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Horb - Die Hohenberghalle wurde zum Saloon, der Neckar zum Colorado-River und Horb zur "Western City". Der Eröffnungsball am Samstagabend war wieder einmal ein gesellschaftliches Ereignis – mit vielen kleinen Geschichten auf und abseits der Bühne.
"Was soll ich bloß anziehen?", war oft im Vorfeld zu hören. Das Thema Wilder Westen sorgte für Kopfzerbrechen. Geht da noch was anderes als Cowboy oder Indianer? Die Antwort lautete Ja. Schon erstaunlich, wie viel das Thema hergab: Saloondame (prominentes Beispiel Janet Rosenberger), Henker (Promi: Timm Kern), Kühe oder Horber Hornochsen sind nur einige Beispiele. Aber auch die klassischen Cowboys und Indianer boten viele Varianten: weibliche Cowboys, Männer als hübsche Indianer-Ladys oder ein Pärchen als homosexuelle Cowboys à la Brokeback Mountain. Insgesamt war es ein imposantes Bild in der Halle, in der man sich tatsächlich wie in einer Westernstadt fühlte.
Die politische Prominenzglänzte in diesem Jahr duch Abwesenheit. Vermisst wurden Michael Theurer, Landrat Klaus Michael Rückert und Landtagsabgeordneter Norbert Beck, der sich krank gemeldet hatte. Hans-Joachim Fuchtel ließ sich das Spektakel allerdings nicht entgehen, obwohl er in jedem Jahr zur Zielscheibe wird. Doch er ist nicht nachtragend wie seine geliebten Kamele, sondern zeigt sich da eher als Dickhäuter.
Apropos Politiker:Oberbürgermeister Peter Rosenberger kam in diesem Jahr ganz standesgemäß als Sheriff. Das war ja nicht immer so. Man erinnere sich an das hinreißende Marilyn-Monroe-Kostüm vor zwei Jahren. Sein Vize kam als Zorro. Ein begehrter Held, einst verkörpert vom Frauenschwarm Errol Flynn. Und auch Zeitler avancierte zum Liebling der Damenwelt – zumindest auf der Bühne. Dort war zu erfahren, dass er mit Annette Stoll zum Traumpaar der Gartenschau wurde. "Beim Grünprojekt gab’s net nur viele Bluma, au schöne Fraua gab es dort, und unser Bürgermeister, der sexy Zeitler, verlor sein Herz an die Annette Stoll."
Auch der Landwirt Rolf Maier, bekannt als Erdbeer-Maier, rückte in den Fokus der Narren. Die Stadtteilindianer Axel Lipp und Christian "Speck" Bok sangen auf der Melodie von Tony Christies "Amarillo": "In Betra isch’s weit komma, dr Erdbeer-Maier isch heit no benomma. Sie henn an schier feschtgnomma. Mit ra Straf isch er drvokomma. Heit hilft er de Arme, mit Salat ond Fleisch. Er duat ganz viel Schaffa. Des kostet Geld ond Fleiß!"
Die Videoeinspieler, produziert von Ralf Berger und seinem Team, waren wieder ein großes Vergnügen für die Besucher des Eröffnungsballs. Die närrischen Schauspieler zeigten viel Talent und eine großartige Mimik. Sie nahmen bekannte Westernhelden mit leichter Namensänderung – unter anderen Xorro mit Sprachstörungen, die etwas trotteligen Daltons oder Winnitouch, in Anlehnung an den Film "Schuh des Manitu" – auf die Schippe, die alle auf kuriose Art und Weise Einladungen zum Ringtreffen erhielten. Des Öfteren lief die Blutsbrüderschaft schief, und am Ende kam es tatsächlich zum »High Noon am Neckar«. Doch die Horber Narren zeigten sich von ihrer friedlichen Seite.
Mehr Darsteller auf der Bühne, ein neues Regieteam und eine neue Rollenverteilung auf der Bühne: Das Fazit am Ende des Eröffnungsballs fiel ausgesprochen positiv aus. Die Regisseure Alexander "Locke" Guth, der dazu auch noch die Moderation des Abends übernahm, und Roland Plehn, früherer Rektor der Horber Berufsschule, erhielten viel Lob für ihre Inszenierung. Der Übergang von Thomas Grassinger zum neuen Doppelteam hat reibungslos geklappt.