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Horb a. N. OB-Wahl: Kandidaten stellen sich vor

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In der fast voll besetzten Rundhalle sprachen die Kandidaten über ihre Anliegen für Horb. Foto: Hopp

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Horb - Der Kandidatengipfel in der fast voll besetzten Hohenberghalle: Denn Amtsinhaber Peter Rosenberger traf gestern auf seine Herausforderer Thomas Bauer und Hermann Walz.

Die Kandidatenrunde startet mit einem Rededuell. Jeder hat 20 Minuten Zeit, seine Ziele vorzustellen. Hier die besten Auszüge aus den Reden von Oberbürgermeister Peter Rosenberger, Thomas Bauer und Hermann Walz.

Peter Rosenberger

OB Rosenberger gibt ambitionierte Ziele vor. Rosenberger: "Ich möchte den hoheitlichen Haushalt der Stadt Horb bis in drei Jahren schuldenfrei hinbekommen. Bis dahin wollen wir uns – unter anderem – um Radwege kümmern. Den Fruchtkasten erwerben, um ihn zum Bürgerhaus auszubauen. Samt Gastronomie und einem Saal unter dem Dach, der sich für feine Konzerte eignet. Nach dem Verlust des Horber Krankenhauses schwebt mir ein städtisches Ärztehaus vor, um die medizinische Versorgung zu sichern." Er kann sich auch einen Seniorenbeauftragten vorstellen, um den demografischen Wandel erfolgreich zu meistern.

Wie sieht er seine Amtszeit? Rosenberger: "Mich beschleicht das gute Gefühl, wir kommen voran. Horb kommt voran. Natürlich bin ich nicht allein. Mit vereinten Kräften haben wir Horb aufgerichtet. Stabil aufgerichtet." Trotz der schweren Finanzkrise in den Jahren 2008/09 pendelt die Arbeitslosenquote inzwischen "um drei Prozent".

Dann ein Angriff gegen Hermann Walz, der mit Rodolfo Panetta und Martin Raible (Ex-Republikaner) die Fraktion der unabhängigen Liste Horb gegründet hatte. Rosenberger: "Wir stellen uns der Aufgabe, eine anständige, menschenwürdige Unterbringung einer großen Zahl von Flüchtlingen zu gewährleisen. Ich weiß, drei von unseren Stadträten haben es leider nicht so mit Toleranz, Nächstenliebe, mit Weltoffenheit und stören sich daran."

Dann eine weitere Attacke: "Einer meiner Mitbewerber will im Fall seiner Wahl den städtischen Bediensteten vors Schienbein treten. Und ich? Ich möchte mich bei meinen Mitarbeitern bedanken. Ich wünsche jedem Horber Betrieb, dass er über ähnlich motivierte Mitarbeiter verfügt wie die Stadt."

Kommen die 17 Stadtteile zu kurz? Rosenberger: "Die Budgets, über die jeder Stadtteil frei verfügt, haben wir deutlich erhöht. Ich arbeite vertrauensvoll mit den Ortsvorstehern zusammen – partnerschaftlich, auf Augenhöhe. Miteinander wissen wir, dass sich längst nicht alle Wünsche erfüllen lassen. Und schon gar nicht sofort. Aber einer nach dem anderen."

Nächster Angriff. Rosenberger: "Herr Stadtrat Walz, ich kenne keinen einzigen Horber Stadtrat, der unserer Bürgerschaft kein Freibad gönnt. Weil man aber jeden Euro nur einmal ausgeben kann, genießt im Zweifel die flächendeckende Versorgung sämtlicher Stadtteile mit schnellem Internet Vorrang." Und fügt hinzu: "Die von ihnen demokratisch legitimierten Bürgervertreter haben sich vor zwei Jahren verständigt, dass über ein Freibad zu reden ist, sobald der städtische Haushalt tatsächlich konsolidiert ist. Ich freue mich schon darauf. Und meine Frau und unsere drei Kinder erst."

