Der 50. Geburtstag der Hornberger Pilzlehrschau ist gebührend gefeiert worden. Gleichzeitig wurden die neuen Räumlichkeiten in der Werderstraße eingeweiht."Seit Alters her ist das Gebäude nun Kultur- und Bildungseinrichtung", sagte Hornbergs Bürgermeister Siegfried Scheffold. Er sieht die Renovierung als "Beitrag der Stadt, das historische Gebäude zu erhalten". In den Umbau der Räume seien bislang 125 000 Euro investiert worden.

Nach dem Tod Walter Pätzolds habe man sich große Sorgen um die Zukunft der Hornberger Einrichtung gemacht. Bislang sei kein neuer Leiter für die Einrichtung gefunden worden.

Karin Pätzold, die zusammen mit ihrem Mann die Pilzlehrschau über 30 Jahre lang aufgebaut hat, dankte den Vertretern der Stadt: "Ich bin begeistert."

Im Jahr 1962 hatte der damalige Schulrektor Max Hetzel in den Räumen der Volksschule eine "Pilzberatungsstelle Hornberg im Kreis Wolfach" gegründet. Als Ausstellungsstücke nahm Hetzel über 70 naturgetreue Nachbildungen gängiger Wildpilze. Die Ausstellung zog ein Jahr später in das alte Kinos und fand ab Juli 1964 mit über 100 Pilzmodellen eine neue Heimat in den Räumen des 1874 erbauten Real-Gymnasiums. Hetzel hatte einen enormen Zulauf: 1962 zählte er 200 Pilzberatungen mit 700 Schülern und 1400 Erwachsenen, 1963 waren es bereits 600. 1972 wurde Hetzel aus Altersgründen von seiner Tätigkeit verabschiedet, und Rose Marie Dähncke übernahm die Leitung der Einrichtung, die sie zu einer Lehranstalt ausbaute. Damit wurde der Schwerpunkt der Aus- und Weiterbildung von Pilzberatern nach Hornberg verlegt. Zudem veröffentlichte sie viele Bücher. 1981 übernahm Walter Pätzold die Leitung der Pilzlehrschau. Er baute sie in 30 Jahren zu einem international anerkannten Pilzinstitut aus. Walter Pätzold starb 2011.

u Die Festschrift "450 Jahre Hornberger Pilzlehrschau" von Karin Pätzold ist in der "Tourist-Info" erhältlich.