Horb a. N. Vorerst kein Geld für Freibad

Von
Dass es zusätzlich zum Neckarbad vorerst kein Freibad geben wird, stieß bei manchen Räten nicht gerade auf Gegenliebe. Foto: Hopp

Horb - Das Freibad und die Feuerwehr. Die Absage des Rathauses, in absehbarer Zeit ein Freibad zu bauen, sorgte für heftige Diskussionen.

SPD-Fraktionschef Thomas Mattes: "Die SPD-Fraktion bedauert sehr, dass im Zeitraum der mittelfristigen Finanzplanung noch keine Mittel für die Erweiterung des Neckarbads mit einem Freibad aufgenommen werden können. Ein Freibad würde zweifellos zu einer Attraktivitätssteigerung des Mittelzentrums Horb beitragen. Welche Nachhaltigkeit hat das überdimensionierte Stadtmarketing? Könnte nicht auch ein Fest weniger ausreichen? Grundsätzlich ist nichts gegen von privaten Unternehmen eigenfinanzierten Veranstaltungen einzuwenden. Worin liegt aber die Nachhaltigkeit einer Unterstützung von ›Mission Mudder‹ durch städtische Budgets? Ist es nicht wichtiger, in einem Freibad schwimmen zu können, als sich im Schlamm zu suhlen?"

Polemik, die natürlich provozierte. Für CDU-Fraktionschef Gerhard Munding fällt Mattes dabei in die Kategorie der "Traumtänzer". Munding: "Uns bleibt nichts übrig, als die Ausgaben – so weit wie möglich – zu beschränken. Wenn ich die Diskussion um ein Freibad verfolge, habe ich das Gefühl, dass diese Einsicht bei einem Teil des Gemeinderats völlig fehlt. Es gibt hier in den Reihen leider einige finanzpolitische Traumtänzer. Schon das jetzige Hallenbad weist in den letzten 10 Jahren einen jährlichen Abmangel von 700 000 Euro auf." In absehbarer Zeit sei das Freibad nicht zu finanzieren.

Für die OGL ist die Absage der Stadt an ein Freibad in der mittelfristigen Finanzplanung zumindest zweifelhaft. Elisabeth Schneiderhan, OGL: "Die Empfehlung der Verwaltung, die Kosten für ein Freibad nicht in den mittelfristigen Haushalt aufzunehmen, halten wir für falsch. Die angeführten Betriebskosten erscheinen auf den ersten Blick hoch. Sie beinhalten die Posten Abschreibung und Verzinsung, die rund 150 000 Euro betragen. Bei anderen Investitionen der Stadt, zum Beispiel bei den Investitionen zur Verlegung der Feuerwehr, werden in der Beratungsvorlage diese Posten nicht als Betriebskosten aufgeführt."

OB Peter Rosenberger: "Während die Feuerwehr zu den Pflichtaufgaben der Stadt gehören, ist das Freibad eine freiwillige Aufgabe. Eine Veranstaltung, die wir jährlich machen, ist nicht geeignet, das Freibad zu finanzieren. Das eine kostet vielleicht 5000 Euro, das Freibad 500.000 Euro."

Damit soll das – vor allem von SPD und Grünen gewollte – Freibad aber nicht auf den "Sankt Nimmerleinstag" verschoben werden.

Das Stadtoberhaupt: "2009 und 2010 haben wir mit unserer Zielsetzung zum generationsgerechten Haushalt eine Art Bäumchen gepflanzt. Schon jetzt steht es einigermaßen stabil. Bedenklich ist, wenn jetzt die ersten kleine Früchte, die noch nicht ausgereift sein können, abgeerntet werden sollen. Wenn wir unsere Schulden im Hoheitshaushalt getilgt haben und unsere neue Sparte der Energiegewinnung aus den Stadtwerken konstant Gewinne abwirft, dann haben wir zusätzliche Spielräume von über einer Million Euro jährlich. Das sind dann die reifen Früchte, die dann gerne geerntet werden dürfen, vielleicht sogar für ein Freibad."

Und dann wurden Beschlüsse gefasst.

Das Projekt Zukunft bekommt zum bisherigen Zuschuss in Höhe von 13.000 Euro aus der Stadtkasse 3000 Euro extra. Beantragt waren 5000 Euro – unter anderem für die Anstellung eines Hausmeisters.

Der Musikverein Horb muss für das Jahreskonzert in der Hohenberghalle nicht mehr wie bisher eine Miete in Höhe zwischen 800 und 100 Euro zahlen, sondern nur die Nebenkosten in Höhe von gut 451 Euro.

Die Kunst & Kultur AG bekommt eine 450 Euro Stelle für das "Kulturbüro Horb".

Der Bauhof bekommt eine zusätzliche Stelle. Eigentlich sollten die "Altguthaben" der Ortsteile, die im Jahr 2014 bei 607.000 Euro lagen, zum Ende des letzten Jahres verfallen. Jetzt behalten die Ortsteile dieses Altguthaben noch ein Jahr länger. Der Malerbetrieb könnte privatisiert werden.

Der fünfte Bauabschnitt des Baugebiets Allmend in Bittelbronn soll erschlossen werden, wenn genug vorhandene Bauplätze verkauft sind. Die Erschließungskosten werden mit 202 000 Euro beziffert.

Für die Breitbandversorgung von Altheim, Betra, Dießen, Horb, Ihlingen, Isenburg, Mühlen, Mühringen, Nordstetten und Rexingen dürfen die Stadtwerke einen Kredit aufnehmen. Der Kapitalbedarf wird – abzüglich von Zuschüssen von Land oder Bund – auf 1,2 Millionen Euro eingeschätzt. Wenn Empfingen zustimmt, dass auch Dommelsberg angeschlossen wird, können sich die Zuschüsse noch erhöhen.

Viele städtische Hallen und Einrichtungen werden saniert. Große Posten: Fenster Halle Nordstetten (104.000 Euro), Stadionsporthalle Sportboden (116.000 Euro), Hohenberghalle (175.000 Euro), Schulzentrum (238.000 Euro), MGG (38.500 Euro, neuer Bio-Raum gestrichen).

Mehr in Ihrem Schwarzwälder Boten
Artikel bewerten
3
loading
  
Kreis Freudenstadt
  
Kommunales
  
Freibad
  
Haushalt
  
Gemeinderat Horb

Ihre Redaktion vor Ort Horb

Florian Ganswind

Fax: 07451 9003-29

Flirts & Singles

 
 
0

Kommentare

Artikel kommentieren

Kommentarregeln

Um Artikel kommentieren zu können, ist eine Registrierung erforderlich. Sie müssen dabei Ihren Namen sowie eine gültige E-Mail-Adresse (wird nicht veröffentlicht) angeben. Bei Abgabe Ihrer Kommentare wird Ihr Name angezeigt. Alternativ können Sie sich mit Ihrem Facebook-Account anmelden.

  1. Passwort vergessen?
Sie haben noch keinen Benutzer-Zugang? Jetzt registrieren!
loading