Hüfingen Letzter Federstrich für das Abwasserssplitting
Schwarzwälder-Bote, 26.04.2012 02:44 UhrHüfingen (ff). In Hüfingen werden die Abwassergebühren bislang noch nach dem Verbrauch von Trinkwasser aus den Hausanschlüssen berechnet. Die Schmutzwassereinleitung wird damit zum theoretischen Wert, der einfach rechnerisch angenommen wird. Das soll künftig durch jeweils unterschiedliche Gebührensätze gerechter werden.
Knackpunkt: ein städtischer Sportplatz könnte viel Regenwasser einleiten und damit für die Kommune zum Kostenfaktor werden. Andererseits zahlen Unternehmen mit großflächigen Firmenplätzen etwa weniger, da sie womöglich gar keinen Frischwasseranschluss dort haben und somit auch bislang nach dem Verbrauch beim Abwasser veranlagt werden.
Gemeinden unter 60 000 Einwohnern müssen deshalb Kanaleinleitungen von Oberflächen- und Frischwasser künftig trennen, das sieht die Novellierung nach einem Urteil des Verwaltungsgerichtshofes Baden-Württemberg vor; auch in Hüfingen damit. Bereits im vergangenen Jahr wurde im Gemeinderat eine neue Abwassersatzung hierzu beraten (wir berichteten).
Nun liegt die Vorgabe heute auf dem Tisch des Gemeinderates. Rund 2000 Grundstücke in der Bregstadt könnten von der Neuregelung betroffen sein. Das Fachbüro wte für Dienstleistungen aus Hecklingen hatte die Beratung der Stadt durchgeführt.
Die neue Satzung beinhalten ein Schmutzwassergebühr von 1,75 Euro für den Kubikmeter (früher: 1,95 Euro). Die Niederschlagsgebühr beträgt 26 Cent. Im vergleich zu den Abwassergebühren 2011 ergeben sich bei einem Haushalt mit vier Personen bei einer maßgeblichen Versiegelungsfläche von 135 Quadratmetern und einer Schmutzwassermenge von 140 Kubikmetern damit gegenüber 273 Euro nun Kosten in Höhe von 280 Euro (davon 35,10 Euro für Niederschlag, 245 Schmutzwasser). Das bedeutet eine Steigerung der Ausgaben um insgesamt 7,10 Euro. Nach Mitteilung der Stadt liegt Hüfingen im Vergleich mit anderen Kommunen des Schwarzwald-Baar-Kreises damit aber im Mittelfeld.
In Bräunlingen zahlen Bürger für Schmutzwasser 2,50 Euro, in Donaueschingen 2,35 Euro; für Niederschlagswasser werden dort 0,35 und 0,44 Euro verlangt. Der Gemeinderat wird heute in seiner Sitzung ab 19 Uhr die Gebührenstruktur mit Wirkung ab 1. Januar 2012 beschließen.


