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Horb a. N. Schadet Wasserkraft den Fischen?

Peter Morlok, vom 21.03.2011 11:18 Uhr
Die Bedeutung des Fischereiwesens in Baden-Württemberg, und im Besonderen an Neckar, Kinzig und Murg, wurde bei der Hauptversammlung des Verbandes für Fischerei und Gewässerschutz (VFG) in Bildechingen in den Mittelpunkt gerückt. Von links: Wolfgang Beck, Peter Rosenberger, Tanja Gönner, Wolfgang Reuther und Michael Laschinger 
 Foto: Morlok
Die Bedeutung des Fischereiwesens in Baden-Württemberg, und im Besonderen an Neckar, Kinzig und Murg, wurde bei der Hauptversammlung des Verbandes für Fischerei und Gewässerschutz (VFG) in Bildechingen in den Mittelpunkt gerückt. Von links: Wolfgang Beck, Peter Rosenberger, Tanja Gönner, Wolfgang Reuther und Michael Laschinger Foto: Morlok

Horb-Bildechingen - Der Verband für Fischerei und Gewässerschutz (VFG) thematisierte bei seiner Hauptversammlung einen ökologischen Konflikt, der auch für den Kreis Freudenstadt typisch ist: Wie stark schadet die Nutzung der Wasserkraft den Fischbeständen?

Wolfgang Beck, Präsident des Horber Fischereivereins, eröffnete als Gastgeber die Hauptversammlung. Er sieht den Horber Fischereiverein, der 1891 gegründet wurde, als die Naturschützer der ersten Stunde. Der Verein werde sich auch in diesem Jahr wieder an der Jugendarbeit im Ort, der Stadtputzede und zudem beim Neckarblühen einbringen. Eine kritische Anmerkung galt Oberbürgermeister Peter Rosenberger. Die Kommunikation zwischen Verein und Behörde sei oft schwierig. "Man wird vor vollendete Tatsachen gestellt – jedoch könnten Konflikte im Vorfeld geklärt werden." "Wenn nicht wir, wer soll sich sonst mit dem Gewässer auskennen", so die Frage von Beck, der damit auf die Diskussion um das neue Wasserkraftwerk einging.

Wolfgang Reuther, Präsident des Verbandes, beklagte die gekippte Abschuss- und Verbrämungsmöglichkeit für Kormorane. Seine weitere Forderung lautet: "Finger weg von kleiner Wasserkraft." Sein Fokus liegt auf großen Windkraftanlagen.

Umweltministerin Tanja Gönner ließ sich wenig später auf den Spagat zwischen ökologischer Gewässernutzung und Wasserkraft ein. In den 1970er-Jahren sei der Neckar fast in totes Gewässer gewesen. Zehn Milliarden sind seither in Kläranlagen und die Aufbereitungsanlagen investiert worden. Weitere 400 Millionen werden in den nächsten Jahren in Gewässerqualität und die ökologische Nutzung von Gewässern und Wasserwegen investiert. Die Ministerin erwähnte die Programmstrecken für Wiederansiedlung von Fischarten und den Masterplan zur durchgängigen Freimachung des Rheins für Lachswanderungen mit elf großen Staustufen inklusive Fischtreppen.

Kinzig und Murg seien als Laichgebiete für seltene Fischarten zwischenzeitlich etabliert. Die Wasserkraft bezeichnete Gönner als eine "sinnvolle, Jahrhunderte alte Energiequelle". Die Diskussion zu beiden Themen sollte mit Augenmaß zum Konsens geführt werden, empfahl sie.

Wie Peter Rosenberger in seinem Horber "Werbeblock" ging auch sie auf den Neckar und seine Einbindung in das Grünprojekt ein.

Das Thema "Kormoran" zog sich wie ein roter Faden durch den ersten Teil der Versammlung. Tanja Gönner bat um Verständnis, dass sie Vogel- und Fischereischutz gerecht betrachten und die gegenseitigen Interessen ausgewogen bewerten müsse. Sie weiß, dass die Vögel bis zu 90 Prozent eines Fischbestandes fressen können. Die Erleichterung von Abschüssen und Vertreibungen führt zu Auseinandersetzungen zwischen Vogelschützern und Fischern. Die VFG verabschiedete hierzu eine Resolution.

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