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Horb-Talheim. Bei der Fasnet verbinden sich Brauchtum und Tradition zu einem engen Konstrukt, und die Hüter dieser Geschichte haben sich im närrischen Freundschaftsring Neckar-Gäu zusammengeschlossen, um über die Einhaltung der Gepflogenheiten zu wachen.
26 Zünfte zählt der heimische Ring, und während der Ringtreffen ist es die Regel, dass während eines Brauchtumsabends alle diese Narrenzünfte einzeln vorgestellt werden.
Horbs Oberbürgermeister Peter Rosenberger, zünftig als Horber Hexe »Weizen Rosi« gekleidet, packte diesen Umstand in seiner Begrüßungsrede im proppenvollen Festzelt in folgender Versform zusammen: »Ordnung, Brauchtum und Tradition, das sind die Worte der Ringkommision. Doch was ist mit Feier und Spaß uff d‘r Gass? – ich bin der Meinung, die Mischung ist richtig, darauf heb‘ ich mein Glas.«
Auch Ortsvorsteherin Kerstin Just sprach Grußworte ans närrische Volk, bevor die Bühne ganz den Narrenzünften aus gehörte. Dafür, dass auch jeder der vielen Hundert Gäste im großen Festzelt etwas vom Treiben auf der Bühne mitbekam, sorgte Ralf Berger mit seinem Videoteam »RaBe«, welches das Geschehen live auf zwei riesige Leinwände projizierten. Ansonsten wäre ab Tischreihe Zwei Feierabend gewesen, so dicht war die Bühne ständig von fotografierenden und filmenden Zunftmitgliedern und ganzen Fan-Blocks umlagert, die nichts vom Auftritt ihrer Garde verpassen wollten.
In drei großen Blocks wurden die Zünfte auf die Bühne gerufen und nacheinander vorgestellt. Die drei Moderatoren aus der Führungsriege des Rings legten bei der Beschreibung der Masken und ihrer Entstehungsgeschichte auch Wert auf kleinste Details. So erfuhr die närrische Gesellschaft, dass beispielsweise die Schellen der Schneckengraber aus Dettingen alle handgetrieben sind, oder dass zum Hochzeitszug der »Horber Kropfer« auch zwei Stadtschantle, Weißnarren und die Bremer Stadtmusikanten gehören. Informationen, die man sonst nur in Chroniken lesen kann.
Jeder Vorstellungsblock wurde von einer Narrenkapelle begleitet, und zum Abschluss jedes Blocks gab es noch jeweils eine besondere Darbietung. So tanzen die »Blätzlesbuaba« aus Klein-Paris ihren Narrentanz, und das Männerballett des gastgebenden Vereins versank zu den Klängen von »Honky Tonk Woman« bei Sychronschwimmen in den illuminierten Fluten der Steinach. Die Zuschauermassen waren begeistert. Auch der abschließende Gardetanz des Zigeunerballetts Untertalheim darf getrost zu den Höhepunkten der Veranstaltung gezählt werden.
Nach soviel Brauchtum und Tradition wurde die Bühne für das tanzwütige Volk freigegeben.