Hornberg "Verletzte" sind nur schwer zu finden
Jean-Philippe Naudet und Eckhard Gräff, 28.06.2012 09:00 Uhr
Während die Feuerwehren mit den Lösch- und Sicherungsarbeiten beschäftigt sind (großes Bild), verfolgen Gutachs Gemeinderat Thomas Albrecht sowie Unternehmer Joachim Schondelmaier, Joachim Hurst und Sigfried Eckert die Übung (kleines Bild). Fotos: NaudetFoto: Schwarzwälder-Bote
Gutach/Hornberg - Feueralarm beim Gutacher Presswerk Schondelmaier am Montagabend: Wieder einmal hatte sich das Unternehmen für eine gemeinsame Übung der Feuerwehren Gutach und Hornberg zur Verfügung gestellt.
Angenommen wurde ein Brand in der Endbearbeitung der Firma, hervorgerufen durch eine defekte Ladestation. Das Feuer fand durch falsch gelagertes Verpackungsmaterial reichlich Nahrung und breitete sich daher rasch aus. Und obwohl sich die meisten Mitarbeiter in Sicherheit bringen können, werden noch zwei Personen einer Fremdfirma vermisst.
Die 15 Mitarbeiter der Werksfeuerwehr beginnen sofort mit der Brandbekämpfung, parallel dazu wird die Feuerwehr Gutach alarmiert, die nach dem Eintreffen an der Einsatzstelle ihre Kollegen aus Hornberg nachfordert. Während der Löscharbeiten gehen Atemschutzträger in das Werk auf der Suche nach den beiden Vermissten. Dies zeigte sich aufgrund der Größe des Presswerks als große Herausforderung, wie bei der Manöverkritik zur Sprache kam.
Werksfeuerwehrkommandant Wolfgang Wolber betonte die Wichtigkeit, dass im Werk Schondelmaier "rund um die Uhr Leute mit Ortskenntnis" anwesend sind. In einer kurzen Präsentation stellt er noch die Aufgliederung des Werks vor und zeigte, wie das so genannte Rechenhaus für die Wasserentnahmestelle verbessert wurde. Für den Gutacher Kommandanten Stefan Herr, der die Einsatzleitung innehatte, ist die gemeinsame Probe auf dem Werksgelände der Firma Schondelmaier in mehreren Hinsichten von Bedeutung: Die langjährige Zusammenarbeit mit der Werksfeuerwehr und der Hornberger Feuerwehr wurde dadurch weiter gepflegt.
Nachdem die Gutacher Feuerwehr vor wenigen Wochen eine detaillierte Ortsbegehung durchgeführt hat, habe die Probe eine Praxisübung ermöglicht. Anschließend zur Probe sind noch die Kommandanten der Wehren gemeinsam durch die Firma gegangen, um sich für den Notfall näher abzustimmen. Gutachs Bürgermeister Siegfried Eckert und der stellvertretende Hornberger Bürgermeister Joachim Hurst freuten sich über das Engagement der Feuerwehr. "Gasleitungen und Chemikalien steigern die Gefahr", betonte Eckert. Daher sei es wichtig zu wissen, wo die Gefahrstellen sind und wie man im Notfall vorgehe. Statistisch gesehen überstehen nur 20 Prozent der Firmen mit einem einzigen Standort einen Großbrand, da sie oft nicht die finanzielle Kraft hätten, sich wieder aufzubauen: Firmenchef Joachim Schondelmaier, auf dessen Einladung die Probe erfolgt ist, stellte diese nüchternen Zahlen im Raum dar, und betont abschließend: "Sie haben heute für die Sicherung von 250 Arbeitsplätzen geübt, die im Ernstfall vielleicht weg wären."


