Horb - Der Kreistagsbeschluss zur Schließung der Akut-Klinik in Horb bleibt öffentliches Diskussionsthema. Zur Frage, ob der Kreistag im Dezember das endgültige oder nur das befristete Aus der Klinik beschlossen hat, nimmt jetzt der Grünen- Kreisrat Wolf Hoffmann Stellung.

Hoffmann bezieht sich auf die Äußerung seines FDP-Kreistagskollegens Daniel Wochner, im Kreistag sei es "klipp und klar" gewesen, dass die KLF das Hospital nicht mehr aufmache.

Laut Hoffmann gäbe es aus nicht öffentlicher Sitzung "einiges anzumerken, was aber die Landkreisordnung verbietet". Dies, so Hoffmann, zeige deutlich, "wie katastrophal der Prozess der Schließung des Horber Hauses durch die Landkreisverwaltung gehandhabt wurde."

Hoffmann: "Statt von Anfang an in einer solch existenziell wichtigen Frage die Bevölkerung öffentlich einzubinden und an der Entscheidungsfindung zu beteiligen, wurde formal verfahren, eine Richtungsentscheidung vorgegeben und viel zu oft und umfassend im Kreistag nicht öffentlich getagt."

Dies, so Hoffmann, entspreche "genau nicht dem, was die Grün-Rote Landesregierung unter der Politik des Gehörtwerdens versteht". Es reiche nicht, Gespräche mit der Bürgerinitiative Pro Krankenhaus Horb zu führen, "wenn der Prozess von Anfang an nicht darauf angelegt ist, unter Beteiligung der Bürger und externer Sachverständiger mögliche Alternativen auszuloten." Über Verständnislosigkeit der Bevölkerung dürfe man sich dann nicht wundern.

Eine weitere Vorentscheidung beim Markterkundungsverfahren habe der Kreistag selbst getroffen, so Hoffmann: "Die Möglichkeit einer wie auch immer gearteten Zusammenarbeit des Horber Hauses mit dem Haus in Freudenstadt wurde von vorneherein ausgeschlossen. Das reduziert die Chancen des Verfahrens erheblich."

Jetzt stehe neben Grundsatzfragen der wohnortnahen Gesundheitsversorgung "mit Recht die gesamte Balance in Bezug auf das Geben und Nehmen im Kreis Freudenstadt in der Diskussion".