Von Stefan Limberger-Andris

Hüfingen. Die Jugendarbeit und Kinderbetreuung ist ein Standortfaktor von entscheidender Bedeutung. Diese Meinung zieht sich durch alle Hüfinger Gemeinderatsfraktionen.

Eine Frohbotschaft so kurz vor Weihnachten hatte Bürgermeister Anton Knapp parat. Die Hüfinger Jugendhilfeeinrichtung Mariahof wird in den letzten drei Wochen der Sommerferien 2013 ein Betreuungsprogramm auflegen. Die Kosten für eine Ganztagsbetreuung (mit Mittagessen) Belaufe sich pro Kind und Woche auf 75 Euro, die Halbtagesbetreuung (ohne Mittagessen) auf 50 Euro. Allerdings träufelte Anton Knapp mit der Feststellung, dass die Stadt rund 25 Euro je Teilnehmer werde zuschießen müssen, einen Wermutstropfen in den Kelch. Dies werde die Stadt einige tausend Euro kosten. Trotz dieses Zuschussbedarfs des Kinderferienprogramms zog sich Zustimmung durch sämtliche Fraktionen. Stadtrat Franz Albert (CDU) betonte, wie wichtig ein Ferienprogramm sei, denn die Nachfrage sei vorhanden. Ratskollegin Kerstin Skodell (SPD) freute sich, dass der Familienpass eine 50prozentige Ermäßigung für finanzschwächere Familien bedeute und Adolf Baumann (FDP/Fw/UWV) gab lediglich zu bedenken, dass das Angebot zu einem vernünftigen Preis auch eine ordentliche Qualität bieten müsse und dies sicherlich auch werde.

Anton Knapp ergänzte, dass die Stadt zusätzlich die eingeübten 30 Veranstaltungen zur Ferienbetreuung werde anbieten. Hinzu komme in der ersten Ferienwoche noch ein Ganztagesbetreuungsangebot der VHS Baar. Die Entwicklung sei umso erfreulicher, wenn man bedenke, dass sich Hüfingen in den vergangenen beiden Jahren schwer getan habe mit einer Betreuung. Hintergrund sei die damalige Ansage von Mariahof gewesen, eine Ganztagesbetreuung personell nicht auf die Beine stellen zu können. Dies habe sich allerdings nun geändert.

Mit viel Applaus bedachten die Räte Stadtjugendpfleger Sasa Hustic und dessen Team. Das Gremium war zu Sitzungsbeginn trotz Schnee ins Jugendhaus gepilgert und lauschte den Ausführungen über die Arbeit im Jugendhaus "Krone" und in den Jugendräumen in Behla und Fürstenberg. Die Statistik weise keine nennenswerten Änderungen aus, umriss der Stadtjugendpfleger kurz das Formale. Vielmehr sei das hohe Engagement und die Verlässlichkeit aller Jugendlichen hervorzuheben: egal, ob es sich um die Beteiligung an den Heimattagen, am Frühlingserwachen oder dem kreisweiten Projekt "Respect Yourself" handelte. Stark habe sich das Team in die Renovierung der Jugendhausräume eingebracht, an der Kooperation zur Ganztagesschule und der Fortführung der Mädchengruppe gearbeitet. Und nicht zu vergessen: der Planet habe sich nicht nur um die eigene Sonne gedreht, sondern auch um den Nachwuchs.

Markus Leichenauer, Vertreter des Trägers Heim Mariahof betonte, dass viel Arbeit im Hintergrund geleistet werde, um die Stadtjugendpflege mit Leben zu füllen. Die Jugend sei hier vorbildlich, die Stadt stelle die finanziellen Mittel zur Verfügung. Das siebte Jahr der Zusammenarbeit zwischen Mariahof und Sasa Hustic sei kein verflixtes, sondern erneut ein gutes.

Der Rat beschloss den Bedarfsplan der Kindertageseinrichtungen. Hauptamtsleiter Horst Vetter hatte zuvor die statistische Erhebung erläutert. Alle Fraktionen waren sich einig, die Zukunftsfrage der Kindergärten Sumpfohren, Behla und Fürstenberg gesondert und in aller Ruhe bis März beraten zu wollen. Die Verwaltung sieht eine Zusammenlegung von wenigstens zwei Einrichtungen zur Kostendämpfung als überlegenswert an. Anton Knapp: "Uns muss etwas einfallen, die Einrichtungen zu optimieren."