Der Amtsinhaber betont, dass er keine Abwanderungsgedanken hat. Rosenberger: "Bald nach meiner Kandidatur in meiner Geburtsstadt Mannheim hat der Familienrat im Hause Rosenberger getagt. Wir haben beschlossen: Jetzt wollen wir bleiben und vollends Wurzeln schlagen, hier wollen wir uns zu Hause fühlen. Hier sollen Benjamin, Emma und Paul ihre Schulzeit durchlaufen."

Thomas Bauer

Dann ist Thomas Bauer am Rednerpult. Seine wichtigste Forderung: ein integriertes Fremdenverkehrskonzept. Der Qualitätsmanager: "Wir brauchen eine mutige Lösung für die Zukunft, die Horb und den Orteilen ein Alleinstellungsmerkmal verleiht. Horb muss eine Fahrrad- und E-Bike Region werden. Für ein gutes Radwegenetz gibt es Fördergelder von Bund und Land, die den größten Teil der Kosten finanzieren können. Horb bietet dafür mit seiner zentralen Lage und dem Autobahnanschluss beste Voraussetzungen. Die Besucher konsumieren und übernachten auch in Horb. Dazu kommt: Ein gutes Radwegenetz mit geeigneter Infrastruktur kann Horb und den Ortsteilen ein Alleinstellungsmerkmal verleihen! Ein ÖPNV mit einer intelligenten Anbindung rundet das Angebot ab!"

Bauer setzt sich weiter für eine Verbesserung der "sozialen Infrastruktur" ein. "Der demografische Wandel trifft den ländlichen Raum stark. Deshalb muss man den Familien starke finanzielle Anreize bieten, hier zu bleiben oder hier her zu kommen. Dazu gehört eine drastische Senkung der Kindergartenbeiträge. Und die Zeiten der Kinderbetreuung an die Arbeitszeit der Eltern anzupassen."

Eine weitere Forderung von Bauer bezieht sich auf die Gesundheitsversorgung: "Gute ärztliche Versorgung wird immer wichtiger. Ich werde mich auf Kreisebene deutlich für die Verbesserung der Gesundheitsversorgung einsetzen. Dazu mit neuen Partnern verhandeln. Gesundheit hört nicht an der Kreisgrenze auf."

Bauer will für eine schönere Stadt und Ortsteile kämpfen. Der OB-Kandidat: "Durch meine Arbeit im Sanierungsausschuss als sachkundiger Bürger bin ich dafür bekannt, dass ich mich für eine schöne Stadt einsetze. Ich werde durch eine Zusammenarbeit von Innonet, der Dualen Hochschule und Baubehörden ein 3D-Modell aller Ortsteile schaffen. Wenn ein Investor kommt, wird das geplante Gebäude eingefügt und kann ausgedruckt werden. So können sich die Bürger rechtzeitig einen Eindruck verschaffen, was der Neubau wirklich für Dimensionen hat. Durch Fassadenverkleidungen können auch neuzeitliche Bausünden erträglich gemacht werden."

Zudem will Bauer die Vereine stärker unterstützen: "Als Mitglied in Vereinen weiß ich, das die Ehrenamtlichen einen zunehmenden Aufwand für Veranstaltungen haben. Hier braucht es neue Wege durch die Stadt, um die Vereine zu entlasten. Mit dem zu erwartenden Gewinn können Vereine besser Jugendarbeit leisten."

In seinem Schlusswort sagt Bauer dann: "Horb mit seinen Ortsteilen ist und bleibt meine Heimat. Der Kontakt zu den Menschen hat für mich die höchste Priorität. Mit meiner OB-Bewerbung sehe ich einen anderen Weg, um den Weg in die Zukunft zu gestalten." Was er damit meint, hatte er am Anfang gesagt: "Seit 2008 bin ich selbstständiger Qualitätsmanager. Porsche, Daimler, BMW gehören zu meinen Kunden. Diesen Firmen helfe ich bei der Entwicklung von Produkten und Prozessen. Deshalb sind vorausschauendes Denken, Planen und Handeln meine wichtigsten Aufgaben. Diese Art von Dienstleistung möchte ich den Bürgern anbieten."

