Horb a. N. Verbarrikadieren und Widerstand helfen Ortsvorsteher Schad nicht

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Alles wehren nützte nichts: Rathauschef Andres Schad musste letztlich doch den Schlüssel an die Narren abtreten. Foto: Hellstern Foto: Schwarzwälder-Bote

Von Heinrich Hellstern

Horb-Betra. Trotz des nasskalten und schmuddeligen Wetters gab es am "Schmotztigen Daustig" im Stadtteil Betra eine zünftige Schlüsselübergabe. Die Machtübernahme vor dem Betraer Rathaus verlief aber alles andere als harmlos.

Vielmehr mussten die Narrren den Betraer Rathauschef Andres Schad aus dem Rathaus zerren.

Machtübergabe: Zunft muss hart durchgreifen

Der Ortschef hatte sich mit einigen Getreuen im großen Sitzungssaal verbarrikadiert und wollte unter keinen Umständen die Macht an die Narren abgeben. Doch schließlich beugte er sich dem Willen des närrischen Volkes und gab klein bei.

Zu Beginn des närrischen Spektakels begrüßte die Zunftmeisterin Jutta Hellstern vor dem Rathaus die Narrenschar und die anwesenden Gäste. In Reimen gab sie schon vorsorglich bekannt, dass der Betraer Ortsvorsteher die Macht ohne Federlesens an die Narren abgeben sollte, sonst sei er ein "armer Mann". Denn Narren wüssten was sie wollten und seien keine Verrückten.

Dann gab es eine besondere Begrüßung für die vielen Jungnarren. Ihnen wurde bereits gesagt, dass es für sie auch einen Lohn für die Mühen geben werde. Und dann kam es gleich zur versprochenen Ordensverleihung. Für jeweils mehr als 20 Sprünge erhielten die Jungnarren Finn Fligg, Dominik Maier und Jenny Maier jeweils den bronzenen Sprungorden.

In der Zwischenzeit herrschte vor dem Rathaus eine gespannte Atmosphäre. Die Hästräger hatten sich auf dem geräumigen Rathausplatz versammelt und die Kandldapper spielten einige närrische Melodien. Die Häscher der Zunftmeisterin waren ebenfalls im Einsatz.

Vom oberen Rathauszimmer ertönten laute Schreie. Der Ortsvorsteher wurde trotz Widerstands gewaltsam aus seinem Büro gezerrt und vors Rathaus gebracht. In ihrer Proklamation verlangte die Zunftmeisterin den Rathausschlüssel ohne Wenn und Aber. Und schließlich war der Ortsvorsteher einsichtig und kleinlaut und händigte das Rathaussymbol den Narren aus.

Damit sind die Narren nun für die vor ihnen liegende Fasnet Inhaber der Schlüsselgewalt. Bevor es aber soweit war, kam es noch zu einigen Redegefechten. Der Ortschef meinte, er könne es bei "Wein und Brot" noch lange im Rathaus aushalten.

Als man ihm aber drohte, dass man ihm den Garaus mache, wenn er nicht den Schlüssel herausgebe, ging alles ganz schnell. Die Zunftmeisterin bekam den Schlüssel und darf, so der Rathauschef, in den nächsten Tagen regieren. Aber sie sollte ihn und seinen Rat von aller Unbill verschonen.

Er wünschte allen für die nächsten Tage viel Spaß auf der Gass. Im weiteren Verlauf gab es natürlich den obligatorischen Hexentanz und eine Kandltaufe.

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