Hornberg "Piff-Paff" wird Dauerbrenner

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Die Kulisse hat sich geändert in den vergangenen 60 Jahren: Links eine Szene aus dem Jahr 2010 und rechts die Premiere des "Hornberger Schießens" aus dem Jahr 1955. Damals bestand die Kulisse noch aus Pappe und Tüchern... Foto: Gräff/Ketterer Foto: Schwarzwälder-Bote

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Von Eckhard Gräff

Hornberg. Was im Jahre 1955 noch als einmalige Aufführung geplant war, hat sich inzwischen zum Dauerbrenner entwickelt. In diesem Jahr feiert das "Hornberger Schießen" seinen 60. Geburtstag.

Alles begann am 4. Juli 1955. Da wurde nämlich im damaligen Restaurant "Stadt Hornberg" der Historische Verein gegründet. Er hatte sich zur Aufgabe gemacht, die altverbundenen Traditionen innerhalb der Stadt Hornberg zu wahren, zu fördern und späteren Generationen zu erhalten.

"In erster Linie dachte man aber an den Erhalt und Ausbau des nicht nur in unseren deutschen Landen, sondern nach aller Welt hin bekannten Wortes ›Es geht aus wie das Hornberger Schießen‹", ist in dem Gründungsprotokoll zu lesen. Die Geschichte selbst "ist wahrheitsgemäß", heißt es in diesem weiter, nur "die überlieferten historischen Darstellungen gehen nach Ansicht der Historiker etwas auseinander".

Die Vereinsmitglieder waren sich am 4. Juli 1955 sehr schnell einig: "Die im Volksmund am meisten bekannte Darstellung ist als die Richtige anzunehmen". Nun ging man daran, den Grundstein zu legen für das Freilichtbühnenspiel des "Hornberger Schießens". Und da hatte der Hornberger Friseurmeister und Heimatdichter Erwin Leisinger schon fleißig vorgearbeitet. Er hatte nämlich von sich aus bereits damit begonnen, "Dem Schabernack und Narretei unserer Vorfahren beim Empfang des Herzogs Gestalt und Form zu geben".

Das von ihm verfasste Bühnenstück erhielt höchstes Lob: "Erwin Leisinger, bekannt durch seine dichterische und humorvolle Ader, hat die Geschichte historisch einwandfrei geschrieben und die Anerkennung hierfür bei allen Kennern, denen die Urschrift zur Begutachtung vorgelegt wurde, gefunden", ist im Protokoll festgehalten.

Die gleichen aktiven Mitglieder, die bisher in etwas lockerer Form die Fasnet in Hornberg in den Jahren nach dem Zweiten Weltkrieg ausgerichtet hatten, beschlossen nun, dem nunmehr bestehenden Historischen Verein auch die Freilichtbühnen-Aufführung als zusätzliche Aufgabe zu übertragen.

Zunächst galt es aber erst einmal, Überzeugungsarbeit unter anderem auch bei der Stadtverwaltung zu leisten, die ihre Bedenken hatte. Nach intensiven Verhandlungen kam dann der Durchbruch: Bereits für den 28. August 1955, also gerade mal sechs Wochen nach der Gründung des Historischen Vereins, war die Aufführung des Theaterstücks angesetzt. In Windeseile musste nun ein geeigetes Gelände gefunden werden. "Erst war der Storenwaldkopf im Gespräch, dann schließlich der Storenwald", erzählt Bärbel Ketterer, Schwiegertochter des Vereinsgründers, dem SchwaBo von den Anfängen. Da allerdings stand noch ein Musikpavillion, der abgerissen werden müsste.

Nach einigem Zögern und nachdem sich der damalige Hornberger Förster eingesetzt hat, kam schließlich das Okay der Stadt mit der Auflage: "Aber wenn das nichts wird mit dem Theater, dann müsst ihr den Pavillion wieder aufbauen", hieß es damals. Dann kam der 28. August 1955, ein Sonntag. Die Kulisse der Freilichtbühne war aus Holzgerüsten und Sackleinen gestaltet.

Die Zuschauertribüne bestand aus Stein- und Lehmstufen, auf die Stühle gestellt wurden. Die Aufführung wurde zu einem großen Spektakel: Nachmittags gab es in der Hornberger Innenstadt einen großen Festumzug.

Abends eröffnete der Kraichgau Fanfarenzug Mühlhausen das Bühnenstück, der Musik- und Trachtenverein spielte zum Ausklang. Die Aufführung selbst wurde zu einem solchen Erfolg, dass schnell klar war: "Im kommenden Jahr spielen wir das "Hornberger Schießen" wieder. Das Nachsehen hatte einzig der Musikpavillion: "Das Ding ist dann sicher irgendwo vermodert", sagt Bärbel Ketter und schmunzelt.

Albert Ketterer (Vorsitzender), Johann Hirschbühl, Konrad Brohammer, Willi Heidig, Emil Bernet, Wolfgang Neuß, Kurt Moser, Erwin Leisinger, Karl Schmidt, Christian Staiger, Karl Aberle, Willi Martin, Helmut Ruder und Fritz Schweizer.

 
 

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