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Horb - Ein Brand zerstörte am Dienstagabend die Lagerhalle für Recyclingmaterial und Papier der Firma Alba im Industriegebiet Heiligenfeld. Nach dem Alarm um 21.21 Uhr rückten 116 Feuerwehrleute und 17 Helfer des Roten Kreuzes zum Brandort aus. Die Ermittlungen zur Brandursache dauern an.
Die höchste Alarmstufe B5 wurde ausgerufen, das bedeutet eine Alarmierung der gesamten Kernstadtfeuerwehr. Um 21.27 Uhr wurde die Altheimer Feuerwehr alarmiert, um 21.33 die Wehren Bildechingen und Untertalheim und um 21.52 Uhr die Mannschaft aus Ahldorf. Um 3.24 Uhr wurde zur Übernahme der Nachlöscharbeiten die Feuerwehr Obertalheim herbeigerufen, die bis in die Morgenstunden im Einsatz war.
Bereits bei der Anfahrt der Feuerwehren brannte das Gebäude; Flammen schlugen aus der mit Aluminiumblech verkleideten Lagerhalle. Im Inneren der Halle brannten größere Mengen von Recyclinggut, laut Angaben der Feuerwehr handelte es sich um Papier und gewerbliche Kunststoff-Abfälle, darunter Folien.
Weil ein Austreten von Giftstoffen zu vermuten war, kam der ABC-Erkundungswagen (siehe Infokasten) zum Einsatz. Laut Auskunft der Feuerwehr wurden keine bedenklichen Stoff-Konzentrationen in der Luft festgestellt. "Oder die Mengen waren weit unter den Grenzwerten", so Achim Weinstein, Pressesprecher der Horber Feuerwehr.
Die Feuerwehren begannen an allen Seiten der Halle, die zu einer Seite hin offen war, mit dem Löschen des Feuers. Wegen des Qualms der brennenden Kunststoffe waren bis zu neun AtemschutzträgerGruppen im Einsatz.
Weil unklar war, ob die Löschwassermenge in dem Hochbehälter vor Ort reichen würde, forderte man vorsorglich die Tanklöschfahrzeuge aus Dornstetten und Freudenstadt an, die jeweils eine Kapazität von 5000 Liter Wasser haben. Sie wurden im Pendelvekehr zur Wasserentnahme bei einem Hydranten beim Norma-Markt eingesetzt.
Kreisbrandmeister Frank Jahraus und Stadtbrandmeister Markus Megerle, Oberbürgermeister Peter Rosenberger und Bürgermeister Jan Zeitler waren vor Ort. Megerle hatte die Gesamtleitung des Einsatzes. Im Lauf der Nacht mussten die Feuerwehrleute mit Getränken versorgt werden. Einzelnen Helfern war anzusehen, dass der Einsatz an ihren Kräften zehrte. Kilometerweise mussten Schläuche verlegt werden. Atemschutzträger drangen ins Innere des Gebäudes vor, wo das Sammelgut in Flammen stand. In der benachbarten Firma Kemmler wurde für die Betreuung der Atemschutzträger eine Atemschutzstation eingerichtet.
Um den noch nicht verbrannten Inhalt der Lagerhalle aus der Gefahrenzone zu nehmen und Löschmannschaften den Einsatz zu erleichtern, wurde schweres Gerät eingesetzt. Mit zwei Baggern wurde begonnen, von außen eine Wand einzureißen und das dahinter liegende Material herauszuholen. Dabei wurden die Greifarme immer wieder mit Wasser abgekühlt. Um 23.55 Uhr war das Feuer unter Kontrolle.
Der Einsatz des Roten Kreuzes wurde von Markus Müller, Einsatzleiter Rettungsdienst, geleitet. Kreisbereitschaftsleiter Ulrich Beuter war ebenfalls vor Ort.
Notarztwagen waren aus Pfalzgrafenweiler und zusätzlich Freudenstadt angerückt, die Schnelleinsatzgruppe Horb (ehrenamtliche Helfer) war mit einem Rettungswagen, einem Krankenwagen und einem Einsatzleitwagen zum Brandort geeilt. Für weitere Verstärkung sorgte die Verpflegungsgruppe Altheim
Die Einsatzkräfte der Feuerwehr wurden mit warmen Getränken und Vesper versorgt. Atemschutzträger wurden von den Notärzten überwacht. Insgesamt waren 17 Helfer und sieben Fahrzeuge des Roten Kreuzes im Einsatz, der bis 2 Uhr dauerte.
Die Brandursache und die genaue Schadenshöhe waren gestern noch nicht bekannt.