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Horb a. N. Provokante Liebesgrüße der Mini-Rocker

Von
Foto: Hopp

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Horb - Was geht beim Mini-Rock? Direkt gegenüber der Avia-Tankstelle küssen sich jetzt ein heterosexuelles, ein lesbisches und ein schwules Paar. Motto: "Horb macht Liebe!" Horb diskutiert: Darf man so was zeigen? Was hat das mit Musik zu tun?

Natürlich lässt die Kritik von Martin Raible von der Unabhängigen Liste Horb nicht lange auf sich warten. Er hält nichts von der Werbung. Seine Fraktion hatte schon den Auftritt der Punk-Band "Feine Sahne Fischfilet" nach den Ausschreitungen in Hamburg beim G20-Gipfel in Hamburg kritisiert. Die Band verherrlicht "Gewlt gegen Bullen" und schwenkt die Antifa-Fahne. Im Gemeinderat hatte die ULH einen Liedtext der Band zitiert: "Wir stellen unseren eigenen Trupp zusammen und schicken den Mob dann auf euch rauf. Die Bullenhelme – sie sollen fliegen. Eure Knüppel kriegt ihr in die Fresse rein und danach schicken wir euch nach Bayern, denn die Ostsee soll frei von Bullen sein.".

Nun also Raibles Kritik an dem Liebes-Bekenntnis der Mini-Rocker: "Ich dulde schwule und lesbische Paare, sehe dies aber nicht als normal an. Warum das gegenüber den Kindern an den Schulen und auf den Pylonen mit der Mini-Rock-Werbung als normal dargestellt und auch noch glorifiziert wird, ist mir unverständlich."

Zum heterosexuellen Paar sagt Raible: "Selbstverständlich sollen sich die Menschen lieben! Nur wissen wir auch dass in den Tagen nach den letzten Mini–Rock Festen massiver Bedarf an der Pille danach vorhanden war. Das war vielleicht auch der alkoholbedingten Enthemmung bei solchen Festen geschuldet. Ein vorbeifahrender Autofahrer erkennt an den Plakaten auf den ersten, nicht verkehrsgefährdenden Blick nicht sofort ob es sich um eine ›Liebesveranstaltung‹ oder ein Musikfest handeln soll."

Michael Kessler, Fraktionschef der Gemeinderat-CDU, hatte bei der Debatte über Mini-Rock-Auftritt der Punk-Band eine klare Distanzierung von Gewalt gefordert (wir berichteten). Zu der neuen Werbekampagne sagt Keßler: "Liebe ist allemal besser als Gewalt. Ich bin relativ entspannt, was die Motive anbelangt. Das ist heutzutage ja auch vom Staat anerkannt."

Alfred Seifriz, FD/FW-Fraktionschef: "Ich will diese Motive weder kritisieren noch bejubeln. Die Ehe für alle ist inzwischen Realität. Ich sehe diese Motive als Ausdruck, dass diese Formen inzwischen auch bei uns in Horb ankommen."

SPD-Gemeinderätin Viviana Weschenmoser: "Das ist eine wunderbares Marketing-Instrument. Unser Mini-Rock-Festival ist friedfertig und freundschaftlich – insofern passt auch dieses Plakatmotiv. Dann kommt auch noch das Eherecht für homosexuelle Paare ums Eck –­ und die Liebe hat wieder ein Stück gewonnen."

OB Peter Rosenberger sagt augenzwinkernd: "Ich glaube, der Bundestag hat die ›Ehe für alle‹ beschlossen. Und ich erinnere mich an Plakate "Make love, not war.‹ Man kann sich an allen reiben. Wenn es den Mini-Rockern gelungen ist,zusätzliche Aufmerksamkeit zu bekommen, dann ist es doch ein Erfolg." Die nächste Frage: Kann das Motto "Horb macht Liebe" auch sexuelle Belästigung –­wie beispielsweise auf der Kölner Domplatte –­ provozieren? Eigentlich sollte es beim Mini-Rock ja um Musik gehen. Denken zumindestens die Eltern... Seifriz: "Ich glaube, das wäre zu weit hergeholt. Ich kann mir nicht vorstellen, dass ein Plakat solche Straftaten provoziert." Mini-Rock-Sprecher Benjamin Breitmaier: "Das ist völlig abwegig."

Doch welcher Sinn steckt hinter diesen Plakatmotiven? Diese Art Werbung steht nur in Horb, wie der Pressesprecher des Mini-Rock bestätigt: "In unserer Heimatstadt wollten wir ein ganz besonderes Marketing machen. Letztes Jahr haben wir unsere Werte in Worte gefasst. Dazu gehören auch Respekt und Toleranz. Dann sind wir auf den Slogan ›Horb macht Liebe‹ gekommen. Wichtig ist uns, dass alle Paare echt sind und kein Fake. Das sind halt Leute, die sich lieb haben. Das Mini-Rock ist zwar nicht vorrangig ein Platz zum Dating, aber bei uns lernen sich viele Leute kennen."

Auf ihrer Facebook-Seite hatten die Mini-Rocker vor einigen Wochen sogar eine kleine Umfrage gestartet und nach Pärchen gefragt, die sich durch das Mini-Rock-Festival kennengelernt haben. Viele meldeten sich. "Mein Freund und ich haben uns tatsächlich vor fünf Jahren auf dem Mini-Rock-Festival verliebt", schrieb beispielsweise eine Festival-Besucherin.

Und was ist mit dem umstrittenen Auftritt von "Feine Sahne Fischfilet"? Ein Stadtsprecher: "Die angekündigten Gespräche mit den Veranstaltern und auch weitere Recherchen der Stadtverwaltung mit der Polizei sind zwischenzeitlich erfolgt sind. Bitte haben Sie Verständnis, dass wir zunächst die ULH-Fraktion als Anfragesteller über die Essenz dieser Gespräche direkt informieren möchten. Dies wird voraussichtlich Ende der Woche geschehen."

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