
Hornberg - "Offen für alles" sei er und seine "Neugier" ungebrochen", so Helmut Rau bei seinem gestrigen Besuch im Hornberger Rathaus. Als Abgeordneter wolle er sich auf einen aktuellen Kenntnisstand bringen und er stelle fest, dass sich in Hornberg sehr viel verändert habe.
Der Besuch von Rau veranlasste Hornbergs Bürgermeister Siegfried Scheffold, zu einer kommunalpolitischen Gesprächsrunde einzuladen, an der neben Rau auch die Vorsitzenden der Gemeinderatsfraktionen Erich Fuhrer (CDU), Thomas Weißer (FW) und Rolf Hess (SPD) teilnahmen sowie Ortsvorsteherin Evelyn Lauble aus Reichenbach und ihr Kollege Bernhard Dold aus Niederwasser.
Der Themenkatalog war umfangreich. Ein erstes Anliegen war Scheffold die geplante Sanierung der Stadthalle. Man sei zudem dabei, Das Schloßbergkonzept Stück für Stück zu realisieren. Der Tages- und Übernachtungstourismus solle gefördert werden. Scheffold informierte auch über die jüngsten Schritte in Sachen Kinderbetreuung, die freilich enorme Kosten verursacht hätten.
Auch die schulische Entwicklung war Gegenstand der Präsentation, für Helmut Rau als ehemaligem Kultusminister ein besonderes interessantes Thema. Die hohen Aufwendungen, der Zuschussbedarf und verschiedene Finanzierungspläne waren Gegenstand einiger Ausführungen, in deren Verlauf Scheffold auch die Notwendigkeit der Erhöhung von Realsteuern andeutete.
Die Sorgen der Außenbereiche formulierte Evelyn Lauble. Die unbefriedigende DSL-Versorgung, die Verweigerung der Telekom in dieser Sache und untaugliche Angebote anderer Firmen gaben Anlass zu einiger Kritik. Erich Fuhrer übte heftige Kritik am Verhalten der Telekom, die den Bürger auf dem Land im Stich lasse. Die Offenhaltung der Landschaft, der Zustand von Hofzufahrten – einstens im BZV erstellt – waren weitere Themen. Für die Erlangung von Zuschüssen gab der Abgeordnete den Rat: "Lästig bleiben, immer wieder beantragen". Bei der folgenden Besichtigung der Firma Kammerer – Gewindetechnik in Niederwasser - bekam der Politiker einen Einblick in einen neuen Betrieb, hörte aber auch, dass nicht nur Kommune, sondern auch die Wirtschaft Wünsche an die Politik hat.