Horb a. N. S 21-Bauschutt: Anlieger in Talheim extrem gereizt

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Talheim, eingekreist von orangefarbenen Lastwagen: Dieses Horroszenario sieht ein Bürger, der sich gegen die Auffüllung des Steinbruchs wehren will. Foto: Hopp

Horb - Die Pläne zu "Talheim 21" (wir berichteten) beunruhigen die Bewohner. Das bestätigte Bürgermeister Jan Zeitler im Gemeinderat.

Unter Bekanntgaben bestätigte er zunächst die Fakten: "Es liegt eine Anfrage bei der Verwaltung vor. Wir haben uns mit dem Ortschaftsrat verständigt, zunächst verbindliche Zahlen und Fakten zu erarbeiten. Eine erste Info-Veranstaltung – auch für die Öffentlichkeit – ist im September geplant. Der Ortsvorsteher hat hinzugefügt, dass er hoffe, dass er mit dieser Bekanntgabe die Gemeinde etwas beruhigen kann."

Der Schwarzwälder Bote hatte vor acht Tagen enthüllt, dass es Pläne gibt, den ehemaligen Steinbruch in Talheim mit Abraum aus der Mega-Baustelle Stuttgart 21 aufzufüllen. Dabei soll es, so nicht bestätigte Informationen, um eine Menge zwischen 1,5 bis 1,8 Millionen Tonnen gehen. Anwohner befürchten dann eine enorme Belastung durch täglich 50 bis 70 LKW-Fahrten.

Der Talheimer Dietmar Meintel hat schon ein Protestplakat aufgehängt. Der Text: "Alle zwei Minuten ein LKW – Bürger wehrt Euch!"

Er sagt: "Die betroffenen Anlieger sind schon jetzt extrem gereizt. 40 Jahre lang haben wir den Lärm des Steinbruch-Betriebs ertragen. Doch was jetzt droht, ist ein No-Go – wir rechnen mit 100 000 LKW Fahrten! Wenn man sich die Steinbruchverfüllung in Plochingen anschaut, dann kann man erkennen, dass so etwas in dem kleinen, engen Tal gar nicht geht."

Und eine Bürgerinitiative gegen "Talheim 21" ist laut Meintel "ziemlich nah. Nächste Woche kann ich dazu Näheres sagen. Und wenn die Pläne weiter verfolgt werden, dann gehe ich davon aus, dass die Anwohnerschaft komplett auf die Straße gehen wird. Die Stimmung ist so, dass ich sagen kann, dass der Große Hau in Horb ein Klacks dagegen war."

"In unserem Haus ist dieser Vorgang nicht bekannt"

Anspielung auf den Widerstand von Rexinger Bürgern, die mit Unterschriften, Plakaten und Petition dafür sorgten, dass zwei grüne Landesministerien (Alexander Bonde, Ländlicher Raum und Franz Untersteller, Umwelt) den Flächennutzungsplan des Rathauses für Windräder im Großen Hau sozusagen in der Luft zerrissen.

Doch wie weit ist das Rathaus? Laut Regierungspräsidium Karlsruhe ist zunächst das Landratsamt Freudenstadt die zuständige Genehmigungsbehörde.

Laut Landkreissprecherin Sabine Eisele lag bis letzte Woche noch keine Anfrage für "Talheim 21" vor. Eisele am 23. Juli: "In unserem Haus ist dieser Vorgang nicht bekannt und uns liegt aktuell auch kein baurechtlicher oder naturschutzrechtlicher Antrag vor. Die letzte, den ehemaligen Steinbruch in Talheim betreffende, unverbindliche Anfrage liegt mehr als anderthalb Jahre zurück, eine konkrete Planung oder Vorgespräche sind seither nicht erfolgt."

Bürgermeister Jan Zeitler sagte gestern auf Anfrage des Schwarzwälder Boten: "Bezüglich des Steinbruches in Talheim folgende Aussagen: Zwischen der Stadt Horb a.N. und dem ehemaligen Betreiber des Steinbruches besteht seit dem Jahr 2001 ein Vertrag über das Ende des Abbaues und die Rekultivierung des Steinbruches gemäß der ursprünglichen Abbaugenehmigung. Die Elemente der Rekultivierung sind nicht vertraglich festgelegt, da diese fachlich als Auflage im Rahmen der Abbaugenehmigung definiert wurden. Ob und wann ein möglicher Änderungsantrag beim Landratsamt gestellt wird, liegt weder im Zuständigkeits- noch im Einflussbereich der Stadt Horb. Wie in der Gemeinderatssitzung angekündigt, ist beabsichtigt, nach Vorlage eines konkreten Vorschlages mit bewertbaren Zahlen und Fakten diese im Ortschaftsrat Talheim zu beraten und die Öffentlichkeit umfassend zu informieren."

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