Von Hanna Fieler und Florian Vees

Horb. Wer kennt nicht die Geschichten vom Räuber Hotzenplotz, der dem Kasperl und dem Seppel das Leben schwer macht, oder der kleinen Hexe mit ihrem Raben Abraxas? Der Tod von Otfried Preußler, dem bekannten Kinderbuchautor, trifft auch die Horber.

Er verzauberte mit seinen Geschichten und sorgte dafür, dass viele Kinder in einen ruhigen und seligen Schlaf fanden. "Die Bücher laufen nach wie vor hervorragend, Nachfrage ist auch nach seinem Tod noch vorhanden. Ich glaube sogar, dass sie eher noch steigen wird", meint Imelda Kohler (Buchhandlung Kohler) auf die Frage, wie die Bücher auch nach so langer Zeit noch gelesen werden. "Vielleicht sollte ich die Regale noch einmal auffüllen", fügt sie halb im Scherz hinzu.

In der Stadtbücherei sind 32 Werke des Autoren erhältlich

Allein das Buch "Der Räuber Hotzenplotz" (Band eins bis drei) wurde in Deutschland über fünf Millionen Mal, weltweit über 7,5 Millionen Mal verkauft. Die Gesamtauflage liegt sogar bei 50 000 000 Exemplaren.

Von der Zensur einiger Worte in den Büchern Preußlers, wie zum Beispiel dem "Negerlein" in der "Kleinen Hexe", hält Kohler nichts: "Die Leute sollen das nicht so ernst nehmen, schließlich geht es um historische Literatur. Ich denke nicht, dass Otfried Preußler mit dieser Wortwahl jemanden provozieren oder diskriminieren wollte. Er selbst hätte meiner Meinung nach sicher nicht gewollt, dass man sich über so eine Kleinigkeit in seinen Werken streitet und aufregt, vor allem nicht nach seinem Tod."

Die Kollegen von der Stadtbücherei Horb sehen das etwas anders: "Als Zensur kann man das nicht bezeichnen. Hier geht es darum, dass Preußler zu seiner Zeit Wörter verwendet hat, die damals noch politisch korrekt waren, es allerdings heute nicht mehr sind. Wir würden es eine ›zeitgemäße Anpassung‹ nennen".

Die Stadtbücherei Horb besitzt 32 Werke von Otfried Preußler, darunter auch Hörbücher. Diese werden immer noch gerne und oft ausgeliehen. Das wird mit Sicherheit auch in Zukunft so bleiben.