Hermann Walz

Als letzter geht dann Hermann Walz ans Rednerpult. Blaue Krawatte, weißes Hemd. Walz: "Die allermeisten kennen mich von den mehr als 15 Jahren als ›Päcklesfahrer‹. Ich bin einer von euch, der die Meinung sagt. Jenseits der ›Political Correctness‹ der lokalen Politiker. Deshalb will ich von euch gewählt werden. Manche sagen schon: ›Wir sind die unbequeme Liste Horb.‹ Weil meine Anfragen oft den Nagel auf den Kopf treffen."

Dann gleich eine Attacke auf den Amtsinhaber. Walz: "Ich trete gegen den Noch-Oberbürgermeister an, der vor zwei Jahren Horb verlassen wollte und sich jetzt wieder bewirbt, weil er Angst hat, arbeitslos zu werden. Ein Wort zu der Flüchtlingsproblematik: Herzlichen Dank an die Ehrenamtlichen. Die direkt vor Ort sind und ihre ganze Kraft rein stecken, den Flüchtlingen zu helfen. Als Kommune wird man von oben verpflichtet, die Flüchtlinge aufzunehmen. Mein Unterschied zum Noch-OB ist der: Wenn es die Aufgabe wäre, einen Fußboden zu legen, würde er diesen Fußboden in Marmor legen. Ich in Holz." Trotzdem betont Walz: "Ich möchte Peter Rosenberger für seine Arbeit herzlich danken. Obwohl wir nicht immer einer Meinung sind."

Seine Ziele erläutert Walz so: "Beim Bauhof muss endlich in Personal investiert werden. Es kann nicht sein, dass vom Bauhof bei Festen alle Mann in der Kernstadt sind und in den Ortschaften das Gras immer höher wächst." Walz weiter: "Die Verwaltung soll nicht verwalten, sondern dienstleisten. Dazu gehört, dass die Verwaltung auch am Samstag für ihre Bürger geöffnet ist."

Der Fraktionschef der Unabhängigen Liste Horb wünscht sich auch eine neue Art der Bürgerbeteiligung. Walz: "Die sogenannte Bürgerbeteiligung beim Masterplan 2050 ist für mich ein Versagen auf voller Linie. Man war acht Jahre nicht in der Lage, den Bürger zu verstehen. Ich werde direkt den Kontakt mit den Bürgern halten und in die Ortschaftsräte gehen. Dort erfährt man, was wirklich vor Ort los ist."

Mehr Mitsprache für die Bürger, auch für den Hohenberg – das fordert Walz: "Das hat schon der sogenannte Bürgermeister vom Hohenberg Adolf Bamberger gefordert. Es sollte dort ein Bezirksbeirat oder ähnliches geschaffen werden – bis zum Jahr 2019. Ich bin der einzige Gemeinderat, der täglich sieht, was dort nicht passt."

Walz: "Das ich mich für Belange von Otto-Normal-Verbraucher einsetze, habe ich genug bewiesen. Ein dreiviertel Jahr mussten die Verkehrsteilnehmer darauf warten, dass der Bahnübergang nach Talheim wieder sicher wurde. Es hat keinen aus Bund oder Land interessiert. Erst als ich als kleiner Kommunalpolitiker den AfD-Alterspräsidenten zur Besichtigung einlud wachten manche auf und fahren sich dies nun als ihre Lorbeeren ein."

Zum Schluss ging Walz noch auf die aktuelle Diskussion um das Medizinische Versorgungszentrum in Horb ein. "Wie ich gehört habe, will der Mediziner bleiben. Angeblich weigert sich die KLF, den Vertrag zu verlängern. Ich würde den Landrat und den Geschäftsführer der KLF zu einer öffentlichen Sitzung einladen und klare Fakten fordern."

Auf die Reden folgte eine Fragestunde der Bürger. Darüber werden wir am Donnerstag berichten.

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