Horb a. N. Teilhaber können sich zurücklehnen
Schwarzwälder-Bote, 15.07.2012 20:53 UhrVon Peter Morlok
Horb-Bildechingen. Die Bilanz ist ausgeglichen, der Gewinn erlaubt eine ordentliche Dividendenausschüttung, das Haus ist gut bestellt und die Rechenschaftsberichte von Vorstand und Aufsichtsrat klangen vielversprechend. Mit diesem Fazit konnten sich die Anteilseigner der Raiffeisenbank Horb, die sich zur Hauptversammlung für das Geschäftsjahr 2011 am Freitagabend in der Bildechinger Turn- und Festhalle trafen, beruhigt zurücklehnen.
"Meine eigene Bank" stand als Leitmotiv über der Medienpräsentation, mit der die beiden Vorstände Harald Queisser und Burkhard Hellstern sowie der Aufsichtsratsvorsitzende Helmut Pfister durch den Abend führten.
2012 ist das internationale Jahr der Genossenschaften und UN-Generalsekretär Ban-Ki-Moon sagte: Genossenschaften leben vor, wie sich Wirtschaftlichkeit und soziale Verantwortung verbinden lassen." Gerade diese Verbindung hob Queisser in seinem Vorstandsbericht hervor. Er verglich die Horber Raiffeisenbank mit einem kleinen Schiff, das den stürmischen Wellen der Finanzmarktkrise nun schon lange trotzt.
Neben diesem positiven Aspekt ließ er aber auch warnende Töne anklingen. Als Ozeanriesen, die beim genauen Hinsehen jedoch schon lange zur Reparatur aufs Trockendock gehören, bezeichnete er die großen Geschäftsbanken. "Und manche verlassen dieses Trockendock nicht mehr – ich erinnere hier an die West LB, die vor wenigen Wochen abgewickelt wurde."
"39 Milliarden Euro hat man in die Bankenrettung investieren müssen, und nun kommen die Großbanken und nehmen uns mit Werbeversprechen wie gebührenfreie Girokonten und 50 Euro Begrüßungsgeld die Kunden weg", ärgerte sich der Genossenschaftsbänker. Für ihn steht außer Frage, dass man weitere fünf Jahre der Finanzmarktkrise nicht mehr unbeschadet übersteht.
Burkhard präsentierte die Zahlen. Er konnte von einer Steigerung des Kundenkreditvolumens, einer Erhöhung der Kundeneinlagen, einer Steigerung des Provisionsergebnisses, jedoch auch von einem leichten Rückgang des Zinsüberschusses und einem Anstieg der Verwaltungsaufwendungen berichten.
Insgesamt stand die Raiba bei der Stichtagsbetrachtung am 31. Dezember mit einer Bilanzsumme von etwas über 116 Millionen Euro da und konnte das Betriebsergebnis ähnlich dem des Vorjahres gestalten.
Der Aufsichtsratsvorsitzende Helmut Pfister bestätigte den beiden Vorständen und ihrem Team gute Arbeit, und auch der Aufsichtsrat selbst, der aus neun Mitgliedern besteht, kann auf ein erfolgreiches Jahr zurückblicken. Die Entlastungen erfolgten daher einstimmig.
Bei der turnusmäßigen Wahl wurden die Aufsichtsräte Joachim Grötzinger, Ferdinand Kreidler und Martin Söllner ebenfalls einstimmig wiedergewählt.
Bei Ripple und Blasmusik fand der Abend einen harmonischen Ausklang.


