Horb a. N. Technik in den neuen OP-Sälen: Eine Wissenschaft für sich

Schwarzwälder-Bote, 29.05.2012 20:25 Uhr

Horb. Bei einem Tag der offenen Tür am Samstag, 16. Juni, stellt die KLF (Krankenhäuser Landkreis Freudenstadt gGmbH) die beiden neuen Operationssäle im Spital Horb und den Aufwachbereich der Öffentlichkeit vor. Derzeit wird im Krankenhaus Horb die Technik dieses Bauabschnitts aufgerüstet und getestet. "Wir stehen schon unter Druck", sagt Tobias Hipp mit Blick auf den näher rückenden Eröffnungstermin.

Hipp kennt das Horber Spital seit 18 Jahren. Er ist unter anderem in der Technischen Leitung tätig und hat in den Tagen vor der Eröffnung viel um die Ohren. Denn am 19. Juni soll die erste Operation in den neuen Sälen möglich sein. Wenige Tage vor der Eröffnung sehen die beiden OP-Räume klinisch rein und unberührt aus, obwohl die OP-Tische noch gar nicht installiert sind. Die glatten Wände verraten nicht, was hinter ihnen verborgen ist: Ein für den Laien erdrückendes Wirrwarr aus Kabeln, Rohren, Leitungen und Verbindungen.

Der Bau eines Operationssaals ist mit kaum einem anderen Neubauabschnitt zu vergleichen. Das fängt schon bei der Erreichbarkeit mit der Schwelle vom "unreinen" Teil zum sogenannten "Reinbereich" an. Dieser ist nur durch sechs Schleusen zu erreichen.

Je zwei – für Frauen und Männer getrennt – für Patienten, je zwei für Ärzte und Pfleger, eine für bettlägerige Patienten und eine eigene für das Material. Dass die Stromversorgung im OP gleich "mehrfach" abgesichert ist, versteht sich von selbst, auch Feuerschutz und Rettungswege spielen eine wichtige Rolle. Die Lufthygiene vor und während einer Operation ist eine Wissenschaft für sich. Rund 3000 Kubikmeter Frischluft pro Stunde werden über dem vierten Obergeschoss angesaugt und durch Filterstufen in die Operationssäle im zweiten Geschoss geführt. Selbst die Abluft wird gereinigt, bevor sie der Wärmerückgewinnung zugeführt wird.

Und einfacher macht die ganze Sache die elektronische Datenverarbeitung – mal ganz abgesehen von den medizinischen Gerätschaften in einem OP – auch nicht. Auf diese Weise gelangt der Operateur in wenigen Sekunden an verfügbare Röntgenaufnahmen und sonstige Daten des Patienten, über sie erfolgt Dokumentation und Protokollierung der einzelnen Schritte eines Eingriffs.

"Wir sind jetzt in der heißen Phase, erläutert Tobias Hipp. In den Wochen vor der Eröffnung wird getestet, geprobt, werden Einrichtungen und Installationen immer wieder auf den Prüfstand gestellt. Der Hygieniker macht verschiedene Prüfungen (den sogenannten "Abklatsch"), neben den Technikern studieren Ärzte und Mitarbeiter des Funktionsdienstes die technischen Installationen und machen sich mit ihnen und jedem Handgriff vertraut. Mit hochsensibler und unter Umständen lebensrettender Überwachungs- und Behandlungstechnik sind auch die sieben Betten des Aufwach-Bereichs ausgestattet.

Mit der Eröffnung des OP-Bereichs ist der erste Bauabschnitt der Krankenhaus-Sanierung in Horb fast abgeschlossen, die Vorbereitungen für den zweiten Abschnitt laufen bereits an. Dazu muss das Labor in seine neuen Räumlichkeiten umziehen.

Parallel dazu wächst der künftige Neubau im ehemaligen Spitalgarten langsam aus dem Boden heraus. Die erste Decke ist bereits eingezogen. Im Sommer 2013 soll alles fertig sein. Das Krankenhaus ist während der gesamten Bauzeit in Betrieb, wenn auch mitunter nur auf Sparflamme. Patienten und Mitarbeiter ertragen die oft lästigen Bauarbeiten mit großer Geduld und viel Verständnis, zeigt sich Tobias Hipp dankbar.

 
 
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