Horb a. N. Verunstaltet neue Flüchtlingsunterkunft Altheimer Straße?

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Passen Bauten in Holzständerweise in die Altheimer Straße? An dieser Stelle, rechts von der Straße, könnten sie entstehen. Foto: Hopp

Horb - Die Altheimer Straße. Aus Richtung Freudenstadt kommend, ist rechts ein leeres Grundstück. Hier soll eins der neuen "Flüchtlingshäuser" in Holzständerbauweise entstehen. Verschandelt dieser Bau die Altheimer Straße?

Die ersten Skizzen des Landkreises, die im Gemeinderat veröffentlicht wurden, verheißen nichts Gutes: Zwei "Flüchtlings-Pfahlbauten" mit Flachdach, eine Fassade aus waagerechten Brettern, die von rot auf gelb wechseln. Der zweite Flüchtlings-Pfahlbau: Sieht glatt aus. Zumindest von außen eine eher schlichte Fassade. Wenn man Böse wäre, könnte man sagen: Sieht aus wie ’ne Baracke.

Fakt ist auch, so findet Stadtplaner Peter Klein in seiner Bewertung des Standorts Altheimer Straße: Hier sei "Toleranz bei der Gestaltung hinsichtlich Gesamtanlage und Gestaltungssatzung erforderlich." Landrat Klaus Michael Rückert bestand aber auf der schlichten Bauweise: "Eine Goldrand-Lösung kann es dort nicht geben."

Blick ins Internet unter "Holzständerbauweise". Wir sehen Häuser mit waagrechten Holzelementen, teils farblich abgestuft. Auch einen komplett weiß geputzten Kubus wirft Google aus. Ans Schwedenhaus erinnert ein Bau, der unten weiß ist und in der zweiten Etage mit roten Längsbrettern verkleidet ist. Alles modern, aber nicht hässlich. Im Gegensatz zu der ersten Skizze des Landratsamtes.

Würde solch ein "Flüchtlings-Pfahlbau" die Altheimer Straße verschandeln?

Fakt ist: Fachwerk ist hier nur noch vereinzelt zu sehen. Das Haus rechts von der "Germania" – dicker Putz, viereckige Fenster. Nummer 41 – glatter Putz, aber Erker und Spitzdach bringen mehr Struktur in das Ganze. Ebenso das Haus gegenüber der Germania mit unten Grau und oben Rot. Könnte also auch – theoretisch – Holzständerbauweise sein. Nur das Dach sieht aufwendiger aus.

Warum braucht es dann "Toleranz bei der Gestaltung"?

Der Bau hätte einen rechteckigen Grundriss von gut 31 Mal 12 Metern. Zwei Etagen, Flachdach. Hier würden laut den Planungen des Landratsamtes 52 Personen reinpassen. Wenn die Räumlichkeiten nicht mehr für Flüchtlinge gebraucht werden, können hier sechs Wohnungen pro Etage entstehen. Wo ist also das Problem?

Das Dach, die Länge und Sprossenfenster. Stadtsprecher Christian Volk: "Für den Standort gibt es noch keine konkrete Darstellung. Bei Annahme eines identischen Bauwerkes wie am Tiefen Weg könnte zum Beispiel die absolute Gebäudelänge, fehlende Sprossenfenster sowie die Dachgestaltung eine Befreiungsnotwendigkeit nach sich ziehen. Weder die Gebäudehöhe noch die Fassadengestaltung stellen auf Basis der aktuellen Planung ein Problem dar."

Kommt es zu der "Zwei zu Eins"-Lösung? Der Landkreis wollte ursprünglich drei Häuser auf dem Hohenberg bauen. Durch die Verlegung eines Gebäudes an die Altheimer Straße werden Mehrkosten in "sechsstelliger Höhe" (Landrat) oder "fünfstelliger Höhe" (Rathaus) erwartet.

Wie teuer wird es wirklich?

Stadtsprecher Volk: "Aus Sicht der Stadt können sich Mehrkosten zum Beispiel durch die Notwendigkeit einer zusätzlichen Heizungsanlage und doppelter Nebenräume an beiden Standorten entstehen.

Laut Stadtverwaltung gibt es möglicherweise Lösungen, die noch kostengünstiger sind

Es könnten allerdings auch positive Synergien durch den geplanten Umbau der Altheimer Straße entstehen, wie zum Beispiel Geländebegradigung, Herstellen des Hausanschlusses und Errichtung von Stellplätzen. In einem Vorortgespräch wurden verschiedene Zusammenhänge und Notwendigkeiten bei einer Aufteilung auf zwei Standorte diskutiert und festgestellt, dass es möglicherweise kostengünstigere Lösungen geben könnte. Die weitere Konkretisierung der Planung bleibt hierbei zunächst abzuwarten."

  
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Florian Ganswind

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