. null

